Vorsicht bei Wacholder-Schnaps

Getränke-Rückruf wegen unsichtbarer Gefahr: Hersteller warnt vor Verzehr

Wer gerne Gin trinkt, sollte jetzt aufpassen: Eine Sorte ist von einem Rückruf betroffen. Der Konsum kann zu inneren Verletzungen führen.

Dortmund – Der Sommer nimmt wieder Fahrt auf: Die Temperaturen in Deutschland steigen. Erfrischung ist wichtig. Zwar sollte man bei Hitze besser auf Wasser, anstatt alkoholische Getränke setzen. Doch gerade, wenn es abends abkühlt und es gen Wochenende geht, avancierte ein Getränk in den vergangenen Jahren zum echten Sommer-Kultgetränk: Gin. Doch eben jener ist jetzt von einem Rückruf betroffen.

SchnapsGin
BestandteilWacholder
AlkoholgehaltCirca 45 Prozent

Rückruf von Gin: Im Ernstfall droht Arzt-Besuch wegen durchsichtiger Gefahr

Ob als Gin Basil Smash, Gin Fizz oder klassisch als Longdrink Gin Tonic: Der Wacholder-Schnaps ist von keiner Karte mehr wegzudenken. Doch, wer sich auch zu Hause gerne mal eine Mischung macht, sollte aufpassen: Denn eine Gin-Sorte ist jetzt von einem Rückruf betroffen.

Es handelt sich dabei um eine Abfüllung des „Wellenbrecher Nordic Gin“ des Onyx Vertriebs. Konkret sind die 700-Milliliter-Flaschen mit der Loskennzeichnung L1882 gemeint. Der Grund für den Rückruf: Glassplitter wurden in der Ware entdeckt.

  • Gin: Nordic Gin Wellenbrecher; Flasche 700 Milliliter
  • Los-Nummer: L1882
  • Vertrieb: Onyx Vertrieb

Rückruf von Gin: Glassplitter können für Verletzungen im Rachen sorgen

Der Hersteller bittet Kunden, die den Gin gekauft haben, ihn beim Händler zurückzugeben. Ein Kassenzettel sei aufgrund des Rückrufs nicht nötig. Der Hersteller machte keine Angaben darüber, wo die Spirituose verkauft wurde. Der Onyx Vertrieb sitzt in Eckernförde.

Der „Wellenbrecher Nordic Gin“ des Onyx Vertriebs ist von einem Rückruf betroffen.

Glassplitter in Getränken bergen eine ernsthafte Gefahr: Sie können zu Verletzungen im Mund- und Rachenraum und sogar zu inneren Blutungen führen. Besonders riskant ist, dass sie meist nicht erkennbar sind.

Gin-Rückruf wegen Glassplittern: Das ist im Notfall zu tun

Glassplitter verschluckt: Das ist im Ernstfall zu tun

Wer trotz des Rückrufs den Salat aus Versehen gegessen und dabei registriert hat, tatsächlich ein Glassplitter verschluckt zu haben, sollte Folgendes tun:

Ruhe bewahren und überprüfen, ob irgendwelche Symptome oder Schmerzen auftreten.
Splitter im Mundraum sofort entfernen.
Bei Erstickungszeichen oder starken Schmerzen im Mund- und Rachenraum sowie in der Speiseröhre einen Notarzt rufen und andere Menschen in der Nähe über den Vorfall informieren.

Wenn man sich nicht sicher ist, ob man einen Glassplitter verschluckt hat, ist das erstmal ein gutes Zeichen. Denn dann handelt es sich in der Regel um einen sehr kleinen Fremdkörper, mit denen der Körper in der Regel selbst fertig wird, ohne dass es zu dramatischen Folgen kommen muss. Horrorgeschichten von inneren Blutungen sind eine absolute Seltenheit.

Gin-Rückruf: Wacholder-Schnaps kann positiven Effekt haben

Die Glassplitter sind offensichtlich erstmal weniger gefährlich als eine Warnung im Juni: Dort wurde Ecstasy in weinhaltigen Getränken gefunden. Der Verzehr konnte lebensbedrohliche Folgen haben.

Dennoch gilt: Wer seinen Gin in Zukunft in Ruhe genießen will, sollte auf das Etikett gucken. Und wenn der gekaufte Schnaps nicht von dem Rückruf betroffen ist, hat der Verzehr direkt einen positiven Effekt: Gin kann aufgrund des Histamin-Gehalts helfen, Heuschnupfen-Symptome zu lindern – für eine noch entspannteren Umtrunk in einer lauen Sommernacht.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/DPA, Collage: RUHR24

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