Im Kampf gegen die Pandemie

Corona-Quarantäne: Tipps und Regeln für die Isolation

Die Coronazahlen steigen und wieder mehr Menschen müssen in Quarantäne. Welche Regeln gelten und was das für die Betroffenen bedeutet, lest ihr hier.

Nordrhein-Westfalen – Die Quarantäne-Pflicht gilt im Kampf gegen das Coronavirus weiterhin als wichtige Maßnahme. Im Zuge der steigenden Zahlen sind davon auch wieder mehr Menschen betroffen. Doch noch immer herrscht große Unsicherheit, wie man sich verhalten muss, wenn man in Quarantäne geschickt wird. RUHR24 hat die wichtigsten Regeln zusammengefasst.

Coronavirus: Wer muss wann in Quarantäne

Da Sars-CoV-2 als hochgradig infektiös gilt, wurde bereits zu Beginn der Coronavirus-Pandemie (die aktuellen Entwicklungen im Live-Ticker auf RUHR24.de) die Maßnahme der Quarantäne eingeführt, um die Ausbreitung des neuartigen Erregers zu verlangsamen. Wer sich wann in häusliche Quarantäne begeben muss, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt

In der Regel werden Personen, von denen ein hohes Risiko ausgeht, dass sie sich infiziert haben, für 14 Tage in Quarantäne geschickt. Ein hohes Risiko heißt konkret:

  • Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage engen Kontakt mit einem Menschen hatten, der nachweislich infiziert ist.
  • Ein- oder Rückreise nach Deutschland aus einem Risikogebiet im Ausland. In einigen Bundesländern greift diese Maßnahme auch für innerdeutsche Reisen.
  • Entscheidung des Gesundheitsamtes im Einzelfall, beispielsweise bei einem positiven Corona-Test

Coronavirus: Wie die Quarantäne dauert und wie sie verkürzt werden kann

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen häuslicher Quarantäne und der Quarantäne im Krankenhaus. Handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme oder Infizierte zeigen nur leichte Symptome der Covid-19-Erkrankung, kann die Quarantäne zu Hause erfolgen. Tritt dieser Fall ein, sollten sich die betroffenen Personen im eigenen Haus oder der Wohnung isolieren und diese nach Möglichkeit nicht verlassen.

Auch die Dauer der Quarantäne wird vom zuständigen Gesundheitsamt festgelegt. Bei einem Corona-Verdacht beträgt diese im Normalfall aber 14 Tage. Für Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet tritt allerdings ab dem 8. November eine Änderung in Kraft, die die Bundesregierung beschlossen hat. Ab dann gilt nur noch die Dauer einer 10-tägigen Quarantäne.

Ein negativer Corona-Test kann im Einzelfall die Dauer der Quarantäne verkürzen.

Verkürzt werden kann der isolierte Aufenthalt mit einem Corona-Test. Ist dieser negativ und nicht älter als 48 Stunden, wird man von der Quarantäne-Pflicht befreit. Bis das Testergebnis vorliegt, muss man sich allerdings an die Regeln halten.

Häusliche Quarantäne wegen Corona: Was dann nicht mehr erlaubt ist

Ist der Fall eingetroffen und man wird vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt, muss man sich an einige Regeln halten. Ansonsten drohen möglicherweise eine Geld- oder in schweren Fällen sogar eine Freiheitsstrafe. Die Verbraucherzentrale NRW hat daher zusammengestellt, was erlaubt ist und was nicht.

  • Die Wohnung darf ohne Zustimmung des Gesundheitsamtes nicht verlassen werden – normalerweise auch nicht zum Einkaufen. Das sollten Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn übernehmen. Auch bieten einige ehrenamtliche Gruppen ihre Unterstützung an.
  • Die Hygieneregeln, wie die Husten- und Niesetikette, regelmäßiges Hände waschen und Abstand halten sollten auch zu Hause eingehalten werden
  • Personen in Quarantäne sollten keinen Besuch von Personen bekommen.
  • Sofern der Beruf das Arbeiten im Homeoffice zulässt und man nicht krank ist, muss man arbeiten. Die Quarantänepflicht ist nicht gleichzusetzen mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
  • Enger Kontakt zu Menschen aus demselben Haushalt sollte vermieden werden.

Quarantänepflicht: Was müssen Mitglieder aus demselben Haushalt beachten?

Gerade der letzte Punkt dürfte für Personen, die mit mehreren Menschen unter einem Dach leben nicht gerade einfach sein. Denn mit dieser Empfehlung geht einher, dass man sich beispielsweise in getrennten Zimmern aufhalten und schlafen soll. Auch sollte jeder, wenn möglich, ein eigenes Badezimmer nutzen und die Mahlzeiten sollten getrennt voneinander eingenommen werden.

Für Familien mit Kindern oder in kleinen Wohnung dürfte das nur in den wenigsten Fällen realisierbar sein. Daher gilt auch für Menschen, die mit einer quarantänepflichtigen Person zusammenleben, die Kontakte zu anderen zu reduzieren und bei ersten möglichen Symptomen, einen Arzt zu informieren.

Häusliche Quarantäne: So kommt man gut durch

Zwei Wochen häusliche Quarantäne, ohne wirklichen Kontakt zur Außenwelt, kann zur echten Herausforderung und auch sehr belastend sein. Aufgrund von fehlenden Ausweichmöglichkeiten können vermehrt Konflikte Auftreten, bei anderen nehmen Sorgen und Ängste zu. Das Robert Koch-Institut und die Verbraucherzentrale haben auch hier ein paar Tipps zusammengestellt, wie man die Quarantäne dennoch gut übersteht.

  • Sport treiben. Auch zu Hause gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich mit Gymnastikübungen oder Yogaeinheiten fit zu halten und dadurch Stress abzubauen.
  • Über Telefon oder soziale Netzwerke in Kontakt mit Freunden, Kollegen und der Familie bleiben.
  • Feste Tagesstrukturen schaffen. Ein regelmäßiger Tagesablauf und feste Routinen erleichtern die Zeit der Quarantäne.
  • Den Medienkonsum begrenzen oder aktiv gestalten, indem man auf vertrauenswürdige Quellen zurückgreift und Informationen kritisch bewertet.
  • Positive Grundhaltung bewahren und sich Dingen widmen, für die man lange keine Zeit mehr gefunden hat, die einem aber Spaß machen.

Quarantäne wird zur Belastung: Was im Notfall zu tun ist

Wird die Belastung in der häuslichen Quarantäne zu groß oder nehmen Ängste stetig zu, gibt es auch die Möglichkeit, die telefonische Seelsorge oder Krisentelefone zu kontaktieren.

Im Falle eines medizinischen Notfalls, sollte der Notruf unter 112, der Haus- oder ein behandelnder Facharzt kontaktiert und erwähnt werden, dass man unter Quarantäne steht.

Rubriklistenbild: © Michael Reichel/dpa