Krankschreibung gilt nicht

Job-Kündigung nach Urlaub im Risikogebiet: Das Problem mit der Quarantäne

Trotz Coronavirus genießen viele Deutschen ihren Urlaub - auch in Risikogebieten. Doch das kann sogar bis zur Kündigung führen.
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Trotz Coronavirus genießen viele Deutschen ihren Urlaub - auch in Risikogebieten. Doch das kann sogar bis zur Kündigung führen.

Nach einem Urlaub im Coronavirus-Risikogebiet ist eine Kündigung im Job möglich. Das Problem mit der Quarantäne

  • Viele freuen sich derzeit trotz Corona-Krise auf ihren Urlaub - auch, wenn es in ein Risikogebiet wie die Türkei geht.
  • Doch bei der Rückkehr sollte man die zwei Wochen Quarantäne nicht vergessen, denn sonst droht die Kündigung.
  • Denn auch Arbeitgeber haben in Krisenzeiten mehr Rechte und können sogar zum Coronatest zwingen.

Nordrhein-Westfalen - Steht die zweite Corona-Welle durch die vielen Urlaubsrückkehrer bevor? Das fragen sich sicherlich viele, wenn man sich die steigenden Infektionszahlen der letzten Tage und Wochen anschaut. Viele Urlauber müssen nach ihrer Rückkehr aus ihrem Urlaubsgebiet in eine zweiwöchige Quarantäne - doch dann kommt oftmals die böse Überraschung.

Weltweite Coronavirus-Pandemie hält Urlauber nicht von Reisen in Risikogebiet ab

Trotz Reisewarnungen reisen viele Deutsche in diesem Sommer in Risikogebiete wie etwa die Türkei oder weitere Nicht-EU-Länder. Obwohl das Coronavirus noch weiter wütet, wollen sie sich ihren Urlaub nicht vermiesen lassen. Dass das allerdings auch Konsequenzen haben kann, daran denken wohl die wenigsten.

Derzeit sind rund 100 Länder vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiete eingestuft. In der Regel sind das Länder, die nicht in der EU liegen. Wer aus diesen Gebieten wieder nach Deutschland zurückkehrt, muss sich zwei Wochen in Quarantäne begeben (alle Service-Artikel bei RUHR24).

Zwei Wochen Corona-Quarantäne nach Urlaub in Risikogebiet muss vorher geplant werden

"Für eine zweiwöchige Reise in ein Risikogebiet sollte sich demnach vier Wochen Urlaub genommen werden", so Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde gegenüber der Hamburger Morgenpost. Sich nur zwei Wochen Urlaub zu nehmen und die Quarantäne trotz Arbeit einzuhalten, würde nicht gehen.

Ein Krankenschein ist allerdings auch keine Lösung: "Selbst wenn Arbeitnehmer als krank gelten würden, können Sie nicht ohne weiteres damit rechnen, dass der Arbeitgeber das auch als Krankheit anerkennt", so der Sprecher.

Kein Lohn wegen Quarantäne: Arbeitnehmer sollten die zwei Wochen zusätzlich planen

Über die Folgen sollte man sich schon vor dem Antritt in den Urlaub Gedanken machen. Entsprechende Informationen zu Quarantäne-Bestimmungen gibt es etwa beim Bundesinnenministerium. Wenn man nach dem Urlaub zwei Wochen in Quarantäne geht, sind Arbeitgeber nicht rechtlich verpflichtet, für diese ausgefallenen zwei Wochen Lohn zu bezahlen, warnen Rechtsanwälte.

Video: Urlaub 2020: Das ist trotz Coronavirus erlaubt

Allerdings: Wenn das Reiseziel vor dem Antritt der Urlaubsreise noch nicht als Risikogebiet eingestuft war, bekommt man trotz Quarantäne weiterhin sein Gehalt - schließlich könne man für die Verhinderung in diesem Fall nichts. Geld gibt es auch, wenn man seinen Job im Quarantäne-Home-Office wie gewöhnlich nachgehen kann.

Quarantäne-Falle nach Urlaub in Risikogebiet - Abmahnung und Kündigung möglich

Arbeitgeber haben aber noch weitere Rechte, die sie bei ihren Arbeitnehmern durchsetzen können. So können Chefs verlangen, dass der Arbeitnehmer einen Coronavirus-Test macht, um seine Tätigkeit nach dem Urlaub wieder aufnehmen zu können.

Viele Menschen kommen derzeit aus ihrem Urlaub zurück, einige davon aus Corona-Risikogebieten. Diese müssen sich jetzt zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Wer sich weigert und deshalb in Quarantäne muss, riskiert sogar eine Abmahnung und im schlimmsten Fall eine Kündigung. Was ein Arbeitgeber allerdings nicht machen kann: die Reise in ein Risikogebiet verbieten. 

Mehr Rechte für Arbeitgeber: Man darf Arbeitnehmer zum Corona-Test zwingen

Normalerweise sind Arbeitnehmer nicht verpflichtet, ihrem Chef den Aufenthaltsort während des Urlaubs zu verraten - doch wegen Corona hat sich auch in Sachen Arbeitsrecht so einiges geändert. Da ein Chef seine Mitarbeiter schützen muss, darf dieser in der Pandemie-Zeit darauf bestehen, das Reiseziel seiner Arbeitnehmer zu erfahren.

Auch hier wäre eine Abmahnung und eine Kündigung möglich, wenn man sich weigert, das Reiseziel zu verraten. Wer allerdings in ein Nicht-Risikogebiet reist, muss sich um eine Quarantäne erstmal keine Gedanken machen und kann ganz entspannt, und hoffentlich gesund, die Sonne genießen.