Zahlen schießen in die Höhe

Corona-Zahlen in Deutschland: RKI prognostiziert extrem hohe Inzidenz-Werte nach Ostern

Das Robert Koch-Institut (RKI) wähnt Deutschland am Beginn der dritten Welle. Spätestens nach Ostern könnte es wegen B.1.1.7 ein böses Corona-Erwachen geben.

Berlin – Die mutierten Varianten des Coronavirus bereiten dem RKI Sorgen. Im aktuellen Lagebericht (12. März) stuft die Bundesbehörde drei Varianten als besorgniserregend ein – sogenannte Variants of Concern (VOC). Dazu gehören die Linie P.1, welche hauptsächlich im brasilianischen Bundesstaat Amazonas zirkuliert, die südafrikanische Variante B.1.351 und die als britische Mutation bekannte Variante B.1.1.7. Letztere befindet sich in Deutschland auf dem Vormarsch.

BundesoberbehördeRobert Koch-Institut (RKI)
Gründung1. Juli 1891
HauptsitzBerlin
PräsidentLothar H. Wieler

Coronavirus: Britische Mutation laut RKI in jeder zweiten Probe – Ausbreitung wird zum Problem

B.1.1.7 werde laut RKI aktuell in über 50 Prozent aller untersuchten Proben in Deutschland gefunden. Die erstmals in Großbritannien nachgewiesene Variante gilt als besorgniserregend, weil sie nach bisherigen Erkenntnissen ansteckender ist und vermutlich etwas schwerere Covid-19-Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten.

Immerhin: Anders als bei der südafrikanischen und der brasilianischen Variante, bei der noch keine verlässlichen Aussagen dahingehend getroffen werden können, scheinen die verfügbaren Coronavirus-Impfstoffe gegen B.1.1.7 gleichermaßen gut zu wirken. Dennoch wird die britische Mutation in Deutschland zunehmend zum Problem. Die RKI-Prognose für die Entwicklung der Pandemie bis zur ersten Woche nach Ostern ist düster. (alle Nachrichten zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de)

Wie aus den Daten des Lageberichts hervorgeht, steigt die Sieben-Tage-Inzidenz der Variante B.1.1.7 seit Kalenderwoche 2 exponentiell um 46 Prozent pro Woche an. Etwa alle zwölf Tage hat sich der Inzidenzwert der britischen Variante in Deutschland verdoppelt.

RKI versteckt düstere Corona-Prognose im Lagebericht – Fallzahlen an Ostern über Weihnachts-Niveau

Demgegenüber steht ein Rückgang der Sieben-Tage-Inzidenz aller übrigen Varianten um etwa 19 Prozent pro Woche. Da sich diese beiden Trends zurzeit überlagern, so das RKI, sei der Inzidenzwert in den vergangenen vier Wochen (Zeitraum vom 8. Februar bis zum 7. März) insgesamt nur langsam angestiegen.

Breitet sich B.1.1.7 weiterhin mit der bisherigen Geschwindigkeit aus, werde auch die Sieben-Tage-Inzidenz in den kommenden Wochen rasant ansteigen. Ab Kalenderwoche 14, also der Woche nach Ostern, rechnet das RKI mit Fallzahlen auf dem Niveau von Weihnachten 2020. Auch Intensiv-Ärzte schlagen deshalb Alarm und fordern den Corona-Lockdown, berichtet msl24.de*.

RKI-Präsident Lothar Wieler rechnet mit einem rasanten Anstieg der Corona-Fallzahlen bis Ostern.

Zur Erinnerung: Am 23. Dezember 2020 meldete das Robert Koch-Institut 32.195 neue Corona-Fälle an einem Tag. Bewahrheitet sich die Prognose, könnte der deutschlandweite Inzidenzwert Mitte April circa bei 350 liegen.

Coronavirus: RKI-Präsident wähnt Deutschland in der dritten Infektionswelle

Bereits am Freitag (12. März) schlug RKI-Präsident Lothar Wieler (60), der sich angesichts „rasant“ steigender Corona-Inzidenzen bei Kindern besorgt zeigt, Alarm. Nach seiner Einschätzung habe die dritte Corona-Infektionswelle in Deutschland bereits begonnen. Dafür gebe es klare Anzeichen, sagte Wieler vor Journalisten in Genf.

Zwar seien bereits die Auswirkungen bei den Impfungen der über 80-Jährigen zu erkennen. „In allen anderen Altersgruppen steigt die Inzidenz im Grunde genommen aber wieder an.“ Ein bisschen optimistisch zeigte sich der RKI-Präsident beim Blick in die Zukunft dennoch.

Wenn die Impfkampagne in Deutschland nicht „komplett aus dem Ruder“ laufe, werde man das Infektionsgeschehen bis Herbst einigermaßen unter Kontrolle haben. Das setze allerdings voraus, dass der schleppende Impfstart allmählich an Fahrt aufnimmt. „Wir müssen so viel wie möglich impfen, so schnell wie möglich, strategisch“, so Wieler. *msl24.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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