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Öko-Test nimmt rote Linsen unter die Lupe: Neun Produkte überzeugen – andere erschrecken

Öko-Test hat sich Linsen vorgeknöpft. Die Ergebnisse des Tests sind überraschend positiv. Neunmal wurde die Note „sehr gut“ vergeben. Einige enthalten aber Pestizide.

Dortmund – Rote Linsen sind wahre Alleskönner: Sie sind wichtige Eiweißlieferanten und stecken voller Vitamine und Mineralstoffe. Kein Wunder also, dass sie in vielen Küchen zum Einsatz kommen. Laut Öko-Test wurden bei Linsen allerdings in der Vergangenheit häufig Rückstände von Unkrautvernichtungsmitteln nachgewiesen. Das Verbrauchermagazin wollte testen, ob die Unternehmen nachgebessert haben.

OrganisationStiftung Warentest
Gründung:4. Dezember 1964, Berlin
CEOHubertus Primus (2. Jan. 2012–)
RechtsformSelbständige rechtsfähige Stiftung

Linsen im Test: Öko-Test hat 20 Sorten rote Linsen unter die Lupe genommen

Öko-Test hat für den Linsen-Test 20 unterschiedliche Rote Linsen eingekauft. Darunter zahlreiche Bioprodukte – unter anderem auch die Bio-Eigenmarken von Aldi, Dm, Rossmann, Edeka, Rewe und Kaufland. Ein Drittel der getesteten Linsen stammt von konventionellen Herstellern.

Öko-Test wollte wissen, ob in den Linsen Rückstände gesundheitsgefährdender Substanzen nachzuweisen sind. Ein unabhängiges Labor sollte die gekauften Produkte auf Pestizide wie Glyphosat und Glufosinat hin untersuchen, aber auch auf Mineralöl und Schwermetalle. (weitere Testberichte auf RUHR24.de)

Öko-Test prüft rote Linsen: Pestizide in allen konventionellen Produkten

Das erschreckende Ergebnis des Tests: In sämtlichen der konventionell angebauten roten Linsen wurden Rückstände von Pestiziden nachgewiesen, wie 24vita.de* berichtet. Entdeckt wurden beispielsweise Glyphosat und Glufosinat.

Glyphosat wurde in insgesamt sechs Produkten gefunden. Das Herbizid ist seit Langem stark umstritten. Die internationale Krebsforschungsagentur, die unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation steht, stuft es als „wahrscheinlich krebserregend“ ein.

Glyphosat und Glufosinat in roten Linsen: konventionelle Produkte sind belastet

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und auch das Bundesinstitut für Risikobewertung sehen hingegen keinen Verdacht. Allerdings sind die Forschungsergebnisse bislang widersprüchlich. In Deutschland wurden für den Einsatz von Glyphosat mittlerweile Höchstmengen festgelegt.

Das Herbizid Glufosinat ist hierzulande hingegen gänzlich verboten, denn es gilt zum Beispiel als fruchtbarkeitsschädigend. Das Unkrautbekämpfungsmittel wurde in drei Produkten nachgewiesen, deren enthaltene Linsen aus Kanada und der Türkei stammen. In diesen Ländern ist das Mittel noch erlaubt.

Rote Linsen im Öko-Test: Bio-Produkte liegen klar vorn

Richtig überzeugen können die konventionell angebauten Linsen daher nicht: Nur ein Produkt erhält die Note „gut“. Zwei Produkte rasseln mit „ungenügend“ sogar komplett durch. Diese enthalten gleich mehrere Pestizide und sind zudem auch noch mit Mineralöl belastet.

Sämtliche mit „sehr gut“ bewertete Linsen stammen aus ökologischen Anbau. Öko-Test verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Bio bei Linsen nicht gleich teuer heißt – preislich mache es keinen Unterschied, ob Bio oder nicht.

Öko-Test prüft rote Linsen: Aldi, Edeka und dm zählen zu den Gewinnern

Unter den neuen Gewinnern sind auch Discounter-Eigenmarken. Ein „sehr gut“ erhalten beispielsweise die folgenden Produkte:

Rote Linsen: Gesunde Eiweißlieferanten im Rahmen der veganen Ernährung

Grundsätzlich sind rote Linsen gesund, da sie viele Ballaststoffe und Spurenelemente enthalten. Empfehlenswert sind sie insbesondere für die vegane Ernährung, denn sie sind wichtige Eiweißlieferanten.

Gerade bei Veganern und Vegetariern sollten rote Linsen daher ruhig öfter mal auf dem Teller landen. Immerhin die Hälfte aller 20 getesteten Produkte ist im Öko-Test immerhin empfehlenswert. Generell gilt dabei: Man sollte bei Linsen auf Bio setzen. *24vita.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa; Öko-Test; Collage: RUHR24

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