Veränderungen im Juli

Lidl, Netto, DM und Co.: Praktischer Service in fast allen Geschäften startet im Juli

Ausgediente Geräte best möglich zu recyceln ist keine leichte Aufgabe. Ein neues Gesetz soll es Verbrauchern leichter machen, doch es gibt Probleme.

Deutschland – Supermärkte wie Lidl und Netto, aber auch Drogerien wie DM oder Rossmann werden bald zur Verantwortung gezogen. Elektrogeräte sind in ihren Sortimenten in großer Anzahl zu finden. Deshalb müssen sie in Zukunft auch Elektroschrott annehmen. Und zwar, ohne das ein neues Gerät bei ihnen gekauft wurde. Das passt vielen Ketten offenbar nicht ins Konzept.

OrganisationDeutsche Umwelthilfe
Gründung1975
SitzRadolfzell

Discounter nehmen Waffeleisen und Handys ab Juli zurück - auch wenn sie kaputt sind

Ab dem 1. Juli sind Lebensmitteleinzelhändler mit einer Gesamtfläche von mehr als 800 Quadratmetern verpflichtet, alte Wasserkocher, Mixer oder Handys in haushaltsüblichen Mengen zurückzunehmen. Dabei soll es nicht wichtig sein, ob ein neues Elektrogerät im Laden gekauft wurde. Dieses neue Gesetz soll eigentlich für mehr Umweltschutz sorgen. Aktuell sorgt es aber für Missmut auf Seiten von Umweltschützern und der Einzelhändler.

Die Deutsche Umwelthilfe sieht Rewe, Aldi und Netto nämlich schlecht auf die neue Regelung vorbereitet. Das hat eine aktuelle Umfrage vom Umwelt- und Verbraucherschutzverband unter den 13 größten Supermärkten und Drogerien ergeben. Laut einer Pressemitteilung konnte keiner der Märkte der Deutschen Umwelthilfe ein Konzept vorlegen, was für mehr Umweltschutz sorgen würde oder verbraucherfreundlich ist.

Deutsche Umwelthilfe schlägt Alarm: Märkte nicht auf Rücknahme von Elektroschrott vorbereitet

Laut der Umwelthilfe wäre genau das aber sehr wichtig, damit Geräte repariert, oder die Rohstoffe wiederverwertet werden können. Auch sei es wichtig, Schadstoffe fachgerecht zu entsorgen (mehr Supermarkt-News bei RUHR24).

Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz formuliert es so: „Supermärkte, Discounter und Drogerien bringen massenhaft Elektrogeräte in Umlauf und es wird Zeit, dass auch sie Verantwortung für deren Entsorgung übernehmen. Es ist allerdings schockierend zu sehen, dass viele Unternehmen trotz einer langen Vorbereitungszeit von mehr als einem Jahr noch immer keine verbraucherfreundlichen Konzepte vorlegen können.“

Deutsche Umwelthilfe plant Testbesuche bei Aldi, Rewe oder Norma

Die Konzepte, welche zum Beispiel Aldi-Süd oder Lidl bislang vorleget hätten, seien nicht ausreichend, meint die Umwelthilfe. Demnach sei es zum Beispiel geplant, dass Kunden Geräte direkt an der Supermarkt-Kasse abgeben und ein Hinweisschild sie darüber aufklärt.

Die Umwelthilfe findet, dass würde Kunden nicht genug informieren und für Stress-Situationen sorgen. Deshalb wolle die Umwelthilfe Kontrollen durchführen und Verstöße zur Anzeige bringen. Edeka und Netto-Nord wollen in kleineren Märkten gar keinen Elektroschrott annehmen.

Elektrogeräte in Supermärkten kostenlos abgeben: Das fordert die Deutsche Umwelthilfe

Sammelbehälter am Eingangsbereich oder eine Extra-Abgabestelle mit Kontakt zu Mitarbeitern, das fordert die Deutsche Umwelthilfe von den Märkten. So soll auch sichergestellt sein, dass Kunden die Geräte fachgerecht entsorgen.

Ausrangierte Haushaltsgeräte und andere Elektrogeräte liegen in einem Sammelbehälter.

Außerdem sei es wichtig, was weiter mit den Geräten passiert. Laut einer Mitteilung der Umwelthilfe würde kein Markt die reparierbaren Geräte vom Schrott trennen. Auch die Entsorgungs-Frage sei nicht abschließend geklärt. Eine andere Neuerung, welche Supermärkte gerade sehr beschäftigt: Preisschilder sehen anders aus, um Kunden vor Abzocke zu schützen.

Neue Regel verpflichtet Supermärkte Elektroschrott zurückzunehmen

Mit der neuen Pflicht für Einzelhändler dürfen Kunden Geräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 cm kostenfrei im Markt abgeben. Wer ein größeres Gerät kauft, darf auch größeren Schrott abgeben. Die Lebensmittelhändler müssen darüber informieren. Ziel ist es, dass Elektroschrott mehr und besser recycelt wird. Dass zum Beispiel alte Handys nicht im Müll landen sollten, beweisen zahlreiche Lifehacks, die dem Gerät ein neues Leben schenken.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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