Salziger Alptraum

Rückrufaktion von Chips: Betroffene Produkte sofort umtauschen

Derzeit erreicht deutsche Knabberfreunde nahezu täglich eine Rückrufmeldung nach der anderen. Nun werden die nächsten Chips aus dem Verkehr gezogen.

NRW – Chips-Fans aufgepasst! Wer sich für einen gemütlichen Fernsehabend bereits allerlei leckere Knabbereien zur Seite gelegt hat, sollte bei bestimmten Produkten Vorsicht walten lassen. Nachdem sich die Ereignisse in den vergangenen Tagen und Wochen bereits überschlagen hatten, ist nun ein weiterer Rückruf zweier Artikel eingeleitet worden.

PflanzeninhaltsstoffeTropanalkaloide
VorkommenAckerunkräuter
FamilieNachtschattengewächse

Rückruf: Tortilla-Chips werden derzeit überall aus dem Verkehr gezogen

Bereits vor einigen Wochen musste die Firma Alnatura zwei Sorten Tortilla-Chips zurückrufen. Erst kürzlich wurde der Rückruf erweitert, neben „Mais-Chips Natur“ und „Mais-Chips Paprika“ sind neuerdings auch „Maisröllchen“ betroffen.

Einmal in Gang gesetzt, musste mit „Trafo“ das nächste Unternehmen nachziehen und ebenfalls drei Sorten Tortillas aus dem Verkehr ziehen. Der großangelegte XXL-Rückruf von Tortilla-Chips hat mittlerweile dramatische Ausmaße angenommen.

Chips-Rückruf: Handelskette Dennree folgt Alnatura, Trafo und Rossmann-Eigenmarke

Denn auch die Drogeriemarktkette Rossmann blieb von der Rückruf-Welle nicht verschont. Das Unternehmen musste jüngst wegen drohender Vergiftungen zwei Sorten Bio-Tortilla Chips zurückrufen.

Zu allem Überfluss hat nun auch die aus Töpen bei Hof stammende Großhandelskette Dennree für zwei Sorten Tortilla-Chips vorbeugend einen Rückruf eingeleitet. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) handelt es sich um die folgenden Produkte:

  • Hersteller/Inverkehrbringer: dennree GmbH
  • Produkte: „dennree Tortilla Chips gesalzen“ und „dennree Tortilla Chips Paprika“
  • Verpackungseinheit: 125 Gramm
  • Betroffene Chargen: Laut Pressemitteilung die gesamte noch haltbare Ware
  • Verkaufsorte: Denns BioMarkt und ausgewählte Naturkostfachmärkten

Rückruf: Giftige Tropanalkaloide gelangen durch Ernte von Getreide und Mais in Lebensmittel

Alle aufgezählten Rückrufe von Bio-Tortilla-Chips eint die Gefahr einer Vergiftung durch den Verzehr. Sogenannte Tropanalkaloide, die den Pflanzen zur Abwehr von Fressfeinden dienen, sind laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zwar natürliche Pflanzeninhaltsstoffe.

Allerdings ist die Aufnahme der beiden Tropanalkaloide Atropin und Scopolamin für Knabberfreunde alles andere als ungefährlich. Diese Giftstoffe werden als unerwünschte Beikräuter häufig während der Ernte versehentlich miterfasst und gelangen so in Nahrungsmittel, die aus bestimmten Getreiden oder Mais hergestellt werden. Dazu zählen auch die bei Chips-Fans so beliebten Tortilla-Chips.

Rückruf: Verzehr von Tortilla-Chips kann zu Übelkeit, Benommenheit und Kopfschmerzen führen

Sobald Atropin und Scopolamin in den Körper gelangen, beeinflussen sie in bereits geringen Mengen laut dem LGL die Herzfrequenz und das zentrale Nervensystem. Daraufhin könne es zu Symptomen wie „Benommenheit, Kopfschmerzen und Übelkeit“ kommen.

Wie Produktwarnungen erklärt, hätten Tropanalkaloide allerdings keine Langzeitwirkungen. Bei den aufgezählten Symptomen handele es sich um vorübergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Besonders gefährdet seien laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Kleinkinder, Säuglinge und Menschen mit Herzproblemen. Der Großhändler Dennree rät in seiner Pressemitteilung vom Verzehr der Ware ab, „da eine potenzielle Gesundheitsgefahr nicht ausgeschlossen werden“ könne.

Auch diese Tortilla-Chips sind von der Rückruf-Welle betroffen.

Rückruf bei Dennree: Fast ganz Deutschland ist vom Chips-Rückruf betroffen

Verbraucherinnen und Verbraucher, die betroffene Produkte zu Hause hätten, sollten diese „in die Verkaufsstelle zurückbringen, in der sie es erworben haben“. Der Kaufbetrag werde auch ohne Vorlage eines Kassenbelegs erstattet, versichert das Unternehmen. Abgesehen von Brandenburg gilt der Rückruf deutschlandweit.

Produktwarnung attestiert Dennree eine umfangreiche und vorbehaltlose Aufklärung des Endkunden über den gefährlichen Befund. So sei gewährleistet worden, „dass möglichst viele Endverbraucher“ über den Rückruf informiert wurden.

Rubriklistenbild: © Jakub Porzycki/Imago

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