Corona ist schuld

Rewe schockt Kunden – beliebte Marken werden aus dem Sortiment geschmissen

Für Kunden von Rewe dürfte sich beim Einkaufen zukünftig einiges ändern. Der Supermarkt will mehrere Produkte von Marken rausschmeißen.

Dortmund - Obwohl Supermärkte während der Corona-Krise durchgehen geöffnet haben, stehen auch Lebensmittelhersteller vor wirtschaftlichen Problemen. Sie wollen jetzt Druck auf Supermärkte ausüben - aber Rewe macht da nicht mit.

UnternehmenRewe
HauptsitzKöln
Mitarbeiter140.000

Markenprodukte: Rewe ändert Sortiment wegen Corona

Zu Beginn der Corona-Pandemie haben sich die leeren Regale in den Supermärkten gehäuft. Einen Engpass bei Produkten gibt es aktuell in diesem Ausmaß zwar nicht. Rewe könnte zukünftig trotzdem mehr Platz haben. Dahinter steckt aber eine bewusste Entscheidung des Supermarktes.

Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, will Rewe mehrere Artikel und Marken aus seinem Sortiment streichen. Der Grund: Teilweise planen Hersteller ihre Preise zu erhöhen. Damit wollen sie coronabedingte Produktionsausfälle ausgleichen.

Marken sollen teurer werden: Rewe wirft sie deshalb aus Sortiment

Verhandlungen über Preise sind zwischen Marken und Supermärkten erstmal nichts Ungewöhnliches. Jedes Jahr im Herbst kommt es zum Austausch zwischen Herstellern und Rewe, Aldi, Lidl sowie weiteren Märkten. In diesem Jahr könnte es schon früher zu den Verhandlungen kommen, denn Rewe sträubt sich gegen die Preiserhöhung.

Welche Marken sind betroffen? Laut Lebensmittel Zeitung könnten vor allem Produkte von Kelloggs, Mars-Wrigley‘s und Eckes-Granini bald aus den Rewe-Regalen fliegen. Wer häufig Cornflakes, Müsli, Kaugummi und Saft kauft, wird zukünftig wohl ein wesentlich kleineres Angebot im Rewe vorfinden.

Streit mit Markenherstellern: Wann Rewe sein Sortiment umstellt

Aber das ist nicht alles. Auch bei den Marken Coca-Cola, Red Bull und Iglo laufen die Verhandlungen über die Preise bereits. Und auch hier soll es Streit zwischen den Herstellern und Rewe geben. Hier sei es laut der Lebensmittel Zeitung noch nicht so eskaliert, dass die Produkte tatsächlich aus dem Supermarkt fliegen sollen.

Wie der Streit um die Preise ausgeht, wird sich wohl spätestens bei den offiziellen Verhandlungen im Herbst zeigen. Danach ist klar, welche Produkte tatsächlich aus den Rewe-Regalen weichen müssen. Grundsätzlich profitieren die Hersteller und der Supermarkt aber gegenseitig voneinander. Beide dürften also Interesse an einer Einigung haben.

Auch Getränke von Coca Cola könnten bald bei Rewe gestrichen werden.

Kampf um die Preise: Neben Rewe haben auch andere Supermärkte Probleme

Auch Rewes direkte Konkurrenz Edeka und der Discounter Lidl waren zuletzt im Clinch mit Herstellern. Die Süßwarenfirma Haribo wollte seine 360-Gramm-Packung der beliebten „Goldbären“ etwa von 1,19 Euro auf 1,29 Euro anheben. Lidl strich daraufhin kurzerhand alle Haribo-Produkte aus seinem Sortiment und setzte auf Konkurrent Katjes sowie Eigenmarken-Produkte.

Edeka verhandelt genau wie Rewe außerdem mit Coca-Cola. Vor etwa einem Jahr hat der Supermarkt wegen einer Preiserhöhung schon einmal die Produkte des Softdrink-Riesen aus seinen Filialen genommen. Kommt es durch die Verhandlungen mit Rewe auch zu einer erneuten Auseinandersetzung mit Edeka? Das bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa