Automat statt Mitarbeiter

Rewe bringt neuen Automaten-Service in die Filialen – bei DM ist er gefloppt

Rewe testet in Düsseldorf einen neuen Wäscherei-Service: Schließfächer sollen Kunden Flexibilität bringen und Zeit ersparen.

NRW – In Düsseldorf können Rewe-Kunden jetzt beim Einkaufen auch ihre dreckige Wäsche abgeben – statt Mitarbeiter nimmt jedoch ein Automat die Dreckwäsche entgegen*. Der Supermarkt arbeitet dafür mit der Online-Wäscherei Waschmal zusammen.

SupermarktRewe: Westfalenstraße 64, 40472 Düsseldorf
AngebotWäschereinigung in Kooperation mit Waschmal
NeuerungAutomat

Wäsche waschen bei Rewe – Supermarkt revolutioniert Service für Kunden

Rewe kooperiert schon seit 2019 mit Waschmal. In über 100 Filialen in der Rewe-Region West gibt es bereits das Angebot für Kunden, das Wäsche waschen mit ihrem Einkauf zu verbinden. Allerdings wurden dafür bislang Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Rewe eingespannt – das soll sich jetzt ändern.

Die Filiale, in der das neue Konzept gerade getestet wird, befindet sich in der Westfalenstraße im Düsseldorfer Stadtteil Rath. Hier stehen laut Lebensmittelzeitung zwei der neuartigen Wasch-Automaten vor Kasse 2.

Nicht nur Self-Checkout ist dort jetzt möglich, sondern auch Self-Wäsche-Waschen. Bisher konnten Kunden in der Filiale ihre Wäsche bei Rewe-Mitarbeitenden abgeben. Dann wurde die Wäsche für sie gewaschen, gepflegt und gebügelt. Innerhalb weniger Tage konnten sie die fertigen Klamotten wieder in der Filiale abholen – ein üblicher Waschservice, wie ihn nicht nur Rewe anbietet.

Rewe ersetzt Mitarbeiter durch Automat: Kunden können Dreckwäsche in Schließfach hängen

Jetzt übernehmen die Kunden das selbst – also nicht das Waschen, aber das Hinbringen und Abholen. Das geht mit einem Automaten. Der funktioniert wie ein digitaler Spind, wie man sie auch von DHL-Paketstationen kennt. Darin hängt eine Kleiderstange, auf die die Klamotten aufgehängt werden. Kunden können sie dort dann abgeben und frisch gewaschen abholen.

Das Anmelden, Bezahlen und die Benachrichtigung zur Abholung laufen schon seit jeher per App des Wäsche-Unternehmens. Auch der Spind lässt sich jetzt darüber öffnen und schließen. „Aufbau und Prozess des Waschmal-Automatens ähneln digitalen Schließfächersystemen anderer Branchen: Schließfächer, die sich via Waschmal App für eine Bestellung öffnen und schließen lassen, ausgestattet mit einer Kleiderstange für hängende, gereinigte Textilien“, beschreibt Rewe den neuen Service. Um die Wäsche zu waschen, wolle man weiterhin mit regionalen Wäschereien zusammenarbeiten, heißt es weiter.

Wäsche waschen und parallel einkaufen gehen: Das testet Rewe jetzt in einer Filiale

Der neue Wasch-Service bei Rewe soll Zeit sparen und für mehr Flexibilität sorgen. Man weitet damit den Trend hin zu mehr Selbstbedienung auf einen weiteren Bereich aus, heißt es vonseiten des Supermarktes. Nach Paketstationen und Selbstbedienungskassen nun eben auch Wäsche waschen.

Zusätzliche Kosten entstehen für Kunden durch das neue Angebot nicht – im Gegensatz zum Click & Collect bei DM. Rewe erhofft sich von dem Angebot, dass mehr Kunden in den Markt kommen. Eine weitere moderne Neuerung sind Rewe-Prospekte per Whatsapp.

Rewe startet neuen Wäscheservice – bei DM floppte er

Bei DM scheint das nicht funktioniert zu haben. Sie haben ihre Kooperationen mit Waschmal und dem Online-Wäscherei Persil Service im August 2022 beendet. Drei Jahre konnten Kunden zuvor ihre dreckige Wäsche zu der Drogerie bringen. Ob zu wenig Kunden das Angebot angenommen haben, oder warum der Service bei DM floppte, ist jedoch nicht bekannt.

Textilreinigung im Umbruch

Die klassischen Textilreinigungen werden laut dem Deutschen Textilreinigungs-Verband (DTV) immer seltener. Von 15.000 Reinigungen in Deutschland gibt es inzwischen nur noch 3000. Dafür boomen neue Angebote wie beispielsweise Online-Wäschereien, die ihren Kunden anbieten, die schmutzige Wäsche abzuholen, zu reinigen und wieder zu liefern – gegen eine Liefergebühr versteht sich.

Waschmal (eine Marke von Miele) wollte mit der Kooperation von Rewe dem entgegensetzen, dass Kunden ihre Wäsche an zentraler Stelle – wie einem Supermarkt – ohne Liefergebühr abgeben und abholen können. Kunden hätten dadurch die Möglichkeit, den Zeitpunkt für den Besuch in ihrem Supermarkt völlig frei zu wählen und bekämen dadurch mehr Flexibilität. Bei DM funktionierte das Konzept mit der Kooperation mit Persil Service ganz ähnlich – doch wohl ohne Erfolg.

*In einer ersten Version dieses Textes haben wir geschrieben, dass ein Automat die Wäsche wäscht. Das ist jedoch nicht richtig. Wir haben den Artikel korrigiert und bitten den Fehler sowie die daraus entstandenen Missverständnisse zu entschuldigen.

Rubriklistenbild: © U. J. Alexander/Imago

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