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Primark, Zara und Conrad schließen Filialen: Welche Standorte betroffen sind

Filialen von Primark, Zara und Conrad schließen schon bald. Dabei sind einige Standorte betroffen.

Dortmund – Dass die Corona-Pandemie dem Einzelhandel zugesetzt hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Nun zeigt sich langsam das Ausmaß, wie RUHR24 weiß.

HandlungFilialschließung
Betroffenu.a. Galeria Karstadt Kaufhof, Primark, Zara, Conrad
Grundu.a. die Corona-Pandemie

Primark, Zara und Conrad schließen Filialen: Diese Standorte sind betroffen

Nach Angaben von chip.de verschwinden zahlreiche namenhafte Unternehmen aus den deutschen Innenstädten. Dabei soll es Galeria Karstadt Kaufhof besonders getroffen haben. Laut der Mitteldeutschen Zeitung zieht sich das Unternehmen komplett aus der sachsen-anhaltinischen Metropole zurück. Anfang 2023 sollen die letzten beiden Filialen geschlossen werden, wo 120 Mitarbeiter von betroffen sind.

In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen bereits um 60 Zweigstellen geschrumpft, doch dass nun weitere Filialen schließen, war nicht geplant. Doch Galeria Karstadt Kaufhof ist nicht das einzige Unternehmen, das abbaut. Nach Angaben der HNA mussten H&M im Jahr 2021 ebenfalls acht Filialen schließen, und auch einige Zara-Zweigstellen sollen dicht gemacht haben. Ähnlich sei es nach Angaben von heidelberg24.de bei Pimkie – denn auch dort wurden Filialen geschlossen.

Elektrohändler Conrad gab zusätzlich bekannt, sich bis zum Jahresende aus dem Offline-Handel zurückzuziehen. Nur die Filiale in Wernberg-Köblitz nahe des Firmenhauptsitzes sollen bestehen bleiben. Nun soll Primark ebenfalls erstmals Filialen in Deutschland aufgeben. Dabei handelt es sich laut focus.de um die Standorte in Weiterstadt und der Schlossstraße in Berlin. Die Mietverträge sollen zum 31. Januar 2023 beziehungsweise 30. April 2023 nicht mehr verlängert werden.

Filialschließung bei Primark, Zara und Conrad: Gründe für die zahlreichen Schließungen

Schuld an den Schließungen sei nach Angaben vor allem die Pandemie. „Monate im Lockdown und die anschließenden 2G- und 3G-Beschränkungen haben Kundenfrequenzen und Umsätze einbrechen lassen“, so Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Deutschland HDE, im Gespräch mit chip.de.

Doch auch der Online-Handel sei eine große Konkurrenz, denn dieser ist kräftig gewachsen. Dadurch können sich die Kunden den Weg in die Innenstadt sparen. Wer neue Klamotten oder ein neues Smartphone benötigt, braucht nicht mehr in die jeweiligen Geschäfte zu gehen. Stattdessen reichen wenige Klicks zum Online-Kauf. Besonders betroffen seien die Modegeschäfte: „Damit hat sich der stationäre Fashion-Handel seit 2019 mehr als halbiert“, so Wirtschaftswissenschaftler Gerrit Heinemann.

Primark, Zara und Conrad schließen Filialen: Gründe für die zahlreichen Schließungen

Obwohl sich die Lage der Pandemie etwas beruhigt hat, sieht es aktuell nicht besser aus. „Wir hatten im ersten Quartal 2022 - trotz der durchweg offenen Läden - nur rund 50 Prozent der Innenstadt-Frequenzen von 2019“, erklärt der Experte. Deshalb kann er sich vorstellen, dass sich in Zukunft einiges ändern wird.

Primark soll erste Filialen in Deutschland schließen.

„Ich gehe langfristig von 50 Prozent Online-Anteil in allen Non-Food-Warengruppen aus, sodass dann noch rund zwei Drittel des bisherigen stationären Non-Food-Handels existieren werden“, erklärt er weiter. Nach seinen Einschätzungen werden die Shopping-Passagen also auch noch in vielen Jahren existieren - wenn auch in veränderter Form. Es scheint allerdings so, als wäre ein digitales Standbein vorteilhaft für die Unternehmen.

Rubriklistenbild: © Yui Mok/dpa