Stiftung Warentest prüft

Rotkohl im Test: Sieger mit überraschendem Ergebnis – eine Sorte fällt durch

Dampfender warmer Rotkohl im Kochtopf.
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Rotkohl ist eine beliebte Beilage - nicht nur an Weihnachten.

Rotkohl ist im Herbst und Winter für viele eine beliebte Beilage. Stiftung Warentest hat das Rotkraut daher einem Test unterzogen. Die Ergebnisse.

Nordrhein-Westfalen - Langsam wird es kalt und ungemütlich draußen. Da kann man schon mal einen klitzekleinen Gedanken an Weihnachten verschwenden. Genauer gesagt das Weihnachtsmenü. Für viele gehört, ganz traditionell, auch Rotkohl auf den Tisch. Rotkohl hat gerade sogar Saison. Diesen Klassiker hat sich Stiftung Warentest nun genauer angeschaut - mit erschreckendem Ergebnis.

Rotkohl aus der Tiefkühltruhe, Glas oder Beutel ist nicht nur an Weihnachten ein Klassiker

Aber nicht nur an Weihnachten ist Rotkohl besonders beliebt, viele verbinden damit auch den Sonntagsbraten oder essen ihn einfach gerne zum Abendessen. Doch so wirklich Zeit für die aufwendige Zubereitung von Rotkohl haben wohl nur die wenigsten. Daher greifen viele auf Fertigprodukte zurück, die sich im Glas, in einem Beutel oder in der Tiefkühlabteilung finden lassen (alle Service-Artikel auf RUHR24).

27 Rotkohl-Produkte hat Stiftung Warentest, die kürzlich erst Oregano untersucht haben, nun überprüft - alle in einer Kostenspanne zwischen 8 und 57 Cent pro 100 Gramm. Doch nicht jedes Produkt kam bei den Mitarbeitern des Instituts gut an. Nur neun Apfelrotkohle und vier reine Rotkohle haben die Note „gut“ erhalten. Die Testsieger schmeckten demnach besonders aromatisch, ausgewogen und komplex würzig. Diese sind „Apfelrotkohl“ von Iglo (Note 1,7), „Apfelrotkohl“ von Edeka (Note 1,9) und „Apfelrotkohl“ von Eismann (Note 2,0). Über die Ergebnisse zum Rotkohl-Vergleich bei Stiftung Warentest berichtet auch Heidelberg24.

Rotkohl aus dem Glas mit besonders wenig Vitamin C

Doch das besondere an den Testsiegern: Sie stammen alle aus der Tiefkühltruhe. Der Grund für die gute Bewertung lässt sich vor allem in der Zubereitungsart finden. Die Tiefkühlware wird schonend gekocht. Das sorgt für einen intensiven Geschmack und einen hohen Gehalt an Vitamin C - bis zu 22 Milligramm pro 100 Gramm Rotkohl.

Video: Blaukraut oder Rotkohl? - Darin unterscheiden sich die beliebten Beilagen

Die fertigen Rotkohle im Beutel oder Glas haben eine noch schlechtere Bewertung bekommen. Jeder zweite Rotkohl aus dem Glas schmeckte den Testessen zu sehr nach Essig - obgleich der Essig zu Konservierungszwecken dient. Am schlechtesten schmeckte den Testern den „Delikatess Apfelrotkohl“ vom Discounter Penny (Note: 4,0). Aber auch aus einem anderen Grund, wird der Rotkohl im Glas oder aus dem Beutel nicht empfohlen: Im Gegensatz zu dem Tiefkühl-Gericht, weist der fertige Rotkohl wenig bis gar kein Vitamin C auf.

Rotkohl: Viele gesunde Stoffe, wenig Zucker

Doch auch bei dem fertigen Rotkohl gab es einige kleine Überraschungen. So konnte der „Rotkohl mit Apfelstückchen“ von HAK (Note 2,1) und „Bio Rotkohl“ von Alnatura (Note 2,1) überzeugen. Den letzten Platz auf dem Treppchen sicherte sich „Bio Apfelrotkohl“ von Rewe mit einer Note von 2,3.

Doch Rotkohl kann auch richtig gesund sein. Das Kraut enthält allen voran Glucosinolate und Anthocyane. Ihnen wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Und noch eine gute Nach­richt: ­Pestizidrückstände, Nitrat oder Keime waren bei keinem Produkt ein Problem. Doch Achtung vor Zucker, denn Rotkohl ist gesüßt. Kein Produkt ist den Testern für übermäßig viel Zucker aufgefallen, dennoch ist der weiße Stoff enthalten. Wer auf eine gesunde Variante umsatteln will, sollte daher den Rotkohl selber machen.