Opiat im Schlafmohn

Gewürz-Rückruf: Falsche Dosis von Inhaltsstoff kann gefährlich werden

Wegen eines gefährlich hohen Morphin-Gehalts im Produkt muss ein bestimmtes Gewürz zurückgerufen werden. Das müssen Verbraucher jetzt wissen.

NRW – Ob zum Backen oder als Nahrungsergänzungsmittel: Der aus dem Mittleren Osten und Asien stammende und zu den Mohngewächsen zählende Blaumohn kann vielseitig Verwendung finden. Doch deutsche Blaumohn-Fans müssen bei einer bestimmten besonders Sorte vorsichtig sein. Denn das Gewürz ist nicht ohne Grund von einem Rückruf betroffen.

BlaumohnLat. Papaver somniferum
Weitere BezeichnungenMohnsamen, Mohnsaat, Schlaf-, Blau- oder Gartenmohn
VerwendungBacken, Nahrungsergänzungsmittel

Gewürz-Rückruf: Blaumohn mit zu hohem Morphin-Gehalt muss vom Markt

Dabei handelt es sich, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zufolge, um das Produkt „Blaumohn/Hashas“ der Firma KAR GmbH. Die Samen des Mohns weisen einen erhöhten Anteil an Morphin, auch Morphium genannt, auf. Erst kürzlich gab es einen ähnlichen Gewürz-Rückruf. Jetzt geht es um das folgende Produkt:

  • Artikel: Blaumohn/ Hashas der Marke „SULTAN“
  • Verpackungseinheit: 90 Gramm
  • Haltbarkeit: 07.08.2022
  • Los-Kennzeichnung: C5
  • Hersteller: KAR GmbH

Der Gewürz-Rückruf vom 9. Mai wurde eingeleitet, da Morphium in größeren Mengen nicht ungefährlich ist. Generell sollten Verbraucher bei der Verwendung von Blaumohn vorsichtig sein. Nicht umsonst empfahl das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bereits im Jahr 2007, Blaumohn vor dem Verzehr oder vor dem Backen gründlich zu waschen.

Gewürz-Rückruf: Zu viel Morphium ist für den Körper gefährlich

Schließlich enthält die Pflanze, die bis zu 1,3 Meter hoch wächst, laut der krankenkassenzentrale naturgemäß Morphin, das zur Schmerzlinderung eingesetzt, aber auch als Rauschmittel mit psychischer und physischer Abhängigkeit missbraucht werden kann. Bei übermäßigem Verzehr kann dieses Opiumkalkaloid zu gesundheitlichen Folgeschäden, wie Übelkeit, Schwindel und Atem- und Kreislaufproblemen führen.

Allerdings erklärt der Hersteller, dass Mohnsamen „im Gegensatz zu den anderen oberirdischen Pflanzenteilen des Schlafmohns nahezu morphinfrei“ seien. Bei der maschinellen Ernte seien diese Samen aber wohl versehentlich in Kontakt mit dem Alkaloid-haltigen Milchsaft der Samenkapseln gekommen – ein fataler Fehler, der jetzt in einem Rückruf des Gewürzes endet.

Gewürz-Rückruf: Kunden sollen am Verkaufsort auch ohne Kassenbon entschädigt werden

Die Firma KAR GmbH rät seinen Kundinnen und Kunden, das vom Rückruf betroffene Gewürz Blaumohn/ Hashas der Marke „SULTAN“ mit dem angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum wegen möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen vorsorglich nicht mehr zu verzehren.

In einem Blaumohn-Produkt wurde ein erhöhter Gehalt an Morphium entdeckt.

Laut BVL zählen Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen zu den Bundesländern, die vom Gewürz-Rückruf betroffen sind. Das Unternehmen bittet seine Kunden, das Produkt am Verkaufsort zurückgegeben, wo der Kaufpreis auch ohne Vorlage des Kassenbons zurückerstattet werde.

Die KAR GmbH beteuert, dass ihr die Qualität der Produkte „sehr wichtig“ sei. Man bedauere den Gewürz-Rückruf und entschuldige sich bei den Verbrauchern für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Rubriklistenbild: © Janine Schmitz/Imago

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