Auch Edeka betroffen

Dringender Rückruf wegen krankmachenden Bakterien: Fisch bloß nicht essen

Die Anker GmbH Fisch- und Feinkostfabrik hat einen Rückruf ausgerufen. In einer Fisch-Spezialität wurden Salmonellen nachgewiesen.

Dortmund – Salmonellen sind häufig der Grund für einen Rückruf. Zuletzt wurden die krankmachenden Bakterien in Süßigkeiten und in einem Gewürz bei Dm nachgewiesen. Am Dienstag (10. Januar) hat nun das nächste Unternehmen aufgrund von Salmonellen einen Rückruf gestartet. Es geht um „Hering in Gelee“.

Rückruf von Fisch wegen Salmonellen – Stichproben mit unterschiedlichem Ergebnis

Die Anker GmbH mit Sitz im Mecklenburg-vorpommerschen Dassow gibt an, dass im Rahmen von einer betrieblichen Eigenkontrolle festgestellt wurde, dass eine einzelne Charge des Fisches mit Salmonellen verunreinigt ist. Man habe umgehend auf den Fund reagiert und die zuständigen Behörden informiert.

Diese hätten ebenfalls Proben der betroffenen Charge genommen und auf die Bakterien hin überprüft. Aber: Das Amt für Lebensmittelsicherheit habe keine Salmonellen bei dem „Hering in Gelee“ nachweisen können. Die Anker GmbH habe sich dennoch entschieden, einen Rückruf zu veranlassen, da man stets höchste Standards bei der Qualitätssicherung setze, teilt das Unternehmen mit.

Fisch-Rückruf wegen Bakterien – Unternehmen nimmt Hering aus dem Verkauf

Das Unternehmen, das vor allem den Fischfach- und Lebensmittelgroßhandel, die Gastronomie sowie den Einzelhandel mit verarbeiteten Fischprodukten beliefert, gibt folgende Details zu der Produktwarnung gekannt:

  • Produkt: „Anker Hering in Gelee“
  • Inhalt: 200 Gramm
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 06.04.2023
  • Los-Kennzeichnung: EAN 4004702360000
Dieser „Hering in Gelee“ wird zurückgerufen. Vermutlich wurde er bei Edeka verkauft.

Die Anker GmbH betont ausdrücklich, dass nur die genannte Charge mit dem entsprechenden Mindesthaltbarkeitsdatum von dem Rückruf betroffen sei. Alle anderen „Hering in Gelee“-Angebote sowie andere Produkte des Unternehmens könnten bedenkenlos gegessen werden.

Fisch-Rückruf im Supermarkt: Edeka betroffen

Laut Unternehmensangaben soll der Fisch im Einzelhandel vertrieben worden sein. In welchen Supermärkten und Dicountern der Hering aber im Regal lag, gibt die Anker GmbH nicht an. RUHR24-Recherchen ergaben, dass das von dem Rückruf betroffene Produkt unter anderem bei Edeka angeboten wird.

Da Edeka aber häufig von Filiale zu Filiale ein unterschiedliches Sortiment hat, kann es sein, dass der Rückruf nicht deutschlandweit gültig ist. Der Supermarkt selbst gibt auf seiner Webseite bislang keine Informationen dazu bekannt.

Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurde das Produkt in folgenden Bundesländern verkauft: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Kunden, die in jüngster Zeit Hering gekauft haben, sollten also unbedingt nachsehen, ob ihr Fisch von dem Verkaufsstopp betroffen ist.

Rückruf wegen Salmonellen – üble Symptome drohen

Sie sollten die Spezialität auf keinen Fall verzehren, denn mit Salmonellen ist nicht zu spaßen. Typische Symptome einer Salmonellose – so nennt sich die Krankheit, die durch die Bakterien ausgelöst wird – sind plötzlicher Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein und gelegentlich auch Erbrechen. Auch leichtes Fieber kann auftreten.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bricht die Erkrankung 6 bis 72 Stunden nach der Infektion aus, meistens nach 12 bis 36 Stunden. Das Fiese: Selbst nach Abklingen der Symptome können Erwachsene noch bis zu einem Monat ansteckend sein. Bei einer möglichen Infektion sollte man im Anschluss daher besonders auf hygienische Maßnahmen in der Küche und im Haushalt achten.

Normalerweise klingen die Beschwerden innerhalb weniger Tage von alleine wieder ab. Ist das jedoch nicht der Fall, sollten betroffene Personen unbedingt einen Arzt aufsuchen und diesen auf eine mögliche Salmonellen-Infektion hinweisen. Auch Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem können laut dem RKI schwere Krankheitsverläufe entwickeln, weshalb sie besonders aufpassen müssen. Der Verband der Lebensmittelkontrolleure spricht sogar von einer „nicht zu unterschätzenden Gesundheitsgefahr für Verbraucher“. 

Fisch-Rückruf wegen Salmonellen – das müssen betroffene Kunden jetzt wissen

Wie bei Rückrufen üblich, können betroffene Verbraucher den Fisch im Einzelhandel zurückgeben. Sie sollten auch ohne Vorlage des Kassenbons den Einkaufspreis erstattet bekommen. Die Anker GmbH teilt mit, dass man derzeit nach den Hintergründen für die Salmonellen-Verunreinigung suche. Sobald dazu neue Informationen vorliegen würde, wolle man die Öffentlichkeit informieren.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Supermarkt

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