Im Notfall

Positiver Coronatest: Was Infizierte und ihre Kontaktpersonen unbedingt beachten müssen

Was ist zu tun, wenn der Corona-Test positiv ist oder man in Kontakt mit einem Covid-19-Infizierten war? Eine Anleitung für Betroffene.

Dortmund - In manchen Städten von NRW melden Gesundheitsämter aufgrund der vielen Corona-Neuinfizierten Alarmzeichen der Überlastung. Städte wie Dortmund setzen sogar auf die Hilfe Bundeswehr. Dabei kann jeder mithelfen, die Überlastung zu bremsen.

NameCOVID-19-Virus
Häufigste SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit
Seltenere SymptomeGliederschmerzen, Halsschmerzen, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns Durchfall

Coronavirus: Gesundheitsamt setzt auf Eigenverantwortung von Positiven und Kontaktpersonen

Es kommt also auf die Bürger an und auf deren Eigenverantwortung. Dortmund zum Beispiel appelliert an die Bevölkerung, im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus - oder beim Kontakt zu einer infizierten Person - bestimmte Regeln zu beachten.

Wichtig ist: Wer positiv getestet wurde, muss sich nicht selbstständig beim Gesundheitsamt melden. Die Labore geben das bereits weiter. Die Gesundheitsämter melden dann sich in der Folge telefonisch bei der positiv getesteten Person.

Gesundheitsamt meldet sich in jeden Fall bei Corona-Positiven und Kontaktpersonen

In Dortmund soll das idealerweise noch am selben Tag der Übermittlung des Laborbefunds passieren. Aufgrund der zuletzt hohen Zahl neuer Fälle kann sich der Anruf aber auch verzögern. Mehrere Tage könne es dauern, bis sich jemand vom Gesundheitsamt melde. Aber: Der Anruf kommt in jedem Fall.

Wichtig: Ist man Corona-positiv, muss man sich sofort in häusliche Isolation begeben - auch ohne, dass das Gesundheitsamt sich meldet. Häusliche Isolation heißt:

  • sofort nach Erhalt des Befunds nur noch zu Hause bleiben, vorsichtshalber schon möglichst zu Hause bleiben, bevor der Befund da ist,
  • keinen Besuch mehr empfangen,
  • wenn möglich, Kontakt zu anderen Haushaltsmitgliedern vermeiden oder auf Abstand gehen.

Auch alle Mitglieder des Haushalts, in dem die Corona-positive Person lebt, müssen in häusliche Isolation und dürfen die Wohnung nicht mehr verlassen, bis das Gesundheitsamt weitere Schritte bekannt gibt.

Corona-Positive sollten sich Hilfe von Nachbarn oder Freunden und Verwandten holen

Nun ist es ratsam, sich bei Freunden, Verwandten oder Nachbarn Hilfe zu holen, um die täglichen Dinge des Alltags zu erledigen, etwa Einkäufe oder Gassirunden mit dem Hund.

Das Gesundheitsamt ordnet in der Zwischenzeit für den Corona-positiven und alle Personen in seinem Haushalt eine Quarantäne schriftlich an. Die Quarantäne-Anordnung kann dem Arbeitgeber später schriftlich nachgereicht werden. Wichtig: Bis die Anordnung per Post eingeht, herrscht bereits die Pflicht zur Quarantäne.

Arbeitgeber braucht Quarantäne-Anordnung von Corona-Positiven und Kontaktpersonen

Der Arbeitgeber braucht neben der Quarantäne-Anordnung zusätzlich eine Krankschreibung eines Arztes. In diesem Fall sollte der Hausarzt telefonisch kontaktiert und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erbeten werden.

Corona-Positive können den Gesundheitsämtern wie jenes in Dortmund die Arbeit erleichtern, indem sie Kontaktlisten erstellen, bevor der Anruf des Amtes kommt. Idealerweise führt man in der aktuellen Pandemie-Zeit ein Kontakttagebuch, auch ohne, dass man infiziert wurde. Im Notfall hat man es dann parat.

Gesundheitsämter raten dazu, während Corona-Pandemie Kontakttagebuch zu führen

In das Kontakttagebuch sollten Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen aller Kontaktpersonen stehen, falls vorhanden auch deren Anschrift und das Geburtsdatum. Das Gesundheitsamt ist an den Kontakten interessiert, die man bis zu zwei Tage vor Beginn der Symptome getroffen hat. Hat man keine Symptome, sollten Kontakte genannt werden, die man zwei Tage vor der Testung getroffen hat.

Außerdem ist es wichtig, dass Corona-Positive ihre Kontakte über den Befund informieren. Die Kontaktpersonen werden zusätzlich auch vom Gesundheitsamt telefonisch kontaktiert, sofern der oder die Corona-Positive den Kontakt genannt hat. Auch die Kontaktpersonen sollten möglichst zu Hause bleiben, soziale Kontakte weitestgehend vermeiden und die bekannten Abstands- und Hygieneregeln konsequent einhalten.

Coronavirus: Welche Kontaktpersonen von Infizierten müssen in Quarantäne?

In Quarantäne müssen in der Folge jene Kontaktpersonen, die ein erhöhtes Risiko hatten, von der auf Corona positiv getesteten Person angesteckt worden zu sein. Wenn man beispielsweise in den letzten 14 Tagen nur im gleichen Raum mit einem COVID-19-Erkrankten war und keinen engen Kontakt hatte, wird keine Quarantäne angeordnet, da dann ein geringeres Ansteckungsrisiko besteht.

Das Gesundheitsamt ordnet eine Quarantäne von Kontaktpersonen an, wenn dadurch Infektionsketten unterbrochen werden können. Das Ende der Quarantäne einer Kontaktperson und einer Corona-positiven Person ordnet auch das Gesundheitsamt an (siehe unten).

Kontaktpersonen mit Corona-Krankheitssymptomen müssen sich testen lassen

Entwickeln Kontaktpersonen Krankheitssymptome wie Husten, Halsschmerzen, Fieber oder Geruchs- und Geschmacksstörungen, sollten sie einen Arzt kontaktieren und sich selbst auf das Coronavirus testen lassen.

Bei Symptomen, die über die „normalen“ Krankheitssymptomen hinausgehen, sollte der Hausarzt kontaktiert werden. Abends und am Wochenende kann man den ärztlichen Notdienst anrufen unter der Telefonnummer 116 117. Wichtig: Corona-Positive sollten dringend nicht ohne vorheriges Telefonat unangekündigt in eine Arztpraxis gehen.

Gesundheitsamt entscheide über das Ende der Corona-Quarantäne

Wann die häusliche Quarantäne beendet werden darf, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt. In der Regel ist das nach 14 Tagen der Fall - aber nur, wenn es keine Krankheitszeichen mehr gibt. Schon nach zehn Tagen wird die Quarantäne nur aufgehoben, wenn es seit mindestens 48 Stunden keine Krankheitsanzeichen mehr gibt. Ist die Covid-19-Erkrankung schwer verlaufen, muss zudem ein negatives Testergebnis vorliegen.

Bei Personen, bei denen zu Beginn der häuslichen Isolierung der Erreger nachgewiesen wurde, die aber keine Krankheitszeichen entwickeln (asymptomatische Infektion), ist eine Entlassung frühestens nach zehn Tagen möglich. Hinweis: Weitere Fragen zu Quarantäne und Isolierung beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/dpa

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