Nicht das erste Mal

Rückruf von Müsli-Riegeln wegen „analytischen Auffälligkeiten“

Zwei Fitnessriegel sind von einem Rückruf betroffen. Der Hersteller Seitenbacher verweist auf einen gefährlichen Inhaltsstoff.

NRW – Fitnessriegel sind vor allem für Sportler ein leckerer Snack für zwischendurch. Doch nun muss das deutsche Lebensmittelunternehmen Seitenbacher, das bei einem Müslis-Test zuletzt gleich mehrfach krachend durchgefallen ist, für jeweils zwei Riegel-Sorten einen Rückruf einleiten. Dabei handelt es sich um zwei alte Bekannte.

Seitenbacher GmbH & Co. KG Naturkostdeutsches Lebensmittelunternehmen
SitzBuchen (Baden-Württemberg)
Gründung1980

Hersteller Seitenbacher muss schon wieder zwei Fitnessriegel zurückrufen

Um sich mit den wichtigen Makronährstoffen, das sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße, zu versorgen, greifen Sportbegeisterte gerne zu sogenannten Fitnessriegeln. Auch die Firma Seitenbacher stellt verschiedene Riegel her und musste bereits im Sommer 2021 zwei Fitnessriegel wegen besorgniserregender Befunde aus dem Verkehr ziehen.

Die damals vom Rückruf betroffenen Riegel müssen nun schon wieder aus den Verkaufsregalen von Rewe und Co. verschwinden:

  • 1. Seitenbacher Fitness Riegel ohne Schokolade, EAN: 4008391213753
  • 2. Seitenbacher Fitness Riegel mit Schokolade, EAN: 4008391213852
Seitenbacher ruft zwei Fitness-Riegel zurück.

Fitnessriegel-Rückruf bei Seitenbacher: Inhaltsstoff könnte Gesundheit schädigen

Wie das Unternehmen in seiner Pressemitteilung zum Rückruf am Montag (24. Oktober) erklärt, habe es bei ersten Analysen Auffälligkeiten gegeben. Demzufolge sei möglicherweise der Stoff 2-Chlorethanol in den beiden Riegelsorten der entsprechenden Chargen enthalten.

Der Stoff ist ein Abbauprodukt von Ethylenoxid, so Seitenbacher weiter. Die Verbraucherzentrale Hamburg stuft das Desinfektionsmittel Ethylenoxid als krebserzeugenden und erbgutverändernden Stoff ein. Seit 1981 ist es deutschlandweit in Lebensmitteln verboten.

Ethylenoxid in Lebensmitteln deutschlandweit seit 1981 verboten

Seitenbacher zufolge warte man „noch auf weitere Analysen, um genauere Details zu erfahren“. Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes wurde der Rückruf jedoch umgehend eingeleitet und die zwei Fitnessriegel-Sorten aus dem Verkauf genommen.

Mit 2-Chlorethanol ist jedenfalls nicht zu spaßen. Wie der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure (BVLK) Deutschlands erklärt, handelt es sich bei dem Stoff um „ein gefährliches Gift“. Sowohl Hautkontakt, wodurch es sogar mehrfach zu Todesfällen gekommen sei, als auch Kontakt mit den Dämpfen oder der Flüssigkeit müsse „unbedingt vermieden werden“.

14 Bundesländer vom Seitenbacher-Rückruf betroffen

Die Dämpfe von 2-Chlorethanol können dem Verband zufolge die Augen und auch die Atemwege reizen. Dadurch werde das Zentralnervensystem gelähmt, auch die Leber und die Niere würden beschädigt.

Kundinnen und Kunden, die im Besitz der vom Rückruf betroffenen Fitnessriegel sind, sollten diese auf keinen Fall mehr essen. Der Rückruf betrifft insgesamt vierzehn Bundesländer, darunter auch Nordrhein-Westfalen. Immerhin seien laut Seitenbacher alle anderen Produkte aus dem Sortiment von der vorsorglichen Maßnahme nicht betroffen.

Fitnessriegel enthalten alle wichtigen Makronährstoffe.

Hersteller bittet Kundschaft um Entschuldigung und verspricht Entschädigung

Das Lebensmittelunternehmen entschuldigt sich bei den Verbrauchern und bittet die Käufer des zurückgerufenen Produkts:

  • 1. Ein Bild vom Riegel an verbraucherservice@seitenbacher.de zu schicken. Wer Fragen hat, kann sie auch an diese Mail-Adresse schicken.
  • 2. In der Mail seine Kontaktdaten anzugeben.
  • 3. Anzugeben, wie man entschädigt werden will: Entweder per Gutschein für den Online-Shop oder mit Geld.
  • 4. Den Riegel entweder zu entsorgen oder per Post an Seitenbacher zu schicken (Das Porto soll erstattet werden).

Wann genau der gefährliche Stoff in den Riegeln entdeckt wurde, erklärt Seitenbacher in dem Rückruf nicht.

Rubriklistenbild: © Antonio Guillen Fernández/Imago

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