Mit E-coli verunreinigt

Rückruf von Käse: Wegen gefährlichen Bakterien in zwei Sorten Arztbesuch nötig

Rückruf von zwei Camembert-Sorten. In dem Käse wurden bedenkliche Bakterien gefunden. Sie können schwerwiegende Erkrankungen bei Verzehr auslösen.

NRW – Es ist der zweite Käse-Rückruf innerhalb kurzer Zeit. Erst im Juli musste die Müller Moers GmbH zwei Sorten Käse der Marke Cahill´s Ireland Original aus dem Verkauf nehmen, da in den Produkten Listerien nachgewiesen wurden. Auch in dem aktuellen Rückruf geht es um eine Verunreinigung von Käse. In Camembert wurden ebenfalls gesundheitsgefährdende Bakterien entdeckt.

KeimEscherichia coli (E. coli), Kolibakterium
ÜbertragungVerzehr von verunreinigten Lebensmitteln, Wasser, Kontakt mit infizierten Personen
SymptomeDurchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen

Großer Käse-Rückruf: E.Coli-Keime in französischem Camembert nachgewiesen

Das französische Unternehmen Gillot SAS hatte darüber informiert, dass gleich bei zwei seiner Produkte im Rahmen einer Untersuchung sogenannte E.coli-Bakterien entdeckt wurden. Das hatte die Firma zu dem Rückruf der beiden Camembert-Sorten veranlasst.

Unter anderem ist folgender Käse mit den gesundheitsgefährdenden Bakterien kontaminiert:

  • Produkt: Camembert de Normandie AOP Marie Harel au lait cru
  • Handelsmarke: Marie Harel
  • Packungsgröße: 250 Gramm
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 07.08.2021
  • Charge-Nummer: 161311 
  • Identitätskennzeichen : FR 61.402.001 CE
In diesem Camembert wurden gesundheitsgefährdende Bakterien nachgewiesen.

Rückruf von Käse wegen E.coli-Bakterien: Keime kommen häufig in Rohmilchprodukten vor

Der Grund für den Rückruf ist der Verdacht auf eine Verunreinigung mit E.coli-Bakterien (Escherichia coli). Diese sind nicht gerade unbekannt und nicht selten der Grund für einen Rückruf – zuletzt war das bei Wurst der Fall, die unter anderem bei Globus verkauft wurde.

Die genannten Keime sind natürlicher Bestandteil der menschlichen und tierischen Darmflora. Normalerweise lösen sie keine Krankheiten aus – bis auf wenige Ausnahmen. So können laut dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) die Vertreter Verotoxin-bildende E. coli (VTEC) oder auch Shigatoxin-bildende E. coli (STEC) für den Menschen gefährlich werden.

In der Mitteilung des französischen Unternehmens, das den Käse zurückruft, ist unter anderem von STEC-Bakterien die Rede. Wie das BfR informiert, sind häufig tierische Lebensmittel mit dieser Art Keime kontaminiert, die entweder roh angeboten oder unzureichend erhitzt werden. Das ist zum Beispiel bei Camembert der Fall, da er zu der Kategorie Rohmilchkäse zählt (mehr Rückrufe bei RUHR24).

Zweiter Lebensmittel-Rückruf: Französischen Weichkäse nicht verzehren

Auch der zweite Rückruf, über den das Unternehmen informiert, hat Verschmutzung durch E.coli-Bakterien als Grund. Diesmal besteht bei folgendem Produkt der Verdacht, mit verotoxinbildende E.coli belastet zu sein:

  • Produkt: Camembert de Normandie AOP St. Hilaire aux lait cru
  • Handelsmarke: St. Hilaire
  • Packungsgröße: 250 Gramm
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 07.08.2021
  • Los- Kennzeichnung: 161311
  • Identitätskennzeichen: FR 61.402.001 CE
  • EAN: 3267031040611
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Käse-Rückruf: Auch in diesem Camembert wurden die Bakterien nachgewiesen.

Käse mit gesundheitsgefährdenden Bakterien belastet: Fieber und schwere Durchfälle drohen

Das Unternehmen weist in beiden Informationsschreiben darauf hin, dass beim Verzehr der Artikel wahrscheinlich gesundheitliche Beschwerden hervorgerufen werden können. Das BfR drückt die Warnung etwas drastischer aus und spricht von schwerwiegenden Erkrankungen, die durch den Verzehr von E.coli-kontaminierten Lebensmitteln auftreten können.

So können Fieber und gravierende Magen-Darm-Infektionen die Folge sein. Auch können die Keime blutige Durchfälle verursachen. Diese dauern in der Regel acht bis zehn Tage. Zu größeren Komplikationen kann es bei Kindern unter sechs Jahren sowie älteren und abwehrgeschwächten Personen kommen.

Nämlich dann, wenn sich im Anschluss an die Darmerkrankung ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) entwickelt. Das schädigt die Blutgefäße, die roten Blutkörperchen und die Nieren. Die Symptome können im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein oder laut BfR lebenslange Spätfolgen wie Nierenschäden mit sich bringen. Kunden sollten daher unbedingt nachsehen, ob sie von dem Rückruf betroffen sind und womöglich den kontaminierten Käse gekauft haben. Er sollte nicht verzehrt werden.

Rückruf von Käse: Kunden sollten bei Symptomen unbedingt einen Arzt aufsuchen

Auch Gillot SAS warnt seine Kunden in der Mitteilung vor den potenziellen Gesundheitsgefahren. Außerdem weist der französische Käse-Hersteller daraufhin, dass die Symptome erst zwei bis sieben Tage nach Verzehr des Camemberts auftreten können.

Kunden, „die das obenstehende Produkt verzehrt haben und an den beschriebenen Symptomen leiden, werden gebeten, ihren Arzt zu konsultieren und auf den Verzehr des Produkts hinzuweisen“, schreibt Gillot SAS. Verbraucher, bei denen der französische Käse noch im Kühlschrank liegt, sollten diese bei der Verkaufsstelle zurückgeben und bekommen dort den Kaufpreis erstattet.

Wo der Käse überall verkauft wurde, gibt das Unternehmen nicht an. Das Verbraucherportal Produktwarnung.eu weist darauf hin, dass der Camembert in Deutschland bundesweit über unterschiedliche Vertriebswege in den Verkauf gebracht wurde. Unter anderem wurde er in Frischetheken in Supermärkten angeboten.

Rubriklistenbild: © Jean-Pierre Clatot/AFP, Collage: RUHR24

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