Änderung für Kunden

Zahlen an der Kasse bei Rossmann funktioniert bald anders - der Grund sorgte schon für Furore

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Beim Einkaufen bei Rossmann soll sich in Zukunft für Kunden einiges ändern. Der Grund ist ein Vorfall, der in den vergangenen Wochen für Aufregung sorgte. 

  • Rossmann sorgte vor wenigen Wochen mit einem Rassismus-Vorfall für einen Skandal.
  • Jetzt zieht das Unternehmen daraus seine Konsequenzen.
  • Die Änderungen sollen Kunden in ganz Deutschland betreffen.

NRW - Wer mit Karte zahlt und die Summe mit einer Unterschrift verifiziert, muss auch damit rechnen, dass diese an der Kasse mit dem Personalausweis abgeglichen wird. Das wurde einer Kundin bei Rossmann allerdings zum Verhängnis. Das Unternehmen zieht nun die Konsequenzen, wie RUHR24.de* berichtet.

Unternehmen

Dirk Rossmann GmbH

Standort

Burgwedel

Mitarbeiter

56.000 (Stand 2018)

Gründer

Dirk Rossmann

Rassismus-Skandal für Rossmann sorgt für Furore - Zahlen soll zukünftig anders funktionieren

Hintergrund ist ein Vorfall in Berlin am 10. Juni dieses Jahres: Als eine junge Frau ihren Einkauf bei Rossmann mit EC-Karte zahlen wollte, wollte die Kassiererin ihren Ausweis abgleichen, wie unter anderem die BZ Berlin berichtet.

Die Daten stimmten überein, dennoch bezichtigte die Angestellte die Kundin des Diebstahls dieser Karte. Der Grund: Die junge Frau trägt einen typisch deutschen Namen und hat eine dunkle Hautfarbe. Zwei Faktoren, die aus Sicht der Kassiererin wohl nicht zusammenpassen (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de*). 

Nach Vorfall in Berlin: Rossmann zieht die Konsequenzen und ändert das Zahlen für alle Kunden

Noch am selben Tag machte die Kundin ihrem Ärger in einem mittlerweile weit verbreitetem Video nach dieser rassistischen Begegnung Luft, holte sogar die Polizei dazu. Weil aus Sicht der Kundin weder die Beamten noch die Filialleiterin den Vorfall ernst nahmen, sorgte dieser deutschlandweit für Furore und wurde besonders wegen der nur kurzen Zeitspanne nach dem Tod von George Floyd und den anschließenden Protesten in den USA scharf auf den sozialen Medien kritisiert.

Rossmann* als Unternehmen entschuldigte sich mit einem Statement auf den sozialen Medien bei der Kundin und bat sie um Kontaktaufnahme, um über den Vorfall zu sprechen. Die Konsequenzen aus der Begegnung in Berlin betreffen nun aber alle Kunden des Drogeriemarkts.

Einkauf an der Kasse zahlen: Änderungen bei Rossmann betreffen alle Kunden in Deutschland

Denn das Zahlen an der Kasse soll bei Rossmann in Zukunft anders ablaufen, als bisher, wie das Branchenmagazin Business Insider berichtet. Dann soll es für Kunden gar nicht mehr nötig sein, den Ausweis vorzeigen zu müssen, weil die Unterschrift elektronisch erfolgt.

Die bisher immer noch verbreitete Option, sich bei einer Kartenzahlung womöglich ausweisen zu müssen, entfällt in den Filialen von Rossmann, dessen Konkurrenz DM einen neuen Service anbietet*, damit endgültig. Wie das Unternehmen mitteilt, will es sich so vor weiteren Vorfällen dieser Art und rassistischen Anschuldigungen schützen.

Ab 2021 soll Kartenzahlung bei Rossmann auch ohne Personalausweis funktionieren.

Rossmann geht nicht auf Kritik der Kunden ein: Änderungen beim Zahlen an der Kasse nur eine Taktik?

Allerdings war es nicht die Frage nach dem Ausweis, die die Kundin in Berlin kritisierte, sondern die Unterstellung, die EC-Karte könne, trotz Vorzeigen des Personalausweises wohl kaum ihr gehören. Die

Entschuldigung von Rossmann auf Instagram wird auch von anderen Followern und Kunden bemängelt.

  • prinar.dgd schreibt: "Das Vorzeigen des Ausweises war ja auch nicht das, was Vanessa beklagt hat. Vielmehr ging es doch nach der Ausweisung darum, dass ihr vorgeworfen wurde, dass das nicht ihr Konto sein könne."
  • szn.xo meint: "Das Fehlen einer Unterschrift gibt den Mitarbeitern nicht das Recht die Kundin zu beleidigen."
  • eva93maria fragt: "Was passiert mit den zwei Mitarbeitern von euch?"
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In einer Berliner Filiale gab es am Dienstag vergangene Woche einen Vorfall, der zu Rassismus-Vorwürfen gegenüber zwei Kolleginnen geführt hat. Wir bedauern es sehr, was Frau H. in unserer Filiale passiert ist. Wir haben uns bereits am Donnerstagnachmittag direkt über ihren Instagram-Account per Direktnachricht persönlich an Vanessa H. gewandt und sie um ein Gespräch gebeten. Bisher haben wir keine Antwort von ihr erhalten. Das respektieren wir selbstverständlich. Fest steht: Auf Vanessa H.’s Girocard fehlte die Unterschrift. In diesem Fall muss jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter vorschriftsmäßig alle Kundinnen und Kunden bitten, den Ausweis zu zeigen. Das gilt für alle, für weiße oder Schwarze Deutsche, für Einheimische mit ausländischem Pass oder für Touristen: bei Rossmann soll jeder gleichbehandelt werden. Schließlich arbeiten bei uns 33.000 Menschen aus über 100 verschiedenen Ländern. Ohne alle Betroffenen an einen Tisch zu bekommen, lässt sich nicht 100% klären, welche Worte tatsächlich gefallen sind. Unser Ziel bleibt die vollständige Aufklärung. Unsere Einladung an Vanessa H. daran mitzuwirken, besteht unverändert. Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Der Rossmann Geschäftsführung und allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit denen wir gesprochen haben, tut es sehr leid, dass Vanessa H. in ihrer Würde beeinträchtigt wurde. Wir wünschen Vanessa H. und ihrem kleinen Sohn alles erdenklich Gute. Vanessa H. hat zweifelsohne Zivilcourage bewiesen und bereits Positives bewirkt: Wir werden unser gesamtes Rossmann-Team noch intensiver dafür sensibilisieren, jeder Form des Rassismus in Zukunft engagiert entgegenzutreten.

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Zahlen bei Rossmann: Änderungen treten Anfang 2021 in Kraft

Die Einrichtung des geplanten Bezahlsystems wird laut Rossmann, die bereits im Zuge der Coronavirus-Krise ihre Taktik ändern mussten*, voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wie der Tagesspiegel berichtet, zielt Rossmann darauf ab, die neue Variante spätestens bis zum Ende des Jahres in all seinen deutschen Filialen anzubieten. 

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Die Notwendigkeit, sich beim Zahlen mit einer EC-Karte bei der Drogeriekette ausweisen zu können, solle somit ab dem 1. Januar 2021 der Vergangenheit angehören. Ob das wirklich zu weniger rassistischen Vorfällen führen wird, wird sich zeigen. Die Option der digitalen Unterschriften ist bei Kunden allerdings auch nicht unumstritten. Ein weiterer Vorwurf der Kunden ist möglicherweise vorprogrammiert: Rossmann bekämpft hier nur die Symptome der rassistischen Begegnung. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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