Vorsicht beim Wasserspaß

Planschbecken aufstellen: Nicht immer erlaubt – diese Regeln gelten

Im Sommer sind Planschbecken eine gute Möglichkeit, um sich zu Hause etwas abzukühlen. Doch nicht jeder hat einen Garten. Sind die Mini-Pools auch auf dem Balkon erlaubt?

NRW/Deutschland - Der Sommer hat dieses Jahr lange auf sich warten lassen, doch mittlerweile sind die Temperaturen hoch genug, dass es auch in den eigenen vier Wänden wieder ordentlich warm wird. Was nun her muss, ist eine ordentliche Abkühlung. Schnell und günstig klappt es mit einem Planschbecken. Die Frage ist nur: Wohin damit?

Planschbecken zu Hause aufbauen: Kein Garten vorhanden - Planschen auch auf dem Balkon erlaubt?

Ein Planschbecken, egal ob für Kinder oder Erwachsene, gibt es im Handel bereits für ein paar Euro. Sie sind schnell mit Wasser gefüllt und daher eine bequeme Alternative zum Freibad, deren Betrieb in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin weiter mit strengen Auflagen verbunden ist.

Das Problem an der Sache: Planschbecken brauchen Platz - und den hat nicht jeder. Gerade in der Stadt wohnen die meisten Menschen in einer Mietwohnung. Mit Glück gibt es einen Balkon, aber nur in den seltensten Fällen einen Garten. Der Traum vom Planschbecken im Sommer wird also schnell wieder verworfen.

Planschbecken war zu schwer: Balkon in Stuttgart bricht unter Last von Pool zusammen

Aber das muss gar nicht sein, denn das Aufstellen eines kleines Pools ist auf dem Balkon durchaus gestattet, solange es der Mietvertrag oder die Hausverwaltung nicht explizit verbieten. Doch es gibt einige Dinge, die beachtet werden müssen, sonst wird aus der freudigen Abkühlung ein wahrer Alptraum.

So geschehen im Juni 2019 in Stuttgart: Dort brach ein Balkon unter dem Gewicht eines prall gefüllten Pools zusammen. Die darin sitzenden Menschen im Alter von 21 bis 54 Jahren rutschten mitsamt einem 70 Zentimeter hohen Pool aus dem ersten Stock vier Meter in die Tiefe - einer von ihnen kam ins Krankenhaus. Den Schaden schätze die Polizei damals auf rund 100.000 Euro.

Gut zu wissen

Laut Angaben von mehreren deutschen Versicherungen sind Mieter bei einem Balkoneinsturz nur dann zur Haftung verpflichtet, wenn klares Fehlverhalten besteht. Dies kann aber nur in den seltensten Fällen nachgewiesen werden, da entsprechende Hinweisschilder zur Statik des Balkons in den meisten Häusern fehlen.

Kleines Planschbecken auf dem Balkon erlaubt: Gewicht von Menschen unbedingt kalkulieren!

Um so etwas zu verhindern, sollte man vorher die Statik des Bauwerks kennen: Ein normaler Balkon hält ungefähr einer Belastung von 400 bis 500 Kilogramm pro Quadratmeter stand. Dadurch ist gewährleistet, dass sich bei schönem Wetter mehrere Personen gleichzeitig auf ihm aufhalten können.

Ein kleines Planschbecken, das etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch ist, sollte dieses Gewicht trotz Wasserfüllung nicht erreichen. Wie RTL berichtet, bedeuten zehn Zentimeter Wasser gute 100 Kilogramm pro Quadratmeter. Allerdings kommt das Körpergewicht der planschenden Personen noch dazu: Kinder sollten für die Statik kein Problem sein. Mehrere Erwachsene mit einem Durchschnittsgewicht von 70 Kilogramm aber schon.

Wer einen eigenen Garten hat, kann dort ohne Probleme einen Pool aufbauen. Auf dem Balkon eines Miethauses gelten hingegen andere Regeln.

Wasser aus Planschbecken kann Bausubstanz der Wohnung und des Balkons dauerhaft schädigen

Wer sich unsicher über die zugelassenen Kilogramm seines Balkons ist, kann einen Statiker zurate ziehen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn man ein größeres Planschbecken oder gar einen Whirlpool aufbauen möchte. In beiden Fällen kann das Gewicht schnell in die Höhe steigen.

Übrigens: Wer ein Planschbecken auf dem Balkon und nicht im Garten betreiben möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass das überlaufende Wasser nicht die Bausubstanz schädigt und durch Ritzen kein Wasser in die Wohnung läuft oder auf andere Balkone tropft. Zudem sollte vorab überprüft werden, ob der Boden des Balkons glatt ist und keine scharfen Kanten hat, wodurch das Becken kaputt gehen könnte. Das gilt übrigens auch für die Rasenfläche im Garten.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa