Post-Verkehr der Zukunft

Drastische Änderungen bei der Deutschen Post: Kunden müssen sich auf Neuerungen einstellen

Die Deutsche Post will seine Digitalisierung mit neuen Services ausbauen. Dieser Schritt könnte weitreichende Folgen haben. 
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Die Deutsche Post will seine Digitalisierung mit neuen Services ausbauen. Dieser Schritt könnte weitreichende Folgen haben. 

Trotz E-Mail und WhatsApp kommen viele Briefe noch immer per Post. Doch das könnte sich bald ändern - die Deutsche Post kündigt Änderungen an. 

  • Die Deutsche Post kündigt neue Änderungen an.
  • Demnach sollen Briefe und Pakete zukünftig elektronisch angekündigt werden.
  • Das neue Angebot ist Teil einer Zusammenarbeit und Digitalisierungsstrategie.

NRW - Nicht nur Pakete und deren Inhalt werden häufig gespannt erwartet, auch viele Briefe und andere wichtige Sendungen der Deutschen Post werden oft tagelang herbeigesehnt. Ein neuer Dienst des Unternehmens soll nun schon vorab für Gewissheit sorgen - und es gibt noch mehr Änderungen. 

Unternehmen

Deutsche Post

Zentrale

Bonn

Umsatz

63,34 Milliarden EUR (2019)

CEO

Frank Appel (18. Feb. 2008–)

Deutsche Post kündigt Zusammenarbeit mit 1&1 an - ein Schritt Richtung Zukunft?

Nicht nur Pakete, auch Briefe sollen zukünftig vorab elektronisch per E-Mail angekündigt werden. Dieser neue Dienst kann vor allem dann praktisch sein, wenn man eine Sendung dringend erwartet, aber noch nicht zu Hause ist. Er soll in Zukunft außerdem noch bequemer werden, wie die Deutsche Presse Agentur (dpa) berichtet.

Gemeint ist ein neues Angebot, bei dem ein Brief schon vorab von der Deutschen Post digital angekündigt wird. Der Service startet in dieser Woche in Zusammenarbeit mit dem Internet-Konzert 1&1 und deren E-Mail-Diensten GMX oder web.de. Dem Empfänger soll hierbei vorab ein Foto des Briefumschlags gesendet werden.

Deutsche Post verschickt zukünftig Fotos von Briefen

Mit diesem Service kann die Deutsche Post zukünftig Privatkunden am selben Tag mitteilen und beweisen, dass ein Brief zugestellt wird. Der Dienst ist kostenfrei und steht in der Theorie über 34 Millionen Nutzern der 1&1-Dienste zur Verfügung (mehr Service-Artikel unter RUHR24.de).

Doch wie funktioniert dieser neue Schritt? Im Rahmen einer automatisierten Verarbeitung werden bei der Deutschen Post bereits täglich rund 55 Millionen Briefe von Kameras erfasst. Wenn Kunden sich für den neuen Dienst anmelden, leitet das Unternehmen das Foto vom Umschlag an den Empfänger per E-Mail weiter. Der eigentliche Sendungsprozess wird dadurch nicht verzögert.

Schon vorher wissen, welche Brief der Postbote bringt: Diesen Service verspricht die Deutsche Post in Zukunft. 

Deutsche Post und 1&1 arbeiten zusammen: Weitere Schritte sind geplant

Was erst einmal nicht nach großer Innovation klingt, ist Teil der langfristigen Digitalisierung bei der Deutschen Post. Denn die Zusammenarbeit mit 1&1 soll noch weiter vertieft werden, wie NTV berichtet. Ab dem kommenden Jahr sollen E-Mail-Nutzer von GMX und web.de auch die Möglichkeit haben, digitale Kopien ihrer Briefe zu empfangen.

Zuerst soll der Dienst für Briefe von Absendern angeboten werden, die die Inhalte dann gleichzeitig digital zur Verfügung stellen können. Dazu müssen die Nutzer explizit ihre Zustimmung erteilen. Zum Schutz der Inhalte kann das Verschlüsselungsverfahren Pretty Good Privay (PGP) genutzt werden.

Digitalisierungsstrategie bei Deutscher Post: Datenschutz ist kein Problem

Der Datenschutz stelle bei den neuen Schritten zur Digitalisierung allgemein kein Problem dar.  "Die Fotos der Briefpost entstehen automatisiert unter Einhaltung der deutschen Datenschutz- und Sicherheitsstandards in den hochmodernen Sortierzentren der Deutschen Post", betonte ein Sprecher des Unternehmens.

Die gesamte Datenverarbeitungskette erfülle die Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung und sei mit den Datenschutzbeauftragten abgestimmt. Doch auch Paket-Sendungen sollen von der neuen Digitalisierungsstrategie der Deutschen Post profitieren.

Video: Deutsche Post zahlt Bonus an Mitarbeiter

Briefmarken bei Deutscher Post sollen QR-Code erhalten

Laut dpa will die Deutsche Post seine Sendungsverfolgung im Internet präzisieren und über das genaue Zeitfenster informieren, in dem ein Paket oder ein Brief eintrifft. So sollen beispielsweise Briefmarken eingeführt werden, die mit einem QR-Code versehen sind. Allerdings: Bei Briefen werden nur die Sortierstationen erfasst.

Wer genau wissen will, wo sein Brief sich gerade befindet, muss weiterhin auf Expresssendungen oder Einschreiben zurückgreifen. Beim Online-Shopping lohnt es sich generell, aufmerksam zu sein, denn nicht alle Zahlmethoden sind seriös. Die Verbraucherzentrale warnt derzeit vor Paypal und Klarna.

So profitiert 1&1 von der Zusammenarbeit mit der Deutschen Post

Eine weitere Änderung: Zukünftig soll man Briefe auch mit dem Handy frankieren können. Bei dieser Methode generiert eine App der Deutschen Post einen mehrstelligen Zahlencode, der dann rechts oben auf den Brief oder die Postkarte geschrieben wird. Die Kamera der Sortieranlagen können diesen anschließend erfassen und auswerten.

Doch nicht nur die Deutsche Post, auch 1&1 profitiert von den Neuerungen: Für das Internet-Unternehmen bedeutet die Zusammenarbeit eine generelle Aufwertung seiner Dienste. Kunden, die das Mailfach aktiv und regelmäßig nutzen seien auch eher dazu bereit, ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen.