Online shoppen ist billiger? Den besten Deal gibt es nur mit einem Trick - und erst recht nicht bei Amazon

Online shoppen: Die besten Deals gibt es nicht bei Amazon. Foto: dpa
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Online shoppen: Die besten Deals gibt es nicht bei Amazon. Foto: dpa

Preisvergleiche lohnen sich. Doch wer wirklich den allerbesten Deal finden will, sollte sich nicht auf Vergleichsportale oder gar Amazon verlassen.

Preisvergleiche lohnen sich. Doch wer beim online shoppen wirklich den allerbesten Deal finden will, sollte sich nicht auf Vergleichsportale oder gar Amazon verlassen.

  • Experten für den Onlinehandel haben die Angebote im Internet auf den Prüfstand gestellt.
  • Das Ergebnis, wo es die besten Deals gibt, ist für faule Online-Shopper ernüchternd.
  • Vor allem Amazon schneidet beim Preisvergleich eher schlecht ab.

Amazon bietet nicht den besten Deal beim online shoppen

Das Schlechte vorweg: Es ist nicht einfach, im Internet den besten Deal zu finden. Auch wenn Vergleichsportale Schnäppchenjägern versprechen, ihnen die mühevolle Suche nach dem besten Angebot abzunehmen, klappt das nicht immer. Zu undurchsichtig sind inzwischen die Strukturen für einen einfachen Preisvergleich und zu klein die Preisunterschiede bei den Händlern.

Auch Amazon ist eher was für Bequeme. Das Shoppen geht zwar schnell und einfach - den besten Preis findet man hier aber eher nicht.

Billig gibt es online nur durch Umwege

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Hochschule Niederrhein. Experten für E-Commerce (Onlinehandel) haben die Preisstrukturen im Internet unter die Lupe genommen. Und kommen zu dem Ergebnis: Den besten Preis bekommt man, wenn man mit dem Händler um die Ecke feilscht. So richtig face-to-face. Und nicht zuhause auf dem Sofa.

Wer aber nicht so viel vom Feilschen hält, der kann mit einem einfachen Trick auch im Internet und (fast) ganz bequem recht gute Deals abgreifen. Dazu braucht es nur ein wenig Mühe und einen kleinen Umweg.

Früher reichten wenige Klicks - und schon hatte man das beste Angebot im Warenkorb. "Aber das ist Vergangenheit", urteilt der E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. "Verbraucher merken selber, dass der Preisvergleich im Internet schwieriger geworden ist."

Preise sind schwer vergleichbar

Der Grund: Onlinehändler versuchen mit allen Tricks, ihre Preise intransparent zu halten. Das bedeutet, dass durch viele verschiedene Tricks wie Preisveränderungen, schwer durchschaubare Gebühren oder Exklusivangebote ein Preisvergleich im Internet immer schwieriger gemacht wird.

Dabei machen es die Kunden den Händlern in der Regel sehr einfach. Auf dem Weg zum Super-Schnäppchen steht den Meisten nämlich ihre Bequemlichkeit im Weg. "Den meisten reicht heute ein Blick auf das Amazon-Angebot. Das wird dann als fairer Preis akzeptiert", beobachtet Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln.

Stichproben zeigen allerdings, dass Händler sehr häufig ihre Produkte auf dem Amazon-Marktplatz teurer anbieten als im eigenen Shop. "Es galt die Produkt-Faustregel: ein Händler - zwei Preise." Zu dem Schluss kommt jedenfalls die Verbraucherzentrale.

Amazon ist teurer, aber bequemer

Bei 98 der 100 Produkte gab es den niedrigsten Preis im Händler-Shop. Und damit offenbart sich auch schon der Trick, wie man auch im Internet einen guten Deal ersteht. Immer im eigenen Webshop der Anbieter einkaufen. Auch wenn die gleichen Produkte sehr viel einfacher über Amazon bestellt werden könnten - sogar Lebensmittel!

Dieser kleine Umweg über den eigenen Onlineshop des Händlers, kann sich dann aber richtig lohnen. Denn die Preisunterschiede sind erheblich. Bei einem Test der Verbraucherzentrale bot ein Händler einen Kaffeeautomaten auf Amazon für 840 Euro an. Auf seiner eigenen Website war das Gerät schon für 673 Euro zu haben. Satte 167 Euro gespart - durch zwei, drei Klicks mehr.

Gleiches gilt übrigens bei der Suche nach einem günstigen Hotelzimmer. Auch hier sollte direkt über die hoteleigene Website gebucht werden.

Den besten Deal gibt es nicht online

Ein sehr unbequeme Wahrheit offenbart Hudetz allerdings auch. Wirklich günstige Angebote gibt es online kaum noch. Die Preisunterschiede sind allemal gering. Wer wirklich ein echtes Schnäppchen machen will, muss vor die Tür. Feilschen ist das Stichwort. Und das geht am besten beim Händler nebenan.

E-Commerce Experte Gerrit Heinemann sieht hier sogar schon einen Trend. "Der Kunde kann im Internet nicht über den Preis verhandeln. Im Laden kann er das - und er tut es auch immer öfter. Dadurch kommen im Endeffekt tatsächlich oft günstigere Preise heraus als im Internet."

Die Erklärung dafür ist einleuchtend. Wer persönlich über einen Preisnachlass verhandelt, tut das nur für sich selbst. Das Angebot gilt nicht gleich auch für alle anderen. Deshalb hat der Händler mehr Spielraum, um einen Rabatt zu gewähren.