Verzehr kann gefährlich werden

Warnung vor Proteinpulver: Whey kann Nierenkrankheit auslösen

Proteinpulver gilt als gesund, gerade für Sportler. Doch das sogenannte „Whey“ kann schnell zur Gefahr werden. Und sogar Nierensteine auslösen.

Dortmund – Wer Muskeln aufbauen will, muss nicht nur gezielt trainieren, sondern auch Proteine zu sich nehmen, empfiehlt das Deutsche Institut für Sporternährung. Ein einfacher Weg, um Eiweiß in Speisen zu integrieren, ist Proteinpulver, häufig von Herstellern schlicht als „Whey“ bezeichnet. Doch gesund ist das Pulver nicht immer.

Proteinpulver und Whey: Das steckt dahinter

„Whey“ ist englisch und bedeutet nichts anderes als „Molke“. Dieser Begriff beschreibt die Flüssigkeit, die übrig bleibt, wenn Fett und Eiweiß bei der Käseproduktion von Milch abgetrennt werden. In der Molke steckt hauptsächlich Milchzucker, aber auch Mineralstoffe, freie Aminosäuren und Eiweißreste, auch Molkenprotein genannt, sind enthalten.

Die Molke ist aber längst kein ungeliebter Rest mehr, sondern wird aktiv bei der Lebensmittelverarbeitung verwendet. In Backwaren, Süßigkeiten oder auch Schmelzkäse und Wurst kann Molke stecken. Auch Säuglingsnahrung wird häufig mit Molke angereichert.

Für Sportler, die auf vermehrte Proteinzufuhr achten, ist Molke ebenso interessant. Eigentlich ist das Molkenpulver preiswert –durch den Fit-Trend der vergangenen Jahre wurde es allerdings zum hochpreisigen Produkt, wie die Verbraucherzentrale erklärt.

Ist Proteinpulver wirklich sinnvoll? Das sagen Experten

Genau wie bei Nahrungsergänzungsmitteln ersetzt Proteinpulver keine ausgewogene Ernährung. So ist sich die Wissenschaft laut der Verbraucherzentrale einig, dass vor allem eine Mischung verschiedener Eiweißquellen gesund ist. So sollten vor allem pflanzliche Eiweißquellen aus Erbsen, Linsen und Bohnen, aber auch Soja und Getreide genutzt werden.

Die meisten Menschen, auch Freizeitsportler, können ihren Eiweiß-Bedarf durch einen abwechslungsreichen Speiseplan decken, berichtet die Verbraucherzentrale. Die meisten Verbraucher würden ihren Protein-Bedarf sogar eher überschätzen.

Warnung vor „Whey“: Bezeichnung für Proteinpulver rechtlich nicht geschützt

Sie greifen dann schnell zu „Whey“, wie das Proteinpulver für Sportler häufig genannt wird. „Der Begriff ‚Whey‘ als Produktname ist aber rechtlich nicht geregelt“, warnt die Verbraucherzentrale. Üblicherweise versteht man darunter zwar Proteinpulver, über mögliche andere Zutaten verrät der Begriff jedoch nichts.

Oft kommt Süßstoff zum Einsatz, um den Geschmack zu verbessern. Teilweise stecken in „Whey“ auch pflanzliche Eiweißkonzentrate, etwa aus Soja – sie sind noch preiswerter als Molke. Auch Trenn- oder Verdickungsmittel können in „Whey“-Pulver stecken. Wer Wert auf reines „Whey“ legt, sollte darauf achten. Doch für einige Verbraucher kann das Pulver sogar zum Verhängnis werden.

Warnung vor Proteinpulver: Konsum kann schädlich sein

So ist das Molkenprotein nicht für Personen geeignet, die allergisch auf Milchbestandteile reagieren. Auch Laktoseintoleranz verträgt sich nicht mit Proteinpulver auf Molke-Basis.

Doch die Verbraucherzentrale spricht noch eine weitere Warnung aus: Das Proteinpulver kann langfristig zu Nierenschäden führen. Durch zu viel Eiweiß können sich beispielsweise Nierensteine bilden. Der Grund: Das Eiweiß führt dazu, dass mehr Kalzium ausgeschieden wird.

Proteinpulver ist nicht immer gesund.

Um hier vorzubeugen, bietet es sich an, ausschließlich Protein aus natürlichen Lebensmitteln zu sich zu nehmen. Also aus Hülsenfrüchten, Fisch, Fleisch, Getreide und Milchprodukten. Viel Wasser zu trinken, kann die Nieren zusätzlich entlasten.

„Whey“ und Proteinpulver: Zu viel kann der Niere schaden

Auch die europäische Lebensmittelbehörde warnt vor einer hohen Menge Proteinpulver. „Zu viel“ sei demnach übrigens mehr als das Doppelte der empfohlenen Tagesmenge. Bei den meisten Menschen liegt diese bei maximal 1,66 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt sogar nur bei 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht.

Für sehr aktive Sportler kann die tägliche Zufuhr auch auf zwischen 1,2 bis zu 2,0 Gramm gesteigert werden. Das sei aber erst dann nötig, wenn man mehr als 5 Stunden pro Woche trainiert.

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