Leichtere Rückreise

Urlaub in Portugal und Großbritannien: Trotz Inzidenz im dreistelligen Bereich werden Regeln gelockert

Trotz der dort weiterhin grassierenden Delta-Variante sind Portugal und Großbritannien ab Mittwoch (7. Juli) keine Virusvariantengebiete mehr. Wichtige Reisebeschränkungen entfallen.

Deutschland – Insgesamt fünf Länder werden am Mittwoch vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagabend (5. Juli) mit. Für Reisende wird die Rückkehr nach Deutschland damit einfacher. Allerdings: Die Corona-Lage in den betroffenen Ländern ist keinesfalls entspannter.

Portugalsüdeuropäisches Land auf der Iberischen Halbinsel
HauptstadtLissabon
PräsidentMarcelo Rebelo de Sousa

Reisen 2021: Für diese fünf Länder werden die Corona-Beschränkungen gelockert

Neben Portugal und Großbritannien (auch Nordirland) werden die folgenden Länder zum Hochinzidenzgebiet erklärt:

  • Indien,
  • Nepal
  • sowie Russland.

Die neue Einstufung als Hochinzidenzgebiet gilt ab Mittwoch (7. Juli) um 0.00 Uhr. Für Urlauber und Pendler wird damit insbesondere die Heimkehr nach Deutschland wieder deutlich leichter (Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Zunächst ist damit ab Mittwoch für alle Personengruppen wieder die Einreise nach Deutschland erlaubt. Derzeit ist es Fluggesellschaften, Bus- oder Bahnunternehmen per Corona-Einreiseverordnung noch untersagt, Personen aus den Virusvariantengebieten nach Deutschland zu befördern – es sei denn, sie besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft oder haben einen Wohnsitz in Deutschland. Zum Tragen kommt hier das „Beförderungsverbot aus Virusvariantengebieten“.

Rückkehr aus Portugal und Großbritannien: Keine Quarantäne-Pflicht mehr für Geimpfte und Genesene

Aber auch für deutsche Urlauber oder Berufsreisende wird die Rückreise nach Deutschland mit der neuen Einstufung einfacher. Denn, wer aus Virusvariantengebieten kommt, muss immer für 14 Tage in Quarantäne. Die Regelung gilt auch für Geimpfte oder Genesene.

Mit der Herabstufung zum Hochinzidenzgebiet entfällt nun die Quarantänepflicht für vollständig geimpfte oder genesene Personen. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss außerdem nur noch für zehn Tage in Quarantäne. In diesem Falle kann man sich nach fünf Tagen dann „freitesten“. Bedeutet: Wer nach dem fünften Tag einen negativen Test vorweisen kann, darf seine Quarantäne vorzeitig beenden.

Urlaub in Portugal oder Großbritannien: Diese Regeln gelten bei der Rückreise weiterhin

Weiterhin gilt für Reisende aus Portugal und Großbritannien sowie den weiteren Hochinzidenzgebieten: Vor der Einreise nach Deutschland ist die elektronische Registrierung über die digitale Einreiseanmeldung zwingend notwendig. Zudem müssen Reisende vor der Einreise entweder ein aktuelles negatives Testergebnisses (PCR maximal 72 Stunden oder Antigen-Test maximal 48 Stunden) vorweisen.

Die Testpflicht entfällt aber für Geimpfte und Genesene. In diesen Fällen ist der Impf- oder Genesenennachweis vorzulegen.

Portugal und Großbritannien – Delta ist weiter auf dem Vormarsch

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hatte bereits am Donnerstag (1. Juli) angekündigt, dass die Bundesregierung Portugal und Großbritannien wieder herabstufen wolle, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. Der Grund dafür ist allerdings nicht, dass die Lage in den beiden Ländern sich entspannt.

Im Gegenteil: In beiden Ländern ist die Delta-Variante auf dem Vormarsch. So lag ihr Anteil an den Neuinfektionen binnen der letzten vier Wochen in Großbritannien laut GISAID bei 96 Prozent – in Portugal im gleichen Zeitraum bei rund 72 Prozent. Ebenso steigen die Inzidenzen. Aktuell (Dienstag, 6. Juli) liegt die 7-Tage-Inzidenz in Großbritannien bei 259, in Portugal bei 148. Erst Ende Juni war Portugal zum Virusvariantengebiet erklärt worden – nachdem es zuvor lange Zeit als Vorbild im Kampf gegen Corona galt.

Sieht keinen Grund mehr für die Einstufung Portugals und Großbritanniens als Virusvariantengebiete: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Delta wird auch in Deutschland dominieren – Beschränkungen sind sinnlos

Spahns Begründung für die Herabstufung ist nun, dass sich die ansteckendere Delta-Variante auch hierzulande bereits so stark verbreitet hat, dass sie auf jeden Fall dominieren wird. Demnach ist der ursprüngliche Grund für die Einstufung als Virusvariantengebiet – nämlich die Eindämmung der gefährlicheren Variante des Coronavirus – hinfällig. Mit anderen Worten: Der Plan, Delta in Deutschland durch Reisebeschränkungen aufzuhalten, ist fehlgeschlagen.

Weiterhin führte der Bundesgesundheitsminister letzte Woche aus, dass eine doppelte Impfung auch gegen Delta schütze. Dieser Punkt sei ebenfalls zentral für die Herabstufung der Länder. Zahlen aus Israel bestätigen dieses allerdings nur zum Teil. So berichtet der Business Insider aktuell, dass auch beim „Impfweltmeister“ die Delta-Variante 90 Prozent der Neuinfektionen ausmache. Jeder Zweite, der sich neu infiziere, sei bereits doppelt geimpft. Allerdings: Die Impfung schütze dabei zuverlässig vor schwereren Verläufen.

Rubriklistenbild: © PATRICIA DE MELO MOREIRA/AFP

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