Reste gehören nicht in den Müll

Regrow: Gemüse, das immer wieder nachwächst -  einmal kaufen und ewig genießen

Nicht alle Gemüsereste sollte nach dem Kochen in die Tonne wandern!
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Nicht alle Gemüsereste sollte nach dem Kochen in die Tonne wandern!

Gesund und lecker: Gemüse. Und das muss nicht mal immer neu gekauft werden. Die Reste können einfach eingepflanzt und neu geerntet werden. So geht's!

  • Es klingt wie Zauberei, dabei ist es einfach nur die Kraft der Natur: Lebensmittel einmal kaufen und für immer zu Hause genießen.
  • Die Methode nennt sich Regrow, damit kann Gemüse und Obst einfach immer wieder zu Hause angepflanzt werden.
  • So können Verbraucher nicht nur Geld sparen, sondern auch an ihrem grünen Daumen feilen. 

Dortmund - Es klingt fast wie eine Light-Version des Schlaraffenlandes: Lebensmittel, die sich immer wieder erneuern - nachkaufen ist nicht mehr nötig. Was so zauberhaft klingt, ist ziemlich einfach umzusetzen, denn viele Gemüsesorten kann man zu Hause selber ziehen, wie RUHR24.de* berichtet.

Frucht 

Avocado

Wissenschaftlicher Name

Persea americana

Höhere Klassifizierung

Persea

Regrow your Veggies: Aus Abfall wird ein neues Lebensmittel

Ist die Avocado zu Guacamole verarbeitet und die Frühlingszwiebel liegt als Topping obendrauf, sollten die vermeintlichen Reste auf keinen Fall arglos weggeschmissen werden. Die Reste sind der Schlüssel zu mehr Lebensmitteln - das Zauberwort heißt Regrowing.

Denn übriggebliebene Kerne, Stiele und Stängel können oft mit wenig Aufwand wieder eingepflanzt werden. Innerhalb weniger Wochen wächst so ein neues nahrhaftes Lebensmittel heran. 

Frühlingszwiebeln nachzüchten - einfacher geht es kaum

Von den Frühlingszwiebeln bleibt beim Kochen meisten eh immer ein Stückchen über, das weiße Ende mit den Wurzelüberresten. Und genau daraus entsteht die neue Pflanze. Verbraucher, die mit der Frühlingszwiebel kochen, sollten darauf achten, mindestens zwei bis drei Zentimeter der Zwiebel überzulassen.

Das Wurzelende braucht nun lediglich frisches Wasser, Sonnenlicht und vielleicht ein bisschen Liebe um neue Triebe sprießen zu lassen. Die Wurzeln brauchen rund alle drei Tage frisches Wasser. Bereits nach ungefähr fünf Tagen sollten die ersten neuen Triebe zu sehen sein.

Schon nach einer Woche Wasser, Licht und Liebe können die ersten grünen Teile der Pflanze abgeschnitten und verspeist werden. Wer möchte, kann die Frühlingszwiebel auch in einen Topf voll Erde einpflanzen, wie Utopia berichtet, notwendig ist das aber nicht. Diese Methode eignet sich auch hervorragend für Zitronengras und Porreestangen.

Um die Frühlingszwiebel wieder sprießen zu lassen, einfach das untere Ende in Wasser stellen und wachsen lassen.

Gemüse mit Regrow selber ziehen: Zwiebeln mögen es feucht

Auch Zwiebeln haben mehr als nur ein Leben. Das scharfe Gemüse kann draußen auf dem Balkon* oder drinnen auf der Fensterbank wieder hochgezogen werden. Dafür muss lediglich das Wurzelende der Pflanze in einen Blumentopf mit Erde gesteckt und mit Muttererde (Hummus) bedeckt werden. 

Wichtig ist es, die Erde in den nächsten Tagen immer feucht zuhalten. Nach einiger Zeit sollte dann eine gesunde Zwiebelpflanze nachwachsen. 

Gemüse wieder einpflanzen: Für immer eine Knoblauchfahne dank Regrow

Ebenso der Zwiebel-Kollege Knoblauch ist nicht so einfach unterzukriegen. Wer seine Knollen schon mal im Regal vergessen hat, weiß, wie schnell sich seine grünen Fühler ausstrecken. Dass soll nicht unser Nachteil sein - im Gegenteil.

Wenn man die Zehen in eine Schale mit etwas Wasser legt, wird das Wachstum der kleinen Triebe noch beschleunigt. Sind die Sprossen lang genug, können sie geerntet und verspeist werden. Sie schmecken ähnlich wie die Knoblauchzehe, nur milder. Reicht das nicht, kann die Zehe auch in einen Topf voll Erde gepflanzt werden, bald können Knobi-Fans eine neue Knolle ernten. So steht der ewigen Knoblauchfahne nichts mehr im Wege - außer mit einigen wertvollen Tipps*.

Ingwer anpflanzen: Die Power-Knolle durch Regrow für immer im Haus

Ingwer ist besonders im Herbst und Winter eine beliebte Knolle. Neben den vielen gesundheitlichen Vorteile wärmt die scharfe Wurzel uns an kalten Herbsttagen von innen und hält uns gesund. Warum also nicht langfristig von Ingwer profitieren?

Liegt die Ingwerwurzel eine Zeit lang herum, bildet sie von ganz allein kleine grüne Triebe. Die können einfach abgebrochen und in einen Topf mit Erde eingepflanzt werden. Wird der kleine Spross regelmäßig gegossen, kann er nach einigen Monaten geerntet werden. Sind die Blätter abgestorben, ist es so weit und die Wurzel kann ausgegraben und zu Tee verarbeitet werden.

Avocado einpflanzen: Zwar nichts zu essen - aber schön anzusehen

Es ist wohl die Königsdisziplin des Regrows: die Avocado! Schon viele haben sich vergeblich daran versucht, einen kleinen Avocadobaum zu züchten mit nichts als einem Avocadokern. Um dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen, braucht es vor allem eins: Geduld!

Aber eins vorweg: Sollte es gelingen einen Avocadobaum hochzuziehen, große Hoffnungen auf eine Avocadofrucht sollte man nicht hegen, das wird in den heimischen vier Wänden nicht klappen. Schön ist er aber allemal.

Nach dem Genuss des Avocadofruchtfleisches, muss der Kern gründlich abgewaschen werden, es sollten sich keine Avocadoreste mehr am Kern befinden. Bevor es weiter geht, muss der Kern an der Luft trocknen (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de*).

Einen Avocadobaum anzupflanzen braucht viel Geduld, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Avocadobaum braucht viel Geduld und frisches Wasser

Ist der Kern sauber und trocken, können vier Zahnstocher rundherum hineingebohrt werden. Die Zahnstocher dienen als Halterung für den Kern, denn so wird er halb in ein Wasserglas gehängt - die dicke Seite ins Wasser, die dünne Seite oben in der Luft.

Das Wasserglas, in dem der Avocadokern hängt, braucht nun für die nächsten vier bis acht Wochen einen warmen hellen Platz. In der Zeit muss das Wasser regelmäßig erneuert werden, wie Öko-Test berichtet.

Video: Der Weg der Avocado

Der Kern sollte erst eingepflanzt werden, wenn sich die ersten Wurzeln bilden und oben Blatttriebe zu sehen sind. Dann darf der Kern in einen Blumentopf mit Erde wandern. Wichtig: Die obere Spitze des Kerns darf nicht mit Erde bedeckt sein.

Regrow für alle: Einfaches Prinzip einfach übertragen

Das Regrow-Prinzip lässt sich auf viele Gemüse- und auch auf Obstsorten übertragen. Oft ist es derselbe Ablauf: Einen Reste der Pflanze überlassen, im Wasser wurzeln lassen und wieder einpflanzen. Was die Natur nicht alles kann, Wahnsinn! Und nicht nur das: Mit einem einfachen Trick bekommt man auch Obst, Gemüse und sogar trockenes Brot wieder frisch*. 

So lassen sich Kartoffeln, Sellerie, Tomaten (die Kerne müssen gewaschen, getrocknet und anschließend eingepflanzt werden) und Salate, Ananas oder Mangos einfach wieder anpflanzen. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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