Kritik an Supermarkt-Kette

Rewe: Kunde macht absurde Entdeckung im Bio-Sortiment - Kette zeigt sich nur teilweise einsichtig

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Rewe stellt sich der Kritik eines Kunden.

Immer mehr Menschen in Deutschland achten beim Einkaufen auf dem Umweltschutz. Ein Kunde von Rewe ist dabei jüngst der Kragen geplatzt.

  • Ein Kunde von Rewe hat sich über die absurde Verpackung eines Bio-Produkts beschwert.
  • Rewe begründet die Verpackung, zeigt sich aber nur teilweise einsichtig.
  • Die Antwort der Kette sorgt erneut für Kritik.

Dortmund - Das Thema Umwelt spielt in der Gesellschaft immer mehr eine Rolle. Der gute alte Jutebeutel ist beim Einkauf längst wieder up to date und die Plastiktüte an der Supermarktkasse eine Art Auslaufmodell. Ab 2020 werden die Tragetaschen aus Plastik ohnehin größtenteils per Gesetz aus Deutschland verschwinden.

Rewe: Plastik rund um Obst und Gemüse sorgte einst für Irritation

Ein anderes Thema ist dagegen Plastik und Verpackung rund um einzelne Produkte in den Supermärkten: in Plastik eingeschweißte Gurken oder in Papier eingewickelte Orangen

Eine Kunde von Rewe hat dagegen jüngst eine Entdeckung gemacht, die Schmunzeln ließe, wenn sie denn nicht so traurig wäre.

Rewe-Kunde beschwert sich über eingepackten Bio-Knoblauch

Er ging in eine Filiale der Supermarkt-Kette und kaufte Knoblauch. So weit, so normal. Das Foto, das er dann von einer einzelnen Knoblauchknolle machte und damit später Rewe konfrontierte, fällt schon in die Kategorie "kurios". Denn das Foto zeigt eine einzelne Knoblauchknolle eingehüllt in das klassische weiße Plastiknetz, in dem sich häufig aber drei Knollen befinden.

"Tolle Verpackung für 'nen einzelnen Knoblauch. Bio und sehr ökologisch. Top!", schreibt der User an Rewe und drückt damit sein Unverständnis über die Verpackung aus.

Die Reaktion von Rewe lässt nicht lange auf sich warten - und drückt sogar ein wenig Verständnis für die Beschwerde des Kunden aus. "Auch wir möchten (...), dass du in Zukunft weniger Verpackungen in unseren Märkten findest und arbeiten deswegen bereits an verschiedenen Alternativen", heißt es aus der Kommunikationsabteilung von Rewe.

Rewe versucht, Plastikverpackung um Knoblauch zu erklären

Danach wagt der Supermarkt-Riese den Versuch einer Erklärung. Tenor: Die Bio-Knoblauchknolle sei einzeln verpackt, um sie besser von den Nicht-Bio-Produkten unterscheiden zu können. Der Kunde gibt sich damit aber nicht zufrieden, bezeichnet es als "absurd", so etwas "bio" zu nennen. Dann der Vorschlag:  "Lasert den Knoblauch wie eure Süßkartoffeln, packt ihn in Papier oder was weiß ich was. Das ist eure Aufgabe, die beste Lösung zu finden."

Zumindest was Produkte wie Gurken oder Süßkartoffeln aus dem Bio-Sortiment betrifft, hat Rewe bereits Lösungen gefunden. Die Folie um die Bio-Gurke ist inzwischen abgeschafft. Die Kette verkauft das Produkt nur noch mit einem Klebeetikett. Bio-Süßkartoffeln versieht Rewe mithilfe eines gebündelten Lichtstrahls mit einem Logo und wichtigen Informationen - „Natural Branding“ nennt sich das Ganze dann.

Auch Aldi, Lidl und Co. wollen weniger Plastik

Auch andere Supermarktketten verzichten nach und nach auf Verpackungen und Plastik - wohl auch aufgrund des Drucks seitens der Kunden. Nach Lidl und Rewe kündigte vor einem Jahr auch der Discounter Aldi an, in seinem Angebot künftig auf Geschirr, Strohhalme und Einwegbecher aus Plastik zu verzichten.

Auch der Discounter Netto teilte kürzlich mit, bei Obst und Gemüse häufiger auf Plastik verzichten zu wollen. Blöd nur, dass die dafür vorgesehene Marketing-Kampagne völlig nach hinten losging. Die Kette zeigte in ihren Werbeanzeigen nackte Frauen und Männer, die sich vor ihre Geschlechtsteile Paprika, Tomaten oder auch mal einen Salatkopf halten - und sorgte damit für Kritik bei den Kunden.

Übrigens: Das Unternehmen Metro will 277 Filialen von Real verkaufen. Zahlreiche Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Ob es auch für Rewe weiterhin Kritik aufgrund der einzeln verpackten Bio-Knoblauchzehen gibt, bleibt abzuwarten. Zumindest auf seiner Homepage schreibt sich das Unternehmen den Umweltschutz groß auf die Fahnen.

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