Nicht zu bewältigen

Rewe und Edeka warnen vor Weihnachts-Chaos wegen Corona-Maßnahmen

Die neuen Corona-Regeln lassen Einzelhändler bangen. Supermärkte wie Edeka und Rewe befürchten ein Weihnachtschaos vor den Feiertagen.

Dortmund – Bald ist Weihnachten, das ist eigentlich ein Grund zur Freude. Allerdings befürchtet der Handel ein bevorstehendes Weihnachts-Chaos. Grund für die Ängste sind die neuen Coronaschutzmaßnahmen, die von Bund und Ländern beschlossen wurden.

SupermarktEdeka
HauptsitzHamburg
Gründung1898, Berlin

Weihnachts-Chaos in den Supermärkten – dieses Jahr extrem

Kurz vor Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen ist es gerade in Supermärkten immer etwas chaotisch. Kunden versuchen noch die letzten Besorgungen zu machen für das gemeinsame Familienessen und sich mit ausreichend Lebensmitteln für die Feiertage einzudecken.

In diesem Jahr könnte das Kundenaufkommen in den Supermärkten und Discountern besonders extrem werden. Denn auf die Feiertage folgt direkt ein Sonntag, somit sind die Geschäfte gleich an drei aufeinanderfolgenden Tagen geschlossen. An Heiligabend zuvor haben die Händler meist nur einen halben Tag geöffnet.

Neue Corona-Regel sorgt für angespannte Situation in Supermärkten

Damit nicht genug. Die neuen Corona-Regeln lassen Supermärkte befürchten, dass sie die Lage kurz vor Weihnachten nicht mehr bewältigen können. Denn ab Dienstag (1. Dezember) dürfen sie nur noch halb so viele Kunden gleichzeitig in die Geschäfte lassen (alle News zum Coronavirus in NRW bei RUHR24.de).

So soll das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus im Handel minimiert werden. Den neuen Corona-Regeln zufolge müssen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche ab 800 Quadratmetern sicherstellen, dass ein Kunde 20 Quadratmeter Platz hat. Zuvor galt, dass ein Kunde 10 Quadratmeter zur Verfügung hat.

Rewe-Chef besorgt über neue Corona-Regeln: „Chaotische Situation“

Noch bevor die neuen Corona-Maßnahmen beschlossen wurden, äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Rewe Group, Lionel Souque, kritisch gegenüber einer solchen Regelung. Er hatte sich in einer Pressemitteilung dafür ausgesprochen, dass die 10-Quadratmeter-Regel unverändert bleibt.

Rewe-Chef Souque befürchte „vor Weihnachten endlose Warteschlangen und chaotische Situationen vor den Supermärkten. Das wird weder dem Schutz vor Infektionen noch der Gesundheit der Menschen dienen.“

Der Rewe-Chef betont die ohnehin schwierige Situation vor den Weihnachtsfeiertagen. Die Rewe- und Penny-Märkte – welche zur Rewe Group gehören – machen in den Tagen vor Weihnachten rund 20 Prozent mehr Umsatz als an durchschnittlichen Tagen. In der Mitteilung von Rewe heißt es: „Eine weitere Einschränkung der Kundenzahl in den Märkten werde kaum zu bewältigen sein.“

Edeka-Chef zu den neuen Corona-Regeln: „Kontraproduktiv und nicht nachzuvollziehen“

Auch die Konkurrenz sieht die neuen Regeln kritisch. Edeka-Chef Markus Mosa spricht davon, dass die neue 20-Quadratmeter-Regel „kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar sei“, so zitiert ihn die WAZ. Wie auch der Rewe-Chef geht Edeka davon aus, dass der Ansturm vor Weihnachten so nicht mehr zu bewältigen sei.

Das hänge demnach auch damit zusammen, dass Kunden in den Supermärkten einige Zeit an den Bedientheken für Fleisch, Wurst und Käse verbringen würden. So entstehe ein Rückstau. Edeka-Chef Mosa sieht sich hier im Nachteil gegenüber den Discountern, die ausschließlich SB-Ware anbieten. „Das wird einen weiteren Schub geben in Richtung SB-Formate mit ausschließlich preisorientierten Angeboten“, zitiert ihn die WAZ.

Neue Corona-Regeln: „Ungleichbehandlung“ von großen Geschäften

Doch nicht nur die Lebensmittel-Riesen Edeka und Rewe kritisieren die neuen Maßnahmen. Auch die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund äußert Unverständnis. Der IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann versteht die „Ungleichbehandlung“ von größeren Geschäften nicht, auch wenn es positiv zu bewerten sei, dass die Regeln für kleinere Geschäfte nicht verschärft wurden, wie aus einem bericht der Ruhr Nachrichten (Bezahlinhalt) hervorgeht.

Der IHK-Präsident hält die neuen Corona-Regeln für willkürlich und unbegründet, denn gerade in größeren Unternehmen sei es einfacher Abstand zu anderen Kunden und Verkäufern einzuhalten. Die Halbierung der Kundschaft würde die aktuelle wirtschaftliche Situation weiter anspannen.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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