Wichtiger Schritt

Plastik-Verbot kommt 2021: Das ändert sich für Hersteller und Verbraucher

Viele Produkte aus Plastik dürfen ab Juli 2021 nicht mehr verkauft werden. Diese Änderung hat Konsequenzen für Hersteller und Verbraucher.

Berlin – Am 17. September (Donnerstag) hat die Bundesregierung das Verbot zum Einweg-Plastik finalisiert. Ab Juli 2021 dürfen verschiedene Einweg-Plastikprodukte nicht mehr verkauft werden. In der vergangenen Sitzung sollten aber auch andere Beschlüsse rund um Plastik und Abfall gefasst werden.

Behörde

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Gründung

6. Juni 1986

Hauptsitz

Bonn, Nordrhein-Westfalen

Behördenleitung

Svenja Schulze (SPD), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (seit 2018)

Verbot von Plastik in 2021: To-Go-Becher gaben Anstoß zur Plastikdiskussion

Den Startschuss für die große Plastik-Diskussion gab der To-Go-Becher. Stündlich sollen alleine in Deutschland rund 320.000 Wegwerf-Becher genutzt werden – und das jeden Tag. Wenn sie nicht im Müll, sondern in der Umwelt landen, bleiben sie dort Jahrzehnte. Das soll sich in Zukunft ändern.

Für den Verbraucher heißt das: Die Grillparty findet künftig ohne Plastikgeschirr statt, das Eis wird mit einem Holzlöffel gelöffelt und der Kaffee mit einem Holzstäbchen umgerührt. 

Und das sind die Produkte, die unter das EU-weite Verbot fallen werden:

  • Einweg-Besteck (Gabeln, Messer, Löffel)
  • Teller
  • Trinkhalme ("Strohhalme") 
  • Rührstäbchen
  • To-Go-Becher
  • Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essenbehälter aus Styropor
  • Wattestäbchen
  • Luftballonstäbe aus Kunststoff

Verkaufsverbot in der EU: kein Einweg-Plastik ab Juli 2021

Das EU-weite Verkaufsverbot für diese Produkte gilt ab dem 3. Juli 2021. Die EU-Staaten sind zudem dazu verpflichtet diese Regelung in das nationale Recht aufzunehmen.

Da Kunststoffe nicht als Gefahrstoffe gelten, gibt es bisher noch kein Gesetz, welches die Nutzung von Kunststoff-Produkten einschränkt. Neben Plastikverpackungen sollen auch Produkte aus sogenanntem oxo-abbaubarem Plastik, also "kompostierbare Plastikverpackungen", verboten werden.

Kompostierbare Plastikverpackungen werden verboten: Einweg-Plastik wird zu Mikroplastik

Diese "kompostierbaren Plastikverpackungen" zersetzen sich nicht vollständig, sondern zerfallen zu Mikroplastik. Nicht nur der Müll, den wir sehen ist der Grund, weswegen es bald weniger Einweg-Plastik in Umlauf geben soll. Auch in unserer Kosmetik, im Meer und in der Luft befindet sich Mikroplastik.

In Deutschland werden stündlich 320.000 Wegwerf-Becher genutzt  – und weggeworfen.

Es ist jedoch noch unklar, wie gefährlich Mikroplastik für uns Menschen und die Umwelt ist. Die Kunststoffe selbst, die das Mikroplastik bilden, sollen laut der Verbraucherzentrale bereits gesundheitsschädigende Chemikalien wie bestimmte Weichmacher, Stabilisatoren oder Flammschutzmittel als Zusätze enthalten können.

Verbot von Einweg-Plastik: Hinweise auf Verpackungen sollen aufklären

Laut der Verbraucherzentrale ist das Ziel ab 2030, dass "sämtliche Plastikflaschen zu mindestens 30 Prozent aus recyceltem Material bestehen. Auf einigen Produkten mit gewissem Kunststoff-Anteil soll es ab 2021 Hinweise geben, die über negative Umweltauswirkungen informieren. Zu solchen Produkten zählen zum Beispiel Feuchttücher und Zigarettenfilter."

Zudem wurde beschlossen, dass der Staat eine sogenannte "Obhutspflicht" bekommt. Diese gibt die Möglichkeit, gegen die Vernichtung von Retouren vorzugehen, wie es im letzten Jahr unter anderem bei Amazon bekannt geworden ist. Vorrang gilt dann recycelten Produkten, wenn der öffentliche Sektor, also Bund, Länder und Gemeinden einkaufen (mehr Service-Themen auf Ruhr24.de).

Bundesregierung: Vernichtung von Waren nach Retoure sollen verhindert werden

Offizielle Zahlen, wie viele Waren tatsächlich nach der Retoure vernichtet werden, gibt es nicht. Mit der "Obhutspflicht" soll dafür gesorgt werden, dass Waren "gebrauchstauglich bleiben und nicht zu Abfall werden", heißt es auf der Webseite des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Weiter heißt es: "Eine Transparenzverordnung soll dafür sorgen, dass Händler und Hersteller besser dokumentieren, was mit Waren passiert."

Für Hersteller von Einwegbechern und Zigaretten bedeutet das, dass sie in Zukunft an den Kosten für die Entsorgung beteiligt werden können. Jedoch sind Details dazu noch nicht bekannt. Mehrweg-Verpackungen werden dadurch für Hersteller immer attraktiver. Außerdem steht ein Batteriepfand zur Diskussion.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/ dpa