Supermarkt der Zukunft

Große Änderung bei Rewe – Einkaufen bald ohne Kasse möglich

Rewe hat die zweite „Pick & Go“-Filiale eröffnet. Das digitale Bezahlsystem ermöglicht das Einkaufen ohne Kasse.

Berlin – Kassenloses Einkaufen: Das ermöglicht eine Rewe-Filiale nun auch im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg. Wer möchte, kann nach dem Einkauf einfach aus dem Markt spazieren und im Anschluss per App bezahlen. Durch ein Hybridsystem ist das aber kein Muss.

Bei Rewe ohne Kasse bezahlen – so funktioniert das „Pick & Go“-System

Es hört sich an, wie ein Supermarkt aus der Zukunft. Einfach alles nehmen und gehen, wie das Motto „Pick & Go“ schon besagt. Bezahlt wird erst hinterher, wenn der Kunde den Markt schon längst verlassen hat. Vor rund einem Jahr wurde die erste Rewe „Pick & Go“-Filiale in Köln eröffnet.

Aber wie funktioniert das in der Praxis? Mittels modernster Technik. Wer digital bezahlen möchte, der muss sich vor dem Einkauf die entsprechende App von Rewe „Pick & Go“ herunterladen. Beim ersten Mal nur kurz einen Mitarbeiter suchen, um das Alter verifizieren zu lassen (mehr Service-News auf RUHR24).

Die App generiert im Anschluss einen individuellen QR-Code, der beim Betreten des Marktes vor ein entsprechendes Lesegerät gehalten wird. Dann ist der Kunde eingeloggt. Kameras registrieren die unverwechselbaren Skelett-Umrisse des Kunden, durch die er identifizierbar ist.

Rewe führt neues Kassensystem ein – Kunden müssen sich nicht mehr anstellen

Insgesamt 400 Kameras und Gewichtssensoren erfassen genau, was aus den Regalen genommen und was wieder hineingelegt wird, wie die Lebensmittel-Zeitung berichtet. Diese Daten werden dem einzelnen Kunden spezifisch zugeordnet und in der entsprechenden App hinterlegt.

Sind alle Artikel gefunden und der Einkauf ist erledigt, kann der Kunde das Geschäft verlassen. Die Rechnung erscheint nach zehn Minuten in der App. Die Bezahlung ist per Paypal, Google-Pay, Apple-Pay, Visa oder Mastercard möglich. Maestro ist wie auch bei Kaufland nicht als Bezahlmöglichkeit eingeschlossen.

„Pick & Go“-System von Rewe – eine Gefährdung des Datenschutzes?

Eine Gefährdung des Datenschutzes bestehe dabei laut Rewe nicht. Die Kameras und die Software speichern die Kundendaten nämlich nicht. Das heißt: Das System ordnet jedem Kunden eine individuelle Nummer beim Einkauf zu, aber löscht diese bei Verlassen des Marktes automatisch.

So kann kein Kunde wiedererkannt werden und ist bei jedem Einkauf neu für das System. Zudem sei das System mit allen Datenschutzbehörden abgestimmt, betont Rewe Konzernvorstand Christoph Eltze, gegenüber der Tagesschau.

In Berlin hat Rewe eine weitere „Pick & Go“-Filiale eröffnet.

Doch das digitale Einkaufserlebnis ist kein Muss. Durch ein Hybridsystem gibt es auch noch das herkömmliche Zahlen an der Kasse. „Wir wollen dem Kunden gerne alle Möglichkeiten geben, bei uns zu bezahlen“, erklärt die Managerin der Berliner Rewe-Filiale Jana Sanktjohanser.

Erste Erfahrungen der Rewe „Pick & Go“-Filialen zwiegespalten

Im Gegensatz zum Pilotmarkt in Köln versteht sich die neue „Pick & Go“-Filiale in Berlin als eine Weiterentwicklung. „Wir haben viermal so viel Produkte. Wir bieten unseren Kunden auch lose Ware an“, macht Christoph Eltze deutlich.

Und wie wird das digitale Bezahlsystem bislang angenommen? Schließlich gibt es noch nicht viele solcher Märkte in Deutschland. Aldi hat zwar ebenfalls eine kassenlose Filiale, jedoch nur in den Niederlanden.

Die Meinungen über das „Pick & Go“-System scheinen recht zwiegespalten. Wie im Google-Playstore ersichtlich ist, wurde die App lediglich 1000 Mal heruntergeladen. Im Vergleich zu der herkömmlichen Rewe-App, mit knapp 1 Million Downloads, ist das wenig.

Kassenloses bezahlen bei Rewe „Pick & Go“: Fehlendes Vertrauen in digitales System

Das könnte noch an dem fehlenden Vertrauen in die Technik liegen. Viele Kunden würden sich noch wie Diebe fühlen, wenn sie ohne Bezahlung aus dem Markt spazieren, meint die Managerin der Berliner Rewe-Filiale.

Auch die Bewertungen zeigen mit 2,8 von 5 Sternen, dass es scheinbar noch Platz für Verbesserungen gibt. Laut Tagesschau ist das Konzept noch nicht vollständig digital ausgereift. So funktioniert die Frischetheke noch nicht ohne Verkäuferkontakt. Und bei der Aushändigung der Ware erhält der Kunde noch immer einen Kassenbon.

Auch das Risiko für vermehrten Diebstahl bestehe, denn das „Pick & Go“-System könne noch nicht unterscheiden, wer berechtigt ist, den Markt ohne Bezahlung zu verlassen und wer nicht. Doch der Berliner „Pick & Go“-Standort ist immerhin noch eine Testfiliale.

Rubriklistenbild: © Rewe Markt GmbH/Boris Saposchnikow.

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