Neue Regeln für Führerscheine kommen – EU stimmt ab

Die Entscheidung ist gefallen. Der Führerschein soll bald EU-weit umgekrempelt werden. Diese Neuerungen kommen möglicherweise auf uns alle zu.
Dortmund – Die EU arbeitet aktuell an einer 4. Führerscheinrichtlinie. Diese soll die Unfallzahlen deutlich reduzieren. Am 28. Februar hat das Parlament über seine endgültige Position abgestimmt. Ein Punkt, der vorerst abgelehnt wurde, sind verbindliche Gesundheitschecks für ältere Autofahrer.
Neue Regeln für Führerscheine kommen – EU stimmt ab
Dass bei Rentnern die Fahrtauglichkeit überprüft werden soll, ist somit wohl zunächst vom Tisch. Mit einer solchen Vorschrift hätten Verkehrstauglichkeitsüberprüfungen oder Auffrischungskurse in allen Mitgliedstaaten leichter umgesetzt werden können. Nun soll jeder EU-Staat selbst entscheiden, ob die Fahrtauglichkeit bei Führerscheinverlängerung und -ausstellung veranlasst werden soll.
Anders sieht es mit der Probezeit aus. Diese soll zukünftig EU-weit einheitlich geregelt sein. Fahranfänger sollen künftig eine zweijährige Probezeit durchlaufen. Unter anderem gelten während der Probezeit strengere Alkoholgrenzwerte.
Macht ein Fahranfänger während seiner Probezeit noch einen weiteren Führerschein, bleibt es bei der Restprobezeit des ersten Führerscheins. Eine Ausnahme gilt nur, wenn diese weniger als sechs Monate beträgt, dann verlängert sich die Probezeit mit dem zweiten Führerschein automatisch wieder auf sechs Monate. Daneben kommen weitere Änderungen auf Autofahrer zu.
Neue Regelung: Der digitale Führerschein kommt
Die letzte signifikante Änderung ist der digitale Führerschein, so der ADAC. Der Führerschein auf dem Smartphone soll dem bisherigen Führerschein vollkommen gleichgestellt sein.
Was ist sonst noch neu? Die Gültigkeit von Führerscheinen soll auf mindestens 15 Jahre begrenzt werden. Das gilt für Autos, Motorräder und Traktoren. Bei Lkw sind es fünf Jahre.
Neuerungen beim Führerschein: Früherer Zugang zum Berufskraftverkehr
Junge Fahrer sollen, so Chip.de, demnächst ab 17 Jahren begleitet fahren dürfen. In einigen Ländern, so auch Deutschland, gibt es dieses Modell jetzt schon. Zusätzlich wird in einem Entwurf darüber gesprochen, dass dies auch für den Lkw-Führerschein gilt, um jungen Leuten so frühzeitig den Zugang zum Berufskraftverkehr zu ermöglichen.
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Jetzt müssen sich das Parlament, die EU-Kommission und der Ministerrat noch einig werden. Im Herbst, nach der Europawahl, kann man dann mit einem neuen Kompromissvorschlag rechnen. Ist die neue EU-Führerscheinrichtlinie dann beschlossen, muss sie in Deutschland noch in nationales Recht umgesetzt werden.