Ganz ohne Chemie

Raupen im Garten loswerden: Einfache Hausmittel bekämpfen die Vielfraße

Ein Raupenbefall im heimischen Garten kann schnell für Frust sorgen. Gegen die Vielfraße gibt es aber einfache Tricks, die ganz ohne Chemie auskommen.

NRW – Gartenbesitzer kennen das Dilemma. Zwar werden aus den Raupen beneidenswert schöne Schmetterlinge, doch auf dem Weg dorthin machen sich die Plagegeister gerne über die mühsam gepflegten Pflanzen im heimischen Garten her. Ehe man sich versieht, haben die unerwünschten Gäste, dazu zählt laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auch die für den Menschen gefährliche Eichenprozessionsspinner-Raupe, Löcher in die vormals ästhetisch anmutenden Blätter gefressen. Doch gegen die weniger gefährlichen Larven im Beet können Hobbygärtner fünf einfache Tricks anwenden – und das, ohne die Chemiekeule zu schwingen.

RaupenLarven der Schmetterlinge
Stadiumhauptsächlich nahrungsaufnehmendes Stadium des Schmetterlings
RaupenfutterpflanzenBrennnesseln, Klee und Wicken, Veilchen, Sauerampfer, Kreuzblütler

Raupenbefall: Fünf einfache Tricks machen den Raupen das Leben schwer

Natürlich können die Larven geduldig aufgesammelt und in weit entfernten Wiesen ausgesetzt werden. Allerdings empfiehlt 24garten weniger mühsame und dazu noch weitestgehend natürliche Alternativen.

Fressfeinde hat die Raupe schließlich genug. Laut dem naturwissenschaftlichen Verein Wuppertal „gehören neben Vögeln, Spinnen und Wespen und anderen Raubinsekten, vor allen Dingen Parasitoide wie Schlupfwespen und Raupenfliegen“ zu den Hauptfeinden der Schmetterlingsraupen.

Raupenbefall: Fressfeinde gehen auf Raupenjagd – Bienen verbreiten Angst und Schrecken

Auch Bienen versetzen die Raupen 24garten zufolge „in Dauerstress“. Laut Forschern der Universität Würzburg könnten Raupen nicht zwischen Wespen und Bienen unterscheiden. Nähert sich nun eine Biene, so blieben die Schmetterlingsraupen „entweder regungslos auf der Pflanze sitzen, an der sie gerade knabbern“ oder sie träten direkt den Rückzug an, indem sie „sich zur Sicherheit von den Blättern fallen“ lassen, erklärten die Experten.

Das hätten Versuche gezeigt, berichtet Stern. Das Interessante daran: Bienen und Wespen sind für Raupen eigentlich harmlos, doch die Blattfresser „erkennen mit ihren feinen Sinneshärchen (...) die Luftbewegung, die durch den Flügelschlag der heranfliegenden Feinde entsteht“ und gehen daraufhin in Deckung.

Ob sich Bienen nun auch großflächig als Schädlingsbekämpfer und damit indirekt als Nützlinge eignen, müsse noch herausgefunden werden. 24garten empfiehlt, „besonders bienenfreundliche Gewächse im heimischen Garten zu beheimaten und sie gezielt in der Nähe des Beets anzupflanzen.“ Zu diesen bienenfreundlichen Gewächsen zählen beispielsweise Petersilie, Lavendel oder Basilikum.

Raupenbefall: Kräuter halten Raupen fern, Hühner freuen sich auf eine Mahlzeit

Schmetterlingsraupen fressen zwar viel, doch bei Thymian, Oregano oder Rosmarin vergeht ihnen der Appetit. Deswegen können Hobbygärtner diese Kräuter anbauen, um die Schädlinge mit deren Duft, der aus den enthaltenen ätherischen Ölen resultiert, abzuschrecken.

Wenn die Kapazitäten vorhanden sind, können auch Hühner im Garten gehalten werden. Sie gehen liebend gerne auf Käfer- und Raupenjagd. Wie 24garten anmerkt, erfordere die Hühnerhaltung im Garten aber „viel Arbeit und Pflege.“

Gegen Raupenbefall im Garten gibt es einfache Tricks.

Raupenbefall: Fliegengitter und Neemöl-Duft wirken wahre Wunder

Damit Raupen und andere Schädlinge gar nicht erst bis zu den Pflanzen vordringen, kann auch ein Fliegengitter über die schützenswerten Gewächse gezogen werden. Dieses ist für die ungebetenen Gäste zu undurchlässig, Licht, Regen und Sauerstoff gelangen dennoch zu den Pflanzen.

Außerdem ist der Geruch von Neemöl für viele Raupen schwer zu ertragen. Wer seine Pflanzen dank dieses Duftes schützen will, kann einfach acht Esslöffel Neemöl mit vier Litern Wasser mixen und das Gemisch mithilfe einer Sprühflasche direkt auf die Blätter spritzen. Wie der NDR berichtet, soll dieses „rein ökologische Mittel (...) gegen unterschiedliche beißende und saugende Schädlinge wie Käfer, Raupen, Läuse oder Spinmilben sowie Pilzkrankheiten wie Mehltau“ wirken.

Rubriklistenbild: © Steffen Schellhorn/Imago

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