Hersteller vergisst wichtiges Detail

Rückruf von süßem Snack: Warnung - fehlende Kennzeichnung ist Gefahr für Allergiker

Ein Hersteller ruft aktuell eine Süßware zurück. Das betroffene Produkt kann für Allergiker zur Gefahr werden, denn der Allergenhinweis wurde vergessen.

Deutschland – Das Portal Lebensmittelwarnungen.de der Bundesländer und des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert über den Rückruf eines Süßwaren-Artikels mit mehreren verschiedenen Mindesthaltbarkeitsdaten. Für Allergiker droht bei Verzehr Gesundheitsgefahr.

Bundesamt für Verbraucherschutz und LebensmittelsicherheitBundesoberbehörde
Gründung2002
BehördenleitungFriedel Cramer, Präsident

Rückruf von Süßigkeit: Gefahr für Allergiker droht

Die betroffene Pestil-Süßware war deutschlandweit im Handel. Sie wurde in folgenden Bundesländern verkauft: Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Die Ciloglu Handels GmbH teilt in ihrem Rückruf mit, dass die betroffenen Produkte Spuren von Erdnüssen enthalten können, die entsprechende Allergenkennzeichnung aber fehlt. Erdnuss-Allergiker sollten das Produkt daher auf keinen Fall verzehren. Die zurückgerufene Ware kann auch ohne Kassenbon in den Verkaufsstellen zurückgegeben werden.

Rückruf von Pestil-Süßware wegen fehlender Kennzeichnung – dieses Produkt ist betroffen

Beim dem zurückgerufenen Produkt handelt es sich um das folgende:

  • Produkt: Pestil-Süßware 
  • Artikelbezeichnung: Findikli Pestil 12X300GR
  • Mindesthaltbarkeitsdaten: 12.02.2021, 20.04.2021, 01.07.2021 14.08.2021, 07.10.2021, 07.11.2021
  • Artikelnummer: 0147101
  • Barcode: 8697436552764

Pestil ist eine traditionelle, türkische Spezialität und besteht aus getrockneten Früchten. Wer der türkischen Sprache mächtig ist, wird mit einer Nussallergie wohl bei diesem Produkt ohnehin nicht auf die Idee kommen, es zu verzehren. Denn „Findikli“ bedeutet „Nuss“.

Für deutschsprachige Verbraucher wäre der Allergen-Hinweis dennoch wichtig. Zudem sind Erdnussallergiker auch nicht zwangsläufig gegen jede Sorte Nüsse allergisch, da Erdnüsse botanisch zu den Hülsenfrüchten gehören – nicht zu den Schalenfrüchten.

„Kann Spuren von Nüssen enthalten“ – für Allergiker ein wesentlicher Hinweis

Allergenkennzeichnungen sind per Gesetz festgelegt. Vergessen die Hersteller diesen Hinweis, müssen sie die Produkte zurückrufen. Erst kürzlich kam es zu einem Rückruf von Tee bei dm wegen falscher Auszeichnung (alle Rückrufe und Warnungen auf RUHR24.de).

Nach europäischem Lebensmittelrecht müssen auch alle Lebensmittel, die Erdnüsse enthalten, entsprechend gekennzeichnet werden. Wenn das Produkt keine Nüsse enthält, sondern nur im Laufe seiner Herstellung mit Nüssen in Kontakt gekommen sein kann, wird das über den Hinweis „kann Spuren von Nüssen enthalten“ gekennzeichnet.

Dieser ist grundsätzlich freiwillig, die meisten Hersteller halten sich aber daran. Denn Nussallergiker müssen auch solche Produkte meiden und sind daher auf entsprechende Hinweise angewiesen.

Erdnussallergie durch Lebensmittel – diese Symptome sind möglich

Eine Erdnussallergie kann individuell unterschiedlich sein. Sie kann leichte, aber auch sehr schwere Symptome auslösen. Die Symptome treten meist schon nach wenigen Minuten auf. Zu den Beschwerden zählen Schwellungen in Mund- und Rachenraum, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall.

Auch Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötungen oder Nesselsucht sind möglich. Im schlimmsten Fall kann es zu einem anaphylaktischen Schock mit Atemnot und Kreislaufstillstand kommen.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa, Markus Scholz/dpa, Collage: RUHR24

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