Üble Symptome drohen

Gewürz-Rückruf wegen krankmachenden Bakterien: Bundesamt warnt vor Verwendung

Ein Gewürz ist von einem Rückruf betroffen. Bei Untersuchungen wurde der Keim Bacillus cereus nachgewiesen. Was Verbraucher wissen müssen.

Dortmund – Zimt, Nelke, Muskat, Vanille, Kardamom oder Ingwer gelten als klassische Weihnachtsgewürze. Ausgerechnet jetzt ist ein solches von einem Rückruf betroffen. Es wurde ein Bakterium nachgewiesen, das Gift bilden kann.

Rückruf von Gewürz: Bakterien bilden Gift und werden zum Risiko

Konkret geht es bei dem Rückruf um gemahlenen Ingwer (Zencefil) der Firma Basak Tüketim ve Gida GmbH mit Sitz in Köln (NRW). Wie das Unternehmen angibt, wurde im Rahmen von amtlichen Untersuchen festgestellt, dass das Gewürz mit dem sogenannten Bacillus cereus verunreinigt ist.

Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes wird das Gewürz daher nun zurückgerufen. Die Basak GmbH gibt folgende Details bekannt:

Artikel: Ingwer gemahlen (Zencefil)
Inhalt: 100 Gramm
Losnummer:L4349 M
Mindesthaltbarkeitsdatum06.2023
Dieser gemahlene Ingwer wird zurückgerufen.

Rückruf von Ingwer wegen Bakterien – Bundesamt warnt vor Verwendung

Bacillus cereus ist ein Bakterium, das im Gegensatz zu Salmonellen selten die Ursache für Rückrufe ist. Laut dem niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) handelt es sich dabei um ein sporenbildendes Bakterium, das weltweit vorkommt und insbesondere in der Erde oder in Staub zu finden ist.

Aufgrund des Vorkommens können die Bakterien leicht auf Lebensmittel übertragen werden. Das Problem: Die Sporen sind extrem widerstandsfähig und können selbst bei ungünstigen Bedingungen wie Hitze oder Kälte jahrelang überleben. Verbessert sich die Umgebung, keimen die Sporen aus. Die Bakterien bilden dann wiederum Giftstoffe, die bei Verzehr krankmachen können.

Bakterien in Gewürz nachgewiesen – diese Symptome drohen bei Verzehr

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt zwei Krankheiten, die beim Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln aufgrund des Gifts auftreten können:

  • Erbrechens-Toxin: Die Keime vermehren sich auf dem Lebensmittel und bilden das Gift, was dann vom Menschen aufgenommen wird. Innerhalb weniger Stunden (0,5 bis 6 Stunden) können Übelkeit und Erbrechen auftreten. Die Beschwerden klingen laut BfR in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst wieder ab. Sehr selten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen durch Leber- und Hirnschäden.
  • Durchfall-Toxin: Die Sporen werden über das Essen aufgenommen und keimen dann im Dünndarm des Menschen aus und bilden sogenannte Enterotoxine. Typische Symptome sind Durchfall und Bauchkrämpfe. Die Inkubationszeit beträgt 6 bis 24 Stunden.

Gewürz-Rückruf in Deutschland: Das können betroffene Kunden tun

Das Laves informiert Verbraucher jedoch darüber, dass im Lebensmittel ein gewisser Keimgehalt pro Gramm enthalten sein müssen, damit man krank wird. Eine geringe Keimzahl stelle in der Regel kein gesundheitliches Risiko dar.

Der Hersteller des Ingwer-Gewürzes klärt selbst nicht über das gesundheitliche Risiko auf. Auch fehlen jegliche Informationen, wo der gemahlene Ingwer verkauft wurde.

Hersteller informiert Kunden nur sporadisch über seinen Gewürz-Rückruf

RUHR24-Recherchen ergaben, dass Gewürze der Firma Basak entweder online oder in orientalischen Lebensmittel- und Feinkostgeschäften zu kaufen sind. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurde das Gewürz in den Bundesländern Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein verkauft.

Die Basak GmbH bittet seine Kunden, das vom Rückruf betroffene Gewürz nicht mehr zu verzehren. Sollten sie den Ingwer zu Hause haben, können sie Ware der betroffenen Charge im Geschäft zurückgeben und bekommen das Geld zurück, so der Hersteller.

Rubriklistenbild: © Janine Schmitz/Imago

Mehr zum Thema