Konkurrenz übernimmt

Filialen von Real endgültig dicht: Das passiert mit Umtausch, Garantie und Sammelpunkten

Die Filialen von Real stehen vor dem Aus. An den meisten Standorten ist ein schon ein anderes Geschäft zu finden. Was sollten Kunden jetzt beachten?

Dortmund - Die Filialen des Lebensmittelhändlers Real werden weiterhin reduziert. Dort, wo die Kette ihre Geschäfte hatte, sind mittlerweile andere Supermärkte. Die meisten Gebäude wurden von Edeka, Kaufland, Rewe und Globus übernommen.

HandelsketteReal
Gründung1992, Deutschland
HauptsitzMönchengladbach

Nur wenige Filialen von Real übrig: Edeka, Kaufland und mehr übernehmen Geschäfte

Aber was genau ändert sich jetzt bei Real? Grundsätzlich bleiben nur noch wenige Filialen der Handelskette in Deutschland übrig. Auch eine Real-Filiale in Dortmund schließt. Die meisten der insgesamt 277 Standorte werden von anderen Supermarkt-Riesen übernommen. Bisher sieht die Aufteilung wie folgt aus:

  • Edeka übernimmt 72 real-Filialen.
  • Kaufland übernimmt 92 Standorte.
  • Globus zieht in 16 ehemalige Real-Märkte ein.

Die Übernahmen durch Kaufland und Edeka wurden größtenteils schon durch das Bundeskartellamt genehmigt. Bei einigen Filialen führt das Unternehmen aber noch Verhandlungen. Laut Chip gehört zu den Interessenten für eine mögliche Übernahme auch der Supermarkt Bela, der in Norddeutschland über 80 Filialen hat. Auch Tegut und Hit haben demnach Interesse an den alten Real-Filialen.

Filialen von Real geschlossen: Was passiert bei Umtausch und mehr?

Real ist nicht nur als Supermarkt bekannt, sondern auch für den Verkauf von sogenannten Non-Food-Artikeln. Dazu zählen etwa Haushaltsartikel aber auch kleinere bis große Elektroartikel. Doch an wen müssen Kunden sich bei Umtausch oder gar einer Reklamation zukünftig wenden?

Wer Artikel im Online-Shop oder in einer Filiale von Real gekauft hat, kann die Produkte nicht wie gewohnt an gleicher Stelle zurückgeben und muss sich an Real wenden. Bei einem Garantiefall sollten Betroffene am besten direkt Kontakt mit dem Hersteller aufnehmen.

Aber wie erreicht man Real in Zukunft? Denn: Auch das Online-Angebot es Supermarktes schwindet. Wie Chip berichtet, werden Kunden von Real bereits seit einigen Wochen über die Änderung informiert: „Aus real.de wird kaufland.de“ hieß es auf der offiziellen Seite des Händlers.

Real auch online nicht mehr vertreten: Wie erreichen Kunden den Supermarkt?

Die Domain „www.real.de“ führt demnach automatisch auf die Homepage von Kaufland. Auch das komplette Angebot von Real soll auf die Seite des Konkurrenten umgezogen sein.

Kunden können sich sogar weiterhin mit ihrem bisherigen Account von real.de bei dem Online-Shop anmelden. Die Bestellungen werden aber nicht mehr von Real, sondern von Kaufland angenommen, koordiniert und verschickt. Grundsätzlich beantwortet also auch der Kaufland-Kundenservice Anfragen.

Der Online-Shop von Real wird von Kaufland übernommen.

Kundenservice von Real immer noch erreichbar - einige Filialen bestehen weiterhin

Wenn allerdings Rückfragen bestehen, bei denen Kunden sich gezielt an Real wenden müssen, bietet die Internetseite www.real-markt.de Hilfe. Hier können Verbraucher über ein Menü direkt die Kontaktdaten des Kundenservice aufrufen. Außerdem werden die Filialen von Real aufgelistet, die nach wie vor geöffnet haben.

Allerdings dürfte sich diese Ansicht bald ändern. Wie Lebensmittel Zeitung berichtet, sollen 2021 noch bis zu 150 Real-Märkte an die Konkurrenz übertragen werden. Die restlichen Übernahmen sollen bis Mitte 2022 abgewickelt sein.

Kundenprogramm von Real: Ab Juni ist Schluss mit Real Pro

Das eigene Kundenbindungsprogramm Real Po wurde schon eingestellt. Eine Neunanmeldung ist damit nicht mehr möglich. Wer bereits Mitglied ist, kann den Dienst aber bis zum Ende der einjährigen Vertragslaufzeit nutzen. Spätestens im Juni 2021 soll aber auch Real Pro komplett eingestellt werden.

Für eine Jahresgebühr von 69 Euro erhielten Mitglieder hier dauerhaft 20 Prozent Rabatt auf Lebensmittel, Getränke, Drogerieprodukte und Tiernahrung. Weitere zehn Prozent Rabatt gab es auf Spirituosen und Liköre.

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