Auch Rewe, Lidl und Kaufland

Corona: Edeka und Aldi treffen endgültige Entscheidung zur Maskenpflicht

Mit Ende des Infektionsschutzgesetzes am 2. April fällt auch die Maskenpflicht. Supermärkten und Discountern steht es frei, ob sie daran festhalten oder nicht.

Dortmund – Es hat den Anschein, als wolle man in Deutschland dem Coronavirus sprichwörtlich freien Lauf lassen. Denn trotz hoher Inzidenzen endet am Wochenende (2. April) das aktuelle Infektionsschutzgesetz und die meisten Corona-Regeln finden damit ein Ende. Darunter auch die Maskenpflicht. Supermärkte und Discounter können die Regel jedoch weiterhin per Hausrecht verlängern.

Infektionsschutzgesetz (IfSG)Grundlage für die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie
Inkrafttreten der letzten ÄnderungSonntag, 20. März 2022
InhaltU.a. Basisschutzmaßnahmen, Hotspot-Regelung, Maskenpflicht im Luft- und Personenfernverkehr
Gültig bis23. September 2022

Maskenpflicht fällt ab 2. April: Edeka, Aldi und Lidl können Regel per Hausrecht verlängern

Es mangelte nicht an Kritik an der Entscheidung der deutschen Bundesregierung, nahezu alle Corona-Regeln ab dem 2. April auslaufen zu lassen. Selbst Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schien mit dem Ende der Maßnahmen nicht ganz zufrieden zu sein.

Der SPD-Politiker appellierte an die Einzelhandelsketten, die Maskenpflicht weiterhin per Hausrecht aufrechtzuerhalten. Erste Supermärkte und Discounter, darunter Lidl, Kaufland, Edeka und Aldi, haben sich nun entschieden und mitgeteilt, dass sie dem Appell von Lauterbach nicht folgen wollen. Heißt: Ab kommender Woche muss bei Aldi, Edeka und Co. keine Maske mehr beim Einkaufen* getragen werden.

Aldi und Edeka verzichten ab sofort auf die Maskenpflicht beim Einkaufen

Der Supermarktkonzern Edeka gab gegenüber der Deutschen Presseagentur (DPA) an, die Maskenpflicht ab Montag (4. April) grundsätzlich nicht mehr aufrechterhalten zu wollen. Man empfehle seinen Kunden zwar weiterhin freiwillig beim Einkaufen eine Maske zu tragen, per Hausrecht wolle man die Regel jedoch nicht durchsetzen, heißt es vonseiten des Supermarktes.

„Da fehlen uns die Möglichkeiten der Kontrollen“, sagte eine Edeka-Sprecherin der DPA. Die Regierung könne nicht erwarten, dass man mithilfe des Hausrechts weiterhin die Maskenpflicht durchsetze und damit die Verantwortung auf die Supermärkte abgewälzt wird, heißt es weiter.

Denn: Die Regierung hält nur noch in Ausnahmefällen oder in besonderen Corona-Hotspots an der Maskenpflicht fest. In allen anderen Fällen haben Einzelhändler freie Hand und dürfen selbst entscheiden, ob sie die Maske weiterhin zur Pflicht beim Einkaufen machen. Eine allgemeine gesetzliche Grundlage fehlt jedoch dafür.

Ende der Maskenpflicht im Supermarkt und Discounter: Aldi macht klare Ansage

Nicht nur Edeka will deshalb auf die Maskenpflicht verzichten, auch Aldi hat sich diesbezüglich entschieden. Gegenüber Focus gab der Discounter ebenfalls an, dass man die Maskenregel nicht aufrechterhalten wolle. Ebenso wie Edeka behält Aldi es sich vor, seinen Mitarbeitern und Kunden zu empfehlen, weiter die Maske zu tragen.

Vonseiten der Pressestelle von Aldi heißt es außerdem dazu: „Mit Blick auf das Auslaufen der Übergangsfrist am 2.4. gilt es nun abzuwarten, wie anschließend die konkrete Ausgestaltung der Corona-Schutzverordnungen der Bundesländer aussehen wird. Die darin festgelegten Regelungen werden für uns maßgebend sein.“

Die Maskenpflicht fällt am 2. April. Auch viele Supermärkte und Discounter verzichten dann auf die Corona-Regel.

Rewe, Aldi, Lidl und Edeka treffen Entscheidung zur Maskenpflicht beim Einkaufen

Das heißt, dass man nur in Corona-Hotspots an der Maskenregel im Supermarkt festhält, in allen anderen Filialen müssen die Kunden keinen Mundschutz mehr beim Einkaufen tragen.

Lidl und Kaufland hatten gegenüber echo24* ebenfalls angegeben, die Maskenpflicht nicht flächendeckend per Hausrecht durchzusetzen. Man halte sich an die gesetzlich vorgesehene Verordnung und die darin geforderten Maßnahmen. Im Klartext bedeutet das somit auch, dass die Maskenpflicht ab Samstag (2. April) beim Einkauf bei Lidl und Kaufland vorerst wegfällt.

Auch Rewe will im Hinblick auf die Maskenregel keinen Alleingang wagen. Der Supermarkt mit Hauptsitz in Köln orientiert sich damit ebenfalls an den gesetzlichen Vorgaben und will keine Maskenpflicht per Hausrecht in seinen Filialen durchsetzen – mit Ausnahme von Geschäften in den besagten Corona-Hotspots. *Echo24 ist wie RUHR24 ein Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Ab wann gilt eine Region als Hotspot?

Laut der neusten Fassung des Infektionsschutzgesetzes kann der Landtag eine bestimmte Region als Hotspot erklären, wenn wegen einer besonders hohen Zahl an Neuinfektionen eine Überlastung der Krankenhauskapazitäten droht. Per Gesetz gibt es jedoch keine Kriterien dafür, wann eine Überlastung der Krankenhäuser gegeben ist. Die Bundesländer müssen das mit eigenen Argumenten begründen.

Wenn eine Region als Hotspot erklärt wird, dann werden bestimmte Corona-Maßnahmen wieder reaktiviert – zum Beispiel gilt dann wieder die Maskenpflicht in Innenräumen.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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