Öko-Test prüft erneut

Rewe will Produkt nach miserablem Test-Ergebnis besser machen – scheitert aber erneut

Das Toastbrot der Rewe-Eigenmarke hat in einem Test von Öko-Test schlecht abgeschnitten. Der Supermarkt wollte nachbessern. Das ging jedoch nach hinten los.

Dortmund – Öko-Test hatte zu Beginn des Jahres Toastbrot getestet. Während acht Produkte mit „sehr gut“ abschnitten, fielen die Ergebnisse bei den restlichen der insgesamt 20 bewerteten Toasts eher durchschnittlich aus. Insbesondere Bio-Ware konnte in dem Test nicht überzeugen. Darunter auch ein Toast von Rewe. Das wollte der Supermarkt-Riese ändern.

Öko-TestVebrauchermagazin
SitzFrankfurt am Main
Erstausgabe1985

Toast von Rewe schneidet bei Öko-Test schlecht ab: Mineralöl nachgewiesen

In dem Toast-Test fanden die Tester bei insgesamt acht Produkten Bestandteile von Mineralöl – unter anderem auch bei „Rewe Bio Vollkorntoast“. Mineralölbestandteile (MOSH und MOAH) stehen im Verdacht, sich in den menschlichen Organen anzureichen sowie krebserregend zu sein. Laut Öko-Test haben sie deshalb nichts im Essen zu suchen.

Dennoch finden die Tester immer wieder Rückstände von Mineralöl in Lebensmitteln. Ursache können beispielsweise Schmierfette für die Produktionsmaschinen sein. Aber auch andere Dinge entlang der Prozesskette können dazu führen, dass Mineralölbestandteile in Lebensmittel kommen. Zum Beispiel durch Recyclingkartons, Druckfarben oder Säcke für Rohstoffe.

In Deutschland gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte für Mineralöl in Lebensmitteln, sondern nur eine Empfehlung, den Nachweis in Nahrung so gering wie möglich zu halten. So heißt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) „Verunreinigung von Lebensmitteln mit Mineralölbestandteilen aus Verpackungen ist unerwünscht.“ Die Hersteller sollten darauf achten, Übergänge von MOSH technisch möglichst zu minimieren, und dass kein nachweisbarer Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfindet (mehr Testberichte bei RUHR24).

Öko-Test findet Mineralöl in Rewe-Toast: Produkt bekommt nur „befriedigend“

Öko-Test hatte die Mineralölbestandteile in dem Rewe Toast als „erhöht“ festgesetzt. Dafür bekam das Bio-Produkt gerade mal die Note „befriedigend“. Der Supermarkt-Riese hatte bereits im Januar auf die Testergebnisse reagiert und Öko-Test ein Gutachten von einer neuen Charge Bio-Toast vorgelegt.

Aus dem Gutachten ging hervor, dass die Rückstände an Mineralöl zwar nicht gänzlich weg, aber immerhin gesunken waren. Öko-Test hätte den geringeren Mineralöl-Anteil der neuen Charge des Rewe-Toasts mit „leicht erhöht“ bewertet. Außerdem gab Rewe an, weiter an der Ursache zu forschen, um den Gehalt noch weiter zu senken (mehr Supermarkt-News bei RUHR24).

Rewe will Qualität von Toast nach schlechtem Öko-Test-Ergebnis steigern

Öko-Test wollte nun wissen, ob Rewe sein Versprechen gehalten hat. Das Verbrauchermagazin hat daher das „Rewe Bio Vollkorntoast“ erneut kaufen und prüfen lassen. Und siehe da: An dem Mineralöl-Gehalt in dem Toast-Produkt halt sich leider kaum etwas geändert.

Zwar ergab die Analyse von Öko-Test, dass der Wert etwas geringer war als im ursprünglichen Test. Dennoch ist er laut den Testern immer noch „erhöht“. Das Testergebnis bleibt demnach mit der Note „befriedigend“ weiterhin im schlechten Mittelmaß.

Das Toastbrot von Rewe war nicht das einzige, in dem die Öko-Test-Experten Mineralöl fanden.

Rewe-Toast: Öko-Test sieht keine Verbesserung und verteilt erneut schlechte Note

Und bei einem weiteren Kritikpunkt hatte Rewe nichts geändert. So hatte Öko-Test bereits im Januar bemängelt, dass auf dem Vollkorntoast der Ballaststoffgehalt nicht deklariert sei. Für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten oder für Personen, die auf eine ausgewogene oder diätorientierte Ernährung achten, kann das allerdings von Bedeutung sein.

Deshalb gab es auch hier von Öko-Test Minuspunkte. Das schien Rewe jedoch nicht weiter zu interessieren, denn auch auf den aktuellen Chargen des Toastbrotes fehlen die Angaben.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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