Produkt bereits seit März im Verkauf

Rückruf von Tiefkühl-Lebensmittel: Hersteller warnt vor Gefahr einer „Überdosis“

Ein TK-Produkt eines großen Lieferanten wird derzeit zurückgerufen. Es sollte nicht mehr verzehrt werden. Die Tiefkühlware wurde auch in NRW verkauft.

Deutschland – Ein großer Lieferant ruft aktuell ein tiefgekühltes Fischprodukt zurück. Das Brisante: Die betroffene Ware ist bereits im Zeitraum zwischen März und Juli vertrieben worden.

Unternehmen All-Fish Handelsgesellschaft mbH
Adresse Eckernförder Str. 313, 24119 Kronshagen
Schwerpunkt Distribution von tiefgekühlten Fischprodukten
Tätig seit 1995

Fischlieferant ruft TK-Produkt zurück – Produkt kam in vielen Bundesländern in den Handel

Zurückgerufen wird ein Fischprodukt der All-Fish Handelsgesellschaft mbH. Es ist vor allem über den Großhandel in den Vertrieb gekommen. Und zwar in folgenden Bundesländern: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben nationale und internationale Kunden. Sie kommen aus dem Großhandel, der verarbeitenden Industrie, aber auch dem Lebensmitteleinzelhandel.

Rückruf von Fischprodukt – unzulässige Menge an Antibiotika nachgewiesen

Der Händler ruft das TK-Produkt über das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz zurück. Bei einer Probe ist laut der All-Fish Handelsgesellschaft mbH festgestellt worden, dass die zulässige Höchstmenge von Rückständen eines Antibiotikums überschritten wurde.

Rückruf von TK-Fischprodukt – diese Garnelen sind betroffen

Vom Rückruf betroffen ist der Artikel „TK- Garnelen-Spieße, 800g netto“:

  • Artikel: TK-Garnelen-Spieße
  • Inhalt: 800g netto
  • Los Nummer L 1/20/F-16-ALL-FISH VN016II001
  • MHD bis Ende 2022
  • EU-Zulassungsnummer DL 16 – Vietnam 
  • Vertrieb: März bis Juli 2020

Die All-Fish Handelsgesellschaft verweist darauf, dass ausschließlich das Produkt (Beschreibung wie oben) betroffen sei. Andere Mindesthaltbarkeitsdaten, Losnummern und vergleichbare Artikel von anderen Lieferanten sind demnach nicht verunreinigt.

Höchstwert für Antibiotika in Produkt überschritten – das sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ist das Risiko von Verbrauchern durch den Verzehr von Lebensmitteln durch Antibiotikarückstände grundsätzlich gering. Allerdings nur, wenn die zulässigen Rückstandhöchstmengen nicht überschritten werden. Werden die Höchstmengen überschritten, wie in diesem Fall, darf das Lebensmittel nicht verkauft werden bzw. muss zurückgerufen werden.

Laut Bundesinstitut kann man noch nicht abschätzen, „in welchem Umfang dieser Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zur Resistenzproblematik in der Humanmedizin beiträgt“. So könnten resistente Keime über Lebensmittel auch zum Verbraucher gelangen.  Um die Zunahme von Antibiotika-Resistenzen aufzuhalten, sollte der Antibiotika-Einsatz nach Auffassung des BfR daher unbedingt begrenzt werden.  

Überschreitung von Höchstmengen für Antibiotika – laut Experten „äußerst selten“

Die Verbraucherzentrale warnt, dass der Einsatz von Antibiotika „zu einem ernsten Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier“ werden kann. Denn Erkrankungen, die durch resistente Keime verursacht werden, seien mittlerweile bereits deutlich schwieriger zu behandeln – teilweise sogar gar nicht mehr.

Dass Höchstmengen an Antibiotika-Rückständen in Lebensmitteln überschritten werden, sei aufgrund der strengen Regeln aber „äußerst selten.“ Darauf verweisen sowohl die Verbraucherzentrale als auch das BfR. Denn die Kontrollen verhinderten, dass Fleisch, Eier oder Garnelen gesund­heits­kritisch belastet würden. Die zuständigen Bundesbehörden sähen daher kein gesundheitliches Risiko für Verbraucher durch Antibiotikarückstände in Lebensmitteln.

Beispielsweise müssen Landwirte nach der Gabe von Arznei­mitteln zunächst mit dem Verkauf warten. Erst nach Prüfungen und wenn bestimmte Höchst­mengen für Antibiotikarück­stände nicht über­schritten sind, dürfen solche Tiere auf den Markt kommen.

Höchstmenge an Antibiotikarückständen überschritten – Produkte nicht mehr verzehren

Offen bleibt, inwieweit eine Gesundheitsgefahr für Verbraucher besteht, wenn sie Lebensmittel verzehren, bei denen doch eine unzulässige Menge an Antibiotika nachgewiesen wurde. Die All-Fish Handelsgesellschaft macht im vorliegenden Fall auch keine konkreten Angaben zur Höhe der Überschreitung. Ebenso ist unklar, um welches Antibiotikum es sich handelt.

Das TK-Produkt wurde aber zum „vorbeugenden Verbraucherschutz“ aus dem Handel genommen. Kunden können die Ware in den Verkaufsstätten zurückgeben.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa, All-Fish Handelsgesellschaft; Collage: RUHR24

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