Schon ein Todesfall

Getränke-Warnung wird ausgeweitet: Kunden sollen sofort die Polizei rufen

In einem weinartigen Getränk wurde Ecstasy gefunden. Es besteht Lebensgefahr.

Update, Dienstag (7. Juni), 22.15 Uhr: Bereits im Februar dieses Jahres machte ein außergewöhnlicher – und zugleich dramatischer – Rückruf die Runde. Champagnerflaschen der Nobel-Marke Moët waren mit der Droge MDMA oder auch Ecstasy verunreinigt in den Umlauf gelangt. Nach aktuellen Informationen hatte dies sogar einen Todesfall sowie sieben schwere Krankheitsfälle zur Folge. Der Hersteller selbst meldete außerdem noch vier weitere Fälle in den Niederlanden. Die Getränke-Warnung galt daher Anfang des Jahres vor allem für Deutschland und Holland.

Kellerei und Markführer für ChampagnerMoët & Chandon
Gründung und Hauptsitz1743 in Épernay (Frankreich)
Teil von Luxusgüterkonzern LVMH

Getränke-Warnung wird ausgeweitet: Betroffene sollen die Polizei informieren

Nun – fast ein halbes Jahr später – wird der Rückruf ausgeweitet. Jetzt hat auch die Luxemburger Behörde für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz Champagnerflaschen gemeldet, die mit der tödlichen Mischung verunreinigt sein sollen. Der Rückruf wird daher auf eine weitere Charge ausgeweitet. Neben der bisher betroffenen Chargennummer LAJ7QAB6780004 soll jetzt auch die Kennziffer LAK5SAA6490005 betroffen sein. Der Code befindet sich auf der Rückseite der Flasche. Woran der verunreinigte Champagner außerdem erkannt werden kann, ist weiter unten in der Erstmeldung erklärt.

Betroffene, die eine der Flaschen zu Hause haben, sollen den Inhalt auf keinen Fall berühren oder gar trinken. Schon kleinste Mengen können dramatische Folgen für die Gesundheit haben und sogar tödlich sein. Kunden, die eine von der Warnung betroffene Flasche zu Hause haben, sollten umgehend die Polizei informieren. Bereits im März gingen die Behörden davon aus, dass es sich weniger um ein Qualitätsproblem, sondern vielmehr um einen Kriminalfall handelt.

Diesen Champagner nicht trinken. Wegen Ecstasy-Fund besteht Lebensgefahr.

Update, Freitag (4. März), 10.12 Uhr: In Sachen Getränke-Warnung gibt es wohl eine neue Spur, wie die mit Ecstasy verunreinigten Champagnerflaschen in Umlauf gekommen sein könnten. Wie die Mittelbayerische Zeitung (MZ) berichtet, soll laut Polizeiangaben „ein Mann aus der Region“ die Flasche Moët bereits 2019 erworben und dem Lokal in Weiden verkauft haben.

Warnung vor Champagner wegen Ecstasy: Deutsche und niederländische Polizei arbeiten zusammen

Außerdem hätten Ermittlungen ergeben, dass die betroffene Flasche nicht mehr mit dem Originalkorken verschlossen gewesen sein soll. Es deutet alles darauf hin, dass der Champagner geöffnet, der Inhalt verändert und die Flasche dann wieder verschlossen wurde.

Die Polizei in Deutschland arbeitet inzwischen mit den niederländischen Behörden zusammen, um den Fall weiter aufzuklären. Denn auch in Holland gab es vier Fälle, bei denen Menschen durch flüssiges Ecstasy im Champagner vergiftet wurden. Der Hersteller Moët hatte den zweiten Fall in Holland selbst den Behörden gemeldet und gesagt, dass es sich bei der Warnung nicht „um ein Qualitätsproblem, sondern um einen Kriminalfall“ handele.

Getränke-Warnung betrifft auch Deutschland: Hersteller hält sich jedoch bedeckt

In Deutschland findet sich bislang jedoch auf der Website oder den Social-Media-Kanälen keine näheren Informationen des Herstellers zu der Warnung. Und das, obwohl unter anderem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dringlich darum gebeten hatte, die Information auf allen Kanälen zu verbreiten.

Wie die MZ jedoch weiter weiß, sollen die betroffenen Flaschen einige Zeit vor ihrem Konsum „auf einer Plattform für den Handel zwischen Privatpersonen“ gekauft worden sein. Nach MZ-Informationen soll es sich dabei um die Auktionsplattform Ebay handeln. Diese Information wurde jedoch noch nicht offiziell von der Staatsanwaltschaft oder der Polizei bestätigt.

Erstmeldung, Sonntag (27. Februar), 10.39 Uhr: Die dramatische Meldung sorgte kürzlich für Aufregung: In einem Restaurant in Weiden (Oberpfalz) zeigten mehrere Gäste schwere Symptome, nachdem sie Champagner getrunken hatten. Für einen Mann kam jede Hilfe zu spät, er starb noch im Lokal. Der Grund: In der Champagner-Flasche soll Ecstasy gewesen sein. Nun wird die Warnung ausgeweitet, denn es besteht der Verdacht, noch mehr Flaschen mit dem tödlichen Inhalt könnten im Umlauf sein.

Getränke-Warnung wegen tödlicher Gefahr – Champagner mit Ecstasy verunreinigt

Die niederländische Behörde für Lebensmittel- und Verbraucherproduktsicherheit (NVWA) hatte am Samstag über die Warnung informiert und mitgeteilt, dass nun in weiteren Flaschen der Champagner-Marke „Moët & Chandon Ice Impérial“ hohe Mengen Ecstasy nachgewiesen werden konnte. Auch in Deutschland wurden bereits verunreinigte Flaschen gefunden.

Offiziell gibt es allerdings noch keinen Rückruf des Champagners. Dennoch sollten Verbraucher den Hinweis unbedingt ernst nehmen, denn bereits ein Schluck kann dramatische Folgen haben. Folgende Details sind über das Getränk bekannt:

  • Marke: Moët & Chandon Ice Impérial
  • Inhalt: 3-Liter-Flaschen
  • Chargencode LAJ7QAB6780004 (Dieser Code befindet sich auf dem Etikett auf der Rückseite der Flasche)

Bisher wurde in zwei Flaschen eine sehr hohe Dosis der Droge MDMA – auch bekannt als Ecstasy – gefunden. Noch ist vollkommen unklar, wie die Droge in den Champagner kam.

Warnung vor Champagner: Getränk hat bereits zu einem Todesfall geführt

Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Deutschland warnt vor dem Getränk. In Bezug auf den dramatischen Vorfall in Weiden heißt es in der Mitteilung, dass der Genuss des verunreinigten Champagners bereits zu sieben schweren Krankheitsfällen sowie einem Todesfall geführt habe.

In Holland gab es nach Angaben des Herstellers bislang vier Krankheitsfälle. In beiden Fällen wurden die mit Ecstasy kontaminierten Champagner-Flaschen wohl über eine bisher unbekannte Website gekauft. Die Behörden sowie der Hersteller selbst können deshalb noch nicht einschätzen, ob noch mehr der gefährlichen Flaschen im Umlauf sind.

Außerdem könne man aktuell nicht ausschließen, ob auch andere Getränke der Marke Moët betroffen seien. Die NVWA hat deshalb nun alle anderen Aufsichtsbehörden in der Europäischen Union über die Getränke-Warnung informiert.

Tödliche Gefahr bei Getränk: Bundesamt veröffentlicht wichtige Hinweise

„Das Berühren und/oder Trinken des Flascheninhalts ist lebensbedrohlich“, heißt die eindrückliche Warnung des deutschen Bundesamtes. Außerdem gibt die Behörde Hinweise, wie Verbraucher erkennen können, ob sie möglicherweise ebenfalls die mit MDMA verunreinigten Flaschen zu Hause haben.

Denn das Gefährliche ist laut den Behörden, dass die mit Ecstasy gefüllten Flaschen nach außen nicht von den mit Champagner gefüllten Flaschen zu unterscheiden seien. Beim Einschenken weisen jedoch folgende Merkmale darauf hin, dass mit dem Getränk etwas nicht stimmt.

  • Der Champagner sprudelt nicht beim Einschenken
  • Das Getränk hat eine rötlich-braune Farbe, die sich mit der Zeit verdunkelt
  • Schaumwein hat einen unüblichen Anisgeruch

Warnung: Bereits ein Schluck kann tödlich sein – Bundesamt warnt vor Getränk

Was sollten Verbraucher tun, wenn sie merken, dass sie von der Getränke-Warnung betroffen sind und eine Flasche Champagner mit dem gefährlichen Inhalt zu Hause haben? Das deutsche sowie das niederländische Bundesamt raten eindringlich, dass man den Schaumwein auf keinen Fall probieren sollte.

„Selbst das Eintauchen einer Fingerspitze in die Flüssigkeit und das Schmecken kann auch ohne Schlucken zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Die Einnahme eines kleinen Schlucks kann tödlich sein“, heißt es in der Mitteilung. Betroffene Kunden sollten umgehend die Polizei informieren, wenn sie merken, eine der Flaschen zu Hause zu haben. Hat man bereits einen Schluck probiert, empfehlen die Behörden, die 112 – sprich den Notruf – zu wählen.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/DPA

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