Fußball-Weltmeisterschaft 2022

Rewe kündigt DFB-Vertrag: Verband zeigt „One Love“-Symbol jetzt doch

Rewe hat die Kooperation mit dem DFB beendet. Der Verband nutzt die Möglichkeit, um doch noch „Farbe zu bekennen“.

Update, Freitag (25. November), 8.30 Uhr: Nachdem Rewe am Dienstag (22. November) die Partnerschaft mit dem DFB beendet hat, zeigt der Fußballverband nun doch Regenbogenfarben. Wie die BILD berichtet, hat der Verband im Trainingszentrum „Al Shamal“ den ehemaligen Sponsoren Rewe auf den Werbebanden durch das „One Love“-Symbol ersetzt.

Zumindest bei Pressekonferenzen und Interviews ist damit nun doch ein Zeichen für Toleranz und Gleichberechtigung gesetzt. Am Freitag (25. November) um 10 Uhr treten zunächst die Nationalspieler Kai Havertz (23) und Julian Brandt (26) vor die Presse. Ob dann auch Fragen zum neuen „Sponsoring“ fallen, bleibt abzuwarten.

Gegenüber der BILD teilt der DFB auf Anfrage mit, dass der Verband aufgrund der Vertragskündigung durch Rewe die Chance erhalten habe, das „One Love“-Symbol abzubilden. Denn das Gastgeberland Katar hat am Ende der ersten Runde der Gruppenphase eine regelrechte Kehrtwende gemacht. Ab sofort sind Regenbogenfarben in Stadien erlaubt.

Rewe kündigt DFB-Zusammenarbeit: Verband will rechtlich gegen die FIFA vorgehen

Update, Donnerstag (24. November), 16.30 Uhr: Der DFB selbst hat sich nun ebenfalls zu dem „One Love“-Skandal geäußert. Dieser wolle sich scheinbar doch nicht so schnell kleinkriegen lassen, und stattdessen rechtliche Schritte gegen den Weltverband einleiten, damit Manuel Neuer doch noch mit der „One Love“-Kapitänsbinde auf dem Fußballfeld spielen kann.

Der DFB hat nun doch eine Möglichkeit, das „One Love“-Symbol zu zeigen.

„Die FIFA hat uns ein Zeichen für Diversität und Menschenrechte verboten. Sie hat dies mit massiven Androhungen sportlicher Sanktionen verbunden, ohne diese zu konkretisieren“, erklärt DFB-Sprecher Steffen Simon auf SID-Anfrage.

Nun könnte der DFB vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ziehen, wie die Bild berichtet. Ob Manuel Neuer die Kapitäns-Binde am Mittwoch tragen wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Rewe beendet Kooperation mit DFB: Wegen „One Love“-Skandal bei der WM

Erstmeldung, Dienstag (22. November), 14.49 Uhr: Die Fußball-WM 2022 in Katar hat schon vor dem Eröffnungsspiel für Schlagzeilen gesorgt und war umstritten. Nun distanziert sich der Supermarkt Rewe vom DFB. Schuld daran ist eine Entscheidung bezüglich der „One Love“-Binde des Kapitäns Manuel Neuer.

In Katar ist Homosexualität verboten und kann sogar bestraft werden. Um ein Zeichen gegen die Diskriminierung des Landes zu setzen, wollten einige Fußballmannschaften bei der WM ein klares Zeichen setzen: Der Kapitän der jeweiligen Mannschaft sollte eine Kapitänsbinde mit den Worten „One Love“, also „eine Liebe“ tragen (mehr Service-News bei RUHR24).

DFB knickt nach FIFA-Drohungen ein und streicht Pläne für „One Love“-Binde

Die Deutsche Nationalmannschaft wollte bei dem ersten Spiel ihren Teil ebenfalls dazu beitragen – zumindest bis jetzt. Mittlerweile ist bekannt, dass der Kapitän Manuel Neuer die „One Love“-Binde doch nicht tragen wird. Fifa habe deutlich gemacht, dass sportliche Konsequenzen drohen, sobald diese Binde auf dem Spielfeld getragen wird.

Zu groß war offenbar die Angst vor einer Gelben Karte und Punktabzügen. Der Supermarkt Rewe hat dafür allerdings kein Verständnis, und beendet daraufhin kurzerhand die Kooperation mit dem DFB.

Rewe beendet Kooperation mit DFB und setzt ein Zeichen: „Wir stehen ein für Diversität“

REWE Group CEO Lionel Souque erklärt dazu in einer Pressemitteilung; „Wir stehen ein für Diversität – und auch Fußball ist Diversität. Diese Haltung leben wir und diese Haltung verteidigen wir – auch gegen mögliche Widerstände. Die skandalöse Haltung der FIFA ist für mich als CEO eines vielfältigen Unternehmens und als Fußballfan absolut nicht akzeptabel.“

Das Unternehmen wolle sich deshalb in aller Deutlichkeit von der Haltung der FIFA distanzieren. Dies habe Rewe dem DFB selbst mitgeteilt. Die Fußball-Sammelalben von Rewe werden deshalb nun gratis an die Kunden weitergegeben. Die bisherigen Erträge sollen nach der Promotion gespendet werden. Der deutschen Nationalmannschaft sowie den Spielern wünscht das Unternehmen dennoch viel Erfolg für die WM 20222: „Wir stehen an eurer Seite und fiebern mit euch mit!“, so Souque weiter.

Seit Oktober soll bereits feststehen, dass Rewe künftig auf die Kooperation mit dem DFB verzichte – von der WM sei davon allerdings keine Rede gewesen. Die kurzfristige Entscheidung erfolgte somit offenbar spontan. Auf Instagram bekommt Rewe für diese Aktion Zuspruch. „Riesen Respekt. Das hat sicherlich viel Mut gebraucht“, kommentiert beispielsweise ein Nutzer. Eine anderer teilt die Meinung und kommentiert: „Hoffentlich ziehen die Anderen nach!“ Ob dies tatsächlich geschieht, bleibt vorerst jedoch abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Ulmer/Teamfoto/Imago, Michael Gstettenbauer/Imago; Collage: RUHR24

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