Trotz Digital-Boom

Rewe-Hammer: Supermarkt streicht plötzlich beliebtes Angebot für Kunden

Rewe Eigenmarken
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Einkaufen bei Rewe – das geht bald nicht mehr über den Online-Marktplatz.

Große Änderung bei Rewe: Nach nur wenigen Jahren beendet die Supermarktkette ihren Online-Vertrieb. Der Schritt überrascht.

Deutschland – Während der Corona-Pandemie hat der Online-Handel einen regelrechten Boom erfahren. Internet-Giganten wie Amazon und Co. gehören zu den klaren Gewinnern der letzten Monate. Bei Supermärkten kann sich das Modell des Internet-Shoppings aber scheinbar noch nicht durchsetzen. Rewe beendet jetzt überraschend seinen Online-Marktplatz.

Rewe GmbHLebensmitteleinzelhändler
Gründung1927
SitzKöln, Deutschland

Rewe Marktplatz wird geschlossen – ab Ende Dezember keine Bestellungen mehr möglich

Erst 2018 war der Marktplatz von Rewe gestartet. Darüber können Käufer Non-Food-Artikel sowie haltbare Lebensmittel von Drittanbietern einkaufen und sich bequem nach Hause liefern lassen. Im Angebot sind neben Kaffee oder Lebensmittelkonserven beispielsweise Produkte aus den Bereichen Garten, Küche, Kind und Baby oder auch Mode.

Klingt praktisch: Ab 2022 soll damit dennoch schon wieder Schluss sein. Das berichtet aktuell die Lebensmittelzeitung. Demnach sollen bereits ab dem 31. Dezember 2021 keine Bestellungen mehr möglich sein. Einen Monat später – am 31. Januar 2022 – werde der Marktplatz dann komplett aus dem Netz verschwinden.

Rewe Marktplatz vor dem Aus – die genauen Gründe sind unklar

Die genauen Gründe für das jähe Ende des Marktplatzes sind offenbar unklar. So berichtet die Lebensmittelzeitung einerseits, der Marktplatz sei nie an die angestrebten Gewinne herangekommen. Andererseits betont ein Rewe-Sprecher gegenüber der Zeitung, man habe die Ziele sehr wohl stets sogar mehr als erreicht (weitere News rund rum Supermärkte und Discounter bei RUHR24).

Grund für den Schritt sei vielmehr eine neue „Gewichtung innerhalb der Digitalisierungsstrategie“. Zugleich spricht Rewe von anderen digitalen Geschäftsmodellen – welche genau das sind, wird nicht deutlich.

Rewe Marktplatz macht Schluss – Partner bedauern den drastischen Schritt

Für den Marktplatz arbeitet Rewe auch mit externen Partnern zusammen. Eine dieser Partnerinnen äußert sich jetzt gegenüber Internet World zu dem Ende. Man bedaure den Schritt sehr, so die Inhaberin eines Anbieters für Innendekoration. Und weiter: „Wir glauben grundsätzlich sehr, dass das Modell mit der Rewe-Zielgruppe hätte funktionieren können. Als Rewe-Kunde hatten mich aber das Marktplatz-Sortiment, die Bewerbung und die Lieferkonditionen noch nicht überzeugt.“

Allerdings hätte der Marktplatz Potenzial gehabt und man hätte sich einen „längeren Atem“ gewünscht. Letzteres lässt den Schluss zu, dass die Umsätze schließlich doch nicht so gut waren, wie erhofft. Genaue Umsatzzahlen des Marktplatzes habe Rewe nicht veröffentlicht, heißt es in den Medienberichten.

Video: Discounter Penny startet mit eigenem Lieferservice

Online einkaufen: Supermärkte und Discounter haben ein spärliches Angebot

Lebensmittel online einkaufen ist eigentlich beliebter denn je. Gerade während der Pandemie, als viele Kontakte möglichst vermeiden wollten, wurden in Deutschland mehr Lebensmittel als zuvor im Internet vertrieben (weitere News rund um Digitales bei RUHR24).

Lieferdienste wie der Online-Supermarkt Picnic, der Kunden im Ruhrgebiet und im Rheinland beliefert, haben ihre Kapazitäten stark ausgeweitet. Picnic hatte seine Kundenzahl während der Pandemie sogar mehr als verdoppelt.

Die großen Discounter und Supermärkte tun sich aber weiter schwer, wenn es um die Lieferung von Lebensmitteln geht. Neben Rewe liefert Edeka als weiterer Supermarkt. Bei den Discountern ist Penny mit der Bringoo-App Vorreiter. Die Services sind aber zumeist nur in großen Städten nutzbar.

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