Tschüss, Plastik! 

Ritter Sport: Die Schokolade sucht Tester für neue Verpackung - aber die hat einen Haken

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Umweltschützer fordern weniger Plastik bei Süßigkeiten-Verpackungen: Ritter Sport nimmt sich diesem Problem nun an und sucht Tester. Foto: dpa

Umweltschützer fordern weniger Plastik bei Süßigkeiten-Verpackungen: Ritter Sport nimmt sich diesem Problem nun an und sucht Tester.

  • Ritter Sport möchte seine Verpackung nachhaltiger gestalten. 
  • Bisher sind die Schokoladen-Tafeln in Plastik verpackt.
  • Das soll sich mit einer Alternative aus Papier ändern. 

Dortmund - Nachhaltigkeit ist in aller Munde: Auch in der Süßigkeiten-Industrie fordern Umweltschützer ein Umdenken. Der Hersteller der beliebten Ritter Sport Schokolade nimmt sich diesen Forderungen nun an. 

Ritter Sport: Verpackung soll nachhaltiger werden

"Der Umbruch muss jetzt stattfinden", fordert die Verpackungs-Referentin bei Greenpeace, Viola Wohlgemuth, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem Start der großen Süßwarenmesse ISM Cologne wollen Umweltschützer neue, nachhaltige Verpackungen für süße Sünden aller Art. Denn die sind immer noch meistens in Plastik gehüllt. 

Der Schokoladen-Hersteller Ritter Sport nimmt sich nun dieser Forderung an und möchte seine quadratischen Plastik-Verpackungen zukünftig aus Papier herstellen. Allerdings kämpft der Schokoladen-Riese aktuell noch mit ein paar Schwierigkeiten: Das Material ist in Reinform nur bedingt für seinen Zweck geeignet. 

Ritter Sport: Papierverpackung noch nicht vollständig entwickelt 

Auf dem firmeneigenen Blog erklärt Ritter Sport, wie es zu dem neuen Entschluss kam. Papier sei in seiner Umweltbilanz zwar nicht grundsätzlich besser als das noch aktuell verwendete Material Polyproplylen aber wesentlich einfacher wieder zu verwenden. Das Recycle-System für Papier sei in den meisten Ländern besser organisiert und die Recyclingquote für Kunststoff derzeit noch sehr niedrig. 

Laut Ritter Sport ist Papier als Verpackung für eher trockene Lebensmittel wie Nudeln, Müsliriegel oder Reis bisher schon eine echte Alternative. Bei Schokolade muss noch nachgeholfen werden: Denn für so fettige Lebensmittel bietet Papier keine ausreichende Schutzbarriere. Die Schokolade könnte durch die Verpackung Gerüche und Geschmack von anderen Lebensmitteln aufnehmen. 

Tester für die neue Verpackung von Ritter Sport gesucht 

Bis mehr als 30 Sorten der beliebten Ritter Sport Schokolade in Papier an die Supermärkte ausgeliefert werden, wird es laut Hersteller wohl noch eine Weile dauern. Auch, weil die neue Verpackung einigen Tests unterzogen werden soll. Wie lässt sich die Verpackung öffnen? Übersteht das Papier die Lieferung in einen Supermarkt? Diese Fragen sollen zuerst geklärt werden. 

Dafür sucht Ritter Sport auf dem eigenen Blog auch Tester für die neuen Verpackungen. Getestet werden kann dann die Sorte "Unsere feine aus Nicaragua" mit rund 61 Prozent Kakaoanteil in gelber Papier-Verpackung, die bisher nur als Prototyp existiert. 

Ritter Sport: Hersteller in Sachen Nachhaltigkeit bemüht 

Wie mittlerweile viele Schokoladen-Hersteller und Kakaoabnehmer betreibt auch Ritter Sport neben der neuen Papier-Verpackung Nachhaltigkeitsprojekte. Beispielsweise möchte die Firma bis 2022 komplett klimaneutral agieren. Dabei helfen soll die eigene Kakaoplantage El Cacao in Nicaragua. Dort unterhält Ritter Sport eine Mischkultur aus Bäumen, die sowohl die Kompostproduktion, als auch die Bodenfruchtbarkeit fördern. 

Video: Ritter Sport Schokolade: Wie nachhaltig ist sie wirklich?

Außerdem hat sich die klassische Ritter Sport "Bio Vollmilch Schokolade" im Öko-Test gegen andere Konkurrenten, darunter auch Bio-Produkte, durchgesetzt, wie RUHR24 berichtete. Mit 0,65 Euro pro 100 Gramm ist die quadratische Tafel recht günstig und überzeugt außerdem durch ihre Inhaltsstoffe

Übrigens: dm bietet jetzt einen neuen Service für seine Kunden an. Sie können Bargeld an der Kasse abholen. Aber es gibt einen feinen Unterschied zur Konkurrenz. 

Ob der bekannte Hersteller zukünftig auch mit seiner Verpackung punkten und somit in Sachen Nachhaltigkeit noch eine Schippe drauflegen kann, bleibt abzuwarten. 

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