Ganz ohne Farbstoffe

Rosa Schokolade: Was die neue Sorte Ruby so besonders macht

Schokoplättchen aus Ruby-Schokolade in Schüssel Kakaobohnen
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Ruby-Schokolade: Die Süßigkeit ist im Trend – was daran so besonders ist

Schokolade in zartem Rosa: Die Ruby-Variante ist im Trend – und das nicht nur bei Schoko-Fans. Das Verblüffende ist, sie kommt ohne Farbstoffe aus.

Nordrhein-Westfalen - Als das belgisch-schweizerische Unternehmen Barry Callebaut 2017 die erste Ruby-Schokolade in Shanghai präsentierte, war das Produkt eine echte Weltneuheit. Schokolade in Pink – das hatte es bis dato nicht gegeben. Für den Hersteller sogar die „ungewöhnlichste Schokoladenentdeckung seit 80 Jahren“.

Während die erste „Ruby-Schokolade Ruby RB1“ ausschließlich für Chocolatiers und Konditoren bestimmt war, ist sie mittlerweile auch in Deutschland im Einzelhandel erhältlich. Zahlreiche Hersteller sind dem Trend gefolgt – und bieten verschiedenste Schokoladenprodukte in Zart-Pink an. Auch ganz normale Schoko-Tafeln gibt es in der Ruby-Variante.

Unternehmen Barry Callebaut
CEO Antoine de Saint-Affrique
Umsatz 7,3 Mrd. CHF
Hauptsitz Zürich, Schweiz
Gründer Klaus J. Jacobs
Gründung 1996

Ruby-Schokolade bei Stiftung Warentest – das sagen die Produkttester

Stiftung Warentest hat nun drei dieser Ruby-Tafeln im Schnelltest geprüft. Die Produkttester verweisen beim Test zunächst darauf, dass Ruby-Schokolade streng genommen nicht als Schokolade bezeichnet werden darf. Sie werde zwar aus Kakaobohnen hergestellt, diese würden aber nicht geröstet. Dennoch sei Ruby mit anderen Sorten im Test vergleichbar. Das sind die Test-Ergebnisse:

  • Testsieger ist HEILEMANN mit seiner Ruby-Tafel. (Heilemann Confiserie Ruby Chocolate Pur; Inhalt: 80 Gramm. Preis: ca. 4,35 Euro je 100 Gramm.) Einfache Begründung: Von den drei getesteten schmeckt diese Schokolade am besten.
  • Auf Platz zwei landet Hussel (Hussel Taste Ruby­; Inhalt: 80 Gramm. Preis: ca. 6,00 Euro je 100 Gramm.). Sie konnte geschmacklich ebenfalls überzeugen, wies allerdings im Test den höchsten Gehalt an Mosh auf. Dieses Mineralöl gilt zwar nicht als nicht gesundheitsgefährdend, der Wert sei aber hier deutlich zu hoch.
  • Nicht überzeugen konnten die Schogetten (Schogetten Pure Ruby Pieces­Inhalt: 33 Gramm. Preis: ca. 3,30 Euro je 100 Gramm.). Hauptkritikpunkt: Der Geschmack sei lediglich „befriedigend“, sie schmeckten nach Milchpulver, viel zu süß und irgendwie fettig.
Ruby-Schokolade: Der Testsieger von Heilemann

Anzumerken ist, dass die Stiftung Warentest ihren Schnelltest auf drei Tafeln beschränkt – die Auswahl aber deutlich größer ist. Insbesondere im Internet (z. B. Amazon) findet man zahlreiche Schoko-Produkte mit Ruby-Kakaobohnen. Auch der Erfinder Callebaut war im Test nicht dabei – die Produkte kann man aber sogar über real.de kaufen.

Rote Kakaobohnen – das Geheimnis hinter der Ruby-Schokolade

Anders als man es von den meisten farbigen Süßigkeiten kennt, erhält diese Schokoladensorte keine künstlich zugeführten Farbstoffe. Aber wie wird sie dann rosa? Ganz einfach: Das Geheimnis liegt in einer neuen Sorte von Kakaobohnen. Verantwortlich für das Rosa sind besondere rubinrote Kakao­früchte aus Ecuador, Brasilien und der Elfen­beinküste.

Aus purem Zufall entdeckten die Experten von Callebaut diese Sorte – mehr als 13 Jahre haben sie am Endprodukt experimentiert. Grundsätzlich ist jede Kakaobohne nach der Ernte leicht rötlich. Ruby-Bohnen haben aber eine besonders intensive Farbe und sind auch sonst etwas anders beschaffen – quasi eine Laune der Natur. Durch Fermentieren und Röstung würden aber auch Ruby-Bohnen braun. Daher werden sie weder fermentiert noch geröstet. So bleibt die rötliche Farbe erhalten. Die Herstellung ist aufwendig, da die Bohnen empfindlicher sind.

Rosa Schokolade im Trend – Wie schmeckt die eigentlich?

Ruby-Schokolade schmeckt deutlich weniger schokoladig als braune Sorten oder Bitterschokolade. Sie ist eher mit weißer Schokolade vergleichbar, da sie ebenfalls süßer ist. Laut Stiftung Warentest enthält sie im Vergleich zu Bitterschokolade auch mehr Zucker – Erstere kommt auf rund 30 Prozent, Ruby auf 50 Prozent. Allerdings enthält herkömmliche Milchschokolade ebenfalls um die 50 Prozent Zucker – einige Sorten sogar mehr.

Der Geschmack ist eine Mischung aus fruchtig und süß – mit einem frischen, säuerlichen Touch. Dieser charakteristische Geschmack wird laut Stiftung Warentest bei den getesteten Tafeln durch Zitronensäure intensiviert. Viele vergleichen ihn mit Himbeeren. Für alle, die es süß und fruchtig mögen, ist die Ruby-Sorte damit eine ausgefallene Alternative zu „normaler“ Schokolade.

Ruby-Schokolade – mit ihrer rosa Farbe ein Hingucker auf Torten und Plätzchen

Ob man sie mag oder nicht: Ruby-Schokolade ist auf jeden Fall ein Eyecatcher. Mit ihrer zartrosa Farbe hat sie vor allem viele weibliche Fans. Jetzt zur Weihnachtszeit sind diese Schokoerzeugnisse ein hübsches Mitbringsel.

Die rosa Schokolade lässt sich auch wunderbar zum Dekorieren von Gebäck verwenden. So gibt es beispielsweise rosa Kuvertüre, die Torten und Plätzchen zu kleinen Kunstwerken macht. Auch Motivschokolade ist erhältlich. Mit Blüten aus Ruby-Schokolade lassen sich zum Beispiel schöne Kuchen verzieren. Übrigens: Zu Weihnachten findet man sogar einen rosa Weihnachtsmann – als Variante zum Klassiker von Milka.