Supermarkt

Rewe kämpft mit neuem Lebensmittel-Engpass – „nie da gewesene Ausnahmesituation“

Die Corona-Krise und der Krieg in der Ukraine haben globale Folgen für den Obst- und Gemüsemarkt. Rewe gibt düstere Prognose für einige Unternehmen ab.

Dortmund – Die Pandemie hat der globalen Lebensmittelversorgung bereits stark zugesetzt. Seit Beginn des Jahres wirkt sich auch der Krieg in der Ukraine auf die Warenverfügbarkeit in den Supermärkten aus. Auch große Lebensmitteleinzelhändler wie Rewe haben unter den globalen Herausforderungen zu kämpfen. Neben der Preiserhöhung könne sich jetzt auch das Angebot von Obst und Gemüse verändern.

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Mitarbeiterzahl140.000
Gründung1927

Obst und Gemüse werden knapp: Ukraine-Krise wirkt sich dramatisch auf Obst- und Gemüsegeschäft aus

Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine stellen eine weitere Belastungsprobe für die Lebensmitteleinzelhändler dar. Wie die Rewe-Geschäftsleitung des Bereichs Ultrafrische, Eugenio Guidoccio, berichtet, führt der Konflikt zu einer „dramatischen, nie da gewesenen Ausnahmesituation“ auf dem globalen Obst- und Gemüsemarkt. Die Lebensmittelbranche in diesem Bereich werde nach der Corona-Krise nun erneut stark belastet.

Guidoccio erklärt gegenüber der Lebensmittelzeitung, dass sich die Märkte nicht mit der gegenwärtigen inflationären Preisentwicklung decken. Aus diesem Grund führe eine geringere Nachfrage seitens der Verbraucher zu einer Absatzkrise, von der die Supermärkte laut dem Rewe-Manager derzeit betroffen sind.

Diese Entwicklungen werden sich auch auf die Erzeuger der Produkte auswirken und können zu einem Strukturbruch in ganz Europa führen, so Guidoccio. Er sehe das Überleben von Unternehmen in Gefahr, die bislang als wichtige Erzeuger auf dem Obst- und Gemüsemarkt dienen.

Obst und Gemüse werden knapp: Auswirkungen im Supermarkt – damit müssen Verbraucher rechnen

Die Folgen im Supermarkt werden auch für Verbraucher zu spüren sein. Weitere Verschiebungen im Sortiment und geringere Verfügbarkeit von bestimmten Waren könnten sich auf das Angebot in der Obst- und Gemüseabteilung auswirken. Beim Steinobst beobachtet Guidoccio aktuell eine so geringe Nachfrage wie zuletzt bei der Umstellung auf die Euro-Währung. „Grundsätzlich müssen wir feststellen, dass zur Zeit die gesamte Warengruppe danieder liegt“, teilt er gegenüber der Lebensmittelzeitung mit.

Einige Obst- und Gemüsesorten könnten bald Mangelware im Supermarkt werden.

Obst und Gemüse werden knapp: Rewe sichert Beschaffung von Obst und Gemüse durch neue Strukturen

Guidoccio hat für die Rewe Group das Obst- und Gemüsegeschäft in den vergangenen Jahren neu strukturiert und damit so aufgestellt, dass es unabhängiger von externen Beschaffungs- und Logistikstrukturen funktioniert (mehr zu Supermärkte und Discounter bei RUHR24).

Damit habe der Lebensmitteleinzelhändler auf die bisherigen Herausforderungen angemessen reagieren können, teilt die Lebensmittelzeitung mit. Die Kooperationen mit Eurogroup und Campiña Verde ermöglichen eine Beschaffungsbasis mit der die Hälfte des Obst- und Gemüsebedarfs von Rewe gedeckt werden kann, so Guidoccio. Zudem sei der direkte Warenbezug in den Ursprungsländern weiter vorangetrieben worden.

Das Angebot an Obst und Gemüse könnte knapper ausfallen.

Besonders durch sogenannte Obst- und Gemüsedrehscheiben hat Rewe in den vergangenen Jahren in der Lebensmittelversorgung überzeugen können. Diese Verteilungsstandorte bieten die Möglichkeit, Importe aus Ursprungsländern und die Reifung von Obst und Gemüse zentral abzuwickeln. Eine Studie hat zuletzt ermittelt, bei welchen Obst- und Gemüsesorten die höchste Pestizidbelastung besteht.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Petra Schneider/Imago

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