Energie- und Klimakrise

Lebensmittel-Knappheit: Jetzt wird das nächste Produkt im Supermarkt teuer

Die stark gestiegenen Preise für Futter belasten die Tierindustrie. Als Ergebnis könnten bestimmte Eier knapper werden.

Deutschland – Die Preise in den deutschen Supermärkten steigen. Unter anderem wegen der Energiekrise durch den Angriffskrieg in der Ukraine und Ernteausfällen durch den Klimawandel. In Discountern wie Aldi und Lidl führte das dazu, dass etwa jedes zweite Produkt in diesem Jahr schon teurer wurde. Die Deutschen greifen deshalb immer öfter zu Eigenmarken und anderen günstigeren Alternativen.

ThemaEier werden knapp und teuer
GrundInflation
FolgeLandwirte senken Produktion

Lebensmittel werden teurer – Landwirte produzieren deshalb weniger Bio-Eier

Bemerkbar macht sich das zum Beispiel bei Fischstäbchen oder Pesto, wo das Markenprodukt etwa 2 Euro mehr kostet, als die Eigenmarke. Aber auch bei Eiern wird die teurere Biovariante immer öfter liegen gelassen. Laut der Lebensmittelzeitung berichten Packstellen für Eier bereits von zweistelligen Umsatzrückgängen.

Dass im Sommer weniger Eier gegessen werden, ist erstmal eine normale Entwicklung. Landwirte und Discounter befürchten allerdings, dass sich der Trend im Herbst und Winter fortsetzen könnte. Landwirte stallen deshalb schon jetzt weniger Hühner ein, weil sie befürchten, auf den Eiern sitzen zu bleiben oder sie zu günstig abgeben zu müssen.

Eierproduktion sinkt wegen der Inflation – Landwirte schlagen Alarm

Dabei sahen die Zahlen aus der ersten Hälfte von 2022 gar nicht schlecht aus. Demnach wurden 2,8 Prozent mehr Eier produziert, als vor einem Jahr. Bioeier wurden sogar 10 Prozent mehr produziert. Das macht insgesamt mehr als 7 Milliarden Eier, die in Deutschland allein in der ersten Jahreshälfte 2022 produziert wurden.

Allerdings müssen die produzierten Eier auch verkauft werden, damit sie Umsatz machen und da scheint der Knackpunkt zu liegen. Zehn Bioeier kosten mittlerweile im Schnitt fast 4 Euro. Eier aus konventioneller Landwirtschaft sind 1-2 Euro günstiger. Dabei sollen die höheren Preise der Branche eigentlich helfen (mehr Supermarkt-News bei RUHR24).

Besonders Bioeier könnten im Herbst knapper werden.

Das Futter ist nämlich deutlich teurer geworden. Auch die Aufzucht der Bruderhähne kostet Geld. Helfen sollen Frühbestimmungsverfahren, bei denen das Geschlecht des Tieres schon im Ei bestimmt wird. Die männlichen Tiere bekommen so erst gar nicht die Chance zu schlüpfen und kosten die Landwirte kein Extrageld für die Aufzucht.

Rubriklistenbild: © Richard B./Levine/Imago

Mehr zum Thema