Lebensmittelwarnung

Gemüse-Rückruf: Bundesamt warnt vor gefährlichen Pestiziden

Wegen eines gefährlichen Befundes veranlasst ein niederländischer Hersteller einen Rückruf von TK-Gemüse. Das müssen deutsche Kunden nun wissen.

Deutschland – Sie schmeckt zart und süß, kann bis zu 90 Zentimeter lang werden und erinnert laut naturespride an die besser bekannte Prinzessbohne: Wer gerne Spargelbohnen auf dem Teller hat, sollte bei einer Marke jedoch vorsichtig sein. Denn nicht ohne Grund muss der Inverkehrbringer einen Rückruf einleiten.

SpargelbohneNutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
ArtVigna unguiculata
UnterfamilieSchmetterlingsblütler (Faboideae)

Gemüse-Rückruf: Inverkehrbringer muss Spargelbohnen zurückrufen

Laut dem niederländischen Lieferanten „Amazing Oriental“ hätten Untersuchungen ergeben, dass das betroffene Produkt „nicht den gesetzlichen Normen entspricht“. Der Rückruf wurde laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVl) damit begründet, dass ein „erhöhter Gehalt an Pestiziden“ festgestellt wurde.

Konkret hat der Hauptlieferant für das folgende Produkt einen Rückruf eingeleitet:

  • Produktbezeichnung: Golden Diamond Bevroren Kousenband – gefrorene Langbohnen
  • Marke: Golden Diamond
  • Hersteller (Inverkehrbringer): Amazing Oriental
  • Verpackungseinheit: 500 Gramm
  • Haltbarkeit (MHD): 05.10.2023
  • Los-Kennzeichnung: 19376

Gemüse-Rückruf: Pestizide können für Verbraucher sehr gefährlich sein

Einige der rund 280 zugelassenen Pestizide sind auf zahlreichen Obst- und Gemüseprodukten vorhanden und sollen Insekten und Pilze abtöten. Allerdings handelt es sich bei ihnen auch um Umweltgifte, ein zu hoher Gehalt kann schnell zu einem Rückruf führen.

Laut der Umweltschutzorganisation bund „können die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit ganz unterschiedlich sein“. Demnach können die gefährlichen Umweltgifte und eine extreme Pestizid-Belastung zu akuten und chronischen Hauterkrankungen, Vergiftungserscheinungen bei direktem Kontakt, Fruchtbarkeits- und Erbgutschäden, Missbildungen bei Neugeborenen und sogar zu Krebs führen.

Gemüse-Rückruf: Nur vier Bundesländer in Deutschland betroffen

Bohnenliebhaber in Nordrhein-Westfalen können aber aufatmen. Der Rückruf betrifft mit Bayern, Berlin, Niedersachsen und Sachsen nur insgesamt vier deutsche Bundesländer.

Die niederländische Pressemitteilung ist auf den 31. Mai datiert, zu diesem Zeitpunkt muss der Befund also schon bekannt gewesen sein. Allerdings ist die Warnung und der damit verbundene Rückruf beim BVL erst am Donnerstag (9. Juni) erstmals veröffentlicht worden. Zwischen Pestizid-Befund und der Warnung deutscher Verbraucher sind also einige Tage verstrichen.

Diese niederländischen Spargelbohnen müssen zurückgerufen werden.

Gemüse-Rückruf: Inverkehrbringer entschuldigt sich

Der Inverkehrbringer „Amazing Oriental“ bittet seine Kunden, „das genannte Produkt in einer der Filialen von Amazing Oriental zurückzugeben“. Der Kaufpreis werde selbstverständlich erstattet – ähnlich wie bei dem aktuellen Aldi-Rückruf, über den Heidelberg24 berichtet. Hier wurden jedoch keine Pestizide nachgewiesen, sondern gefährliche Glassplitter.

Das Unternehmen entschuldigt sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Unter der Telefonnummer +31 023/5677 9677 oder über die E-Mail-Adresse info.orientalholding.com können Verbraucher Kontakt zum Konzern aufnehmen.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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