Lebensmittelsicherheit

Margarine-Rückruf: Hersteller reagiert auf gefährlichen Inhalt

Wegen akuter Gesundheitsgefahr muss ein Hersteller ein beliebtes Frühstücksprodukt zurückrufen. Kunden müssen vorerst auf eine Margarine verzichten.

NRW – Margarine gehört für zahlreiche Verbraucher sicherlich auf den Frühstückstisch, auf die Pausenstulle und natürlich auch auf das wohlverdiente Abendbrot. Jetzt muss ein Produkt allerdings aus den Regalen eines Supermarktes verschwinden. Der Hersteller hat einen Rückruf eingeleitet – denn der Verzehr kann gefährliche Folgen haben.

Rückruf von Margarine – Hersteller verweist auf gefährlichen Inhalt

Nicht nur, dass Margarine zuletzt in den Supermärkten und Discountern merklich teurer geworden ist – jetzt ist ein Produkt auch noch für die Konsumenten gefährlich. Wie der Hersteller in seiner Pressemitteilung vom 21. November erklärt, finden Kundinnen und Kunden das Produkt vorerst nicht mehr in den Regalen des westfälischen Großmarktes in Gronau.

Dieses Produkt ist von dem Rückruf betroffen:

  • Produkt: Vita pflanzliche Margarine Pure vegetable Ghee Dose 1L
  • Hersteller: Nergiz Großmarkt GmbH, Fabrikstr. 11, 48599 Gronau
  • Verpackungseinheit: 1 Kilogramm
  • Haltbarkeit: 09. Mai 2024
  • Produktionszeitraum: 09. Mai 2022
  • Los-Kennzeichnung: PN: 119
Der Hersteller muss seine pflanzliche Vita-Margarine zurückrufen.

Glycidol in Margarine gefunden – Chemische Verbindung ist krebserregend und kann das Erbgut schädigen

Wie der Hersteller erklärt, wurde in der vom Rückruf betroffenen Ware Glycidol nachgewiesen – für Menschen kann der Verzehr nach einiger Zeit gefährlich sein. Schließlich stuft die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Glycidol als potenziell krebserregend und erbgutschädigend ein.

Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) rät vom Verzehr von Produkten ab, die wegen Glycidol-Befunde zurückgerufen werden müssen. Denn die chemische Verbindung reize „stark die Schleimhäute und die Haut“ und verursache zudem „bei Kontakt durch Verletzung der Hornhaut schwere Augenschäden“.

Gefährlicher Inhalt in Margarine führt zu Rückruf – Konsumenten können schwer erkranken

Außerdem könne das zentrale Nervensystem stimuliert werden, eine Depression sei die mögliche Folge. Bei Tierversuchen stellten Wissenschaftler fest, dass die Aufnahme der chemischen Verbindung unter anderem auch zu verminderter Fruchtbarkeit und gar zur Unfruchtbarkeit führen könne.

Vor allem bei der Herstellung von Palmöl-Produkten können unerwünschte Stoffe in den Produkten entstehen. Laut der Wissenschaftssendung „Quarks“ wird Palmöl in der Regel bei großer Hitze mit Wasserdampf behandelt. Doch während dabei unangenehme Geschmacks- und Geruchsstoffe verschwinden, entstehen auch chemische Verbindungen wie unter anderem Glycidol.

Eine Margarine muss aus dem Supermarkt-Regal verschwinden – wegen eines gefährlichen Befundes.

Hersteller bittet um Rückgabe und verspricht Erstattung – nicht nur Verbraucher in NRW betroffen

Glycidol-Fettsäureeste könnten laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) „prinzipiell in allen Lebensmitteln enthalten sein, die raffinierte pflanzliche Fette und Öle enthalten“. Die höchsten Gehalte seien bislang in raffiniertem Palmöl gemessen worden.

Wenig überraschend rät der Hersteller dringend vom Verzehr der zurückgerufenen, pflanzlichen Margarine ab. Vom Rückruf betroffen sind neben Nordrhein-Westfalen auch Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Kunden, die im Besitz des Produkts sind, können es im Gronauer Supermarkt zurückgeben.

Dort werde der Kaufpreis erstattet, versichert die Nergiz Großmarkt GmbH – auch wenn die Margarine bereits angebrochen sei. Der Hersteller bedauere nach eigenem Bekunden den Vorfall und entschuldigt sich bei allen Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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