Achtung, nicht verwenden!

Großer Gewürz-Rückruf: Bundesamt warnt vor verbotenem Mittel

Ein deutscher Großhändler ruft aktuell zwei seiner Produkte zurück. Die betroffenen Gewürze sind mit Pestiziden verunreinigt, die als schädlich gelten.

Deutschland – Gleich zwei Gewürz-Produkte der Global Foods Trading GmbH aus Biebesheim (Hessen) werden derzeit über das Portal lebensmittelwarnungen.de des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zurückgerufen. Die Ware ist in beiden Fällen mit Pflanzenschutzmittel verunreinigt (weitere Rückrufe und Warnungen bei RUHR24).

Bundesamt für Verbraucherschutz und LebensmittelsicherheitBundesoberbehörde
HauptsitzBraunschweig
DachorganisationBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Rückruf: Ingwer-Pulver ist mit Ethylenoxid belastet

Vom Rückruf betroffen ist zum einen ein Ingwer-Pulver. Hier wurde der zulässige Wert an Ethylenoxid überschritten. Dieses in der EU verbotene Pestizid sorgt bereits seit Herbst 2020 immer wieder für Rückrufe in Deutschland.

Betraf die Rückrufwelle zunächst in erster Linie Sesam-Produkte, so werden mittlerweile auch vermehrt andere pflanzliche Lebensmittel zurückgerufen. So wird aktuell beispielsweise vor Produkten des bekannten Lebensmittelherstellers Mars gewarnt. Das Problem bei Verunreinigungen mit Ethylenoxid: Das Mittel gilt laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) als krebserregend und erbgutschädigend.

Vom aktuellen Rückruf betroffen ist das folgende Ingwer-Pulver:

  • Produkt: SCHANI Ginger Powder – Ingwer, gemahlen (100 g)
  • Inverkehrbringer: Global Foods Trading GmbH
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 08/23
  • Losnummer: LOT Nr. L2776/AK/W33
Wird zurückgerufen: SCHANI Ginger Powder – Ingwer, gemahlen

Rückruf von Gewürz-Produkt: Verunreinigung mit verbotenem Pflanzenschutzmittel

Ebenso zurückgerufen werden Bockshornkleeblätter des gleichen Händlers. Bei diesen wurde der Rückstandshöchstgehalt des Pflanzenschutzmittels Chlorpyrifos überschritten. Das Insektizid ist seit Ende 2020 in der EU ebenfalls nicht mehr zugelassen. Es wurde aber jahrzehntelang gegen Schädlinge in der Landwirtschaft eingesetzt. Das Mittel steht laut ärzteblatt.de im Verdacht, Erbgut und Nerven bei Kindern zu schädigen.

Ebenso wie bei Ethylenoxid besteht trotz des Verbotes hierzulande weiterhin eine Gefahr von Verunreinigungen durch importierte Lebensmittel aus Ländern, in denen die Mittel noch zugelassen sind. So kamen die verunreinigten Bockshornkleeblätter beispielsweise aus Indien:

  • Produkt: Peacock Kasoori Methi Bockshornkleeblätter (100 g)
  • Inverkehrbringer: Global Foods Trading GmbH
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 12/22
  • Losnummer: LOT Nr. 341
Rückruf: Peacock Kasoori Methi Bockshornkleeblätter (100 g)

Deutschlandweiter Rückruf von Gewürzen: Wichtige Infos für Kunden

Die verunreinigten Gewürz-Produkte wurden in den meisten Bundesländern vertrieben. Kunden, die eines davon gekauft haben, sollten es auf keinen Fall mehr verwenden.

Für weitergehende Fragen können Betroffene sich an die Hotline des Händlers wenden (Montag bis Freitag in der Zeit von 9.00 bis 18.00 Uhr). Die Nummer lautet: 0800/950 950 9. Alternativ auch per Mail an: info@gftonline.de.

Rubriklistenbild: © Sara Lemel/dpa; Collage: RUHR24

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