Verwechslungsgefahr

Pilze sammeln im Herbst: Welche Symptome auf eine Pilzvergiftung hindeuten

Mit dem Herbst beginnt auch wieder die Pilzsaison. Beim Sammeln sind einige Tipps zu beachten, um Pilzvergiftungen zu vermeiden.

Deutschland – Viele Sammler zieht es jetzt wieder in Wälder, um schmackhafte Speisepilze zu suchen. Ein Problem beim Pilze sammeln: Einige essbare Pilze sehen giftigen Sorten zum Verwechseln ähnlich. Daher kommt es auch in Deutschland immer wieder zu Pilzvergiftungen – insbesondere bei ungeübten Sammlern. Bemerkt man entsprechende Anzeichen, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen, wie RUHR24* berichtet.

Naturschutzbund Deutschland e. V. (Nabu)nichtstaatliche Organisation
Gründung1899, Stuttgart
Mitglieder756.400 (Stand 2020)

Pilze sammeln: Achtung, Lebensgefahr – richtiges Handeln bei einer Pilzvergiftung

Eine Pilzvergiftung erkennen Betroffene laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sowie der Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. (DGfM) unter anderen den folgenden Symptomen:

  • Schweißausbrüche
  • Benommenheit
  • Durchfall und Brechdurchfälle
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Kreislaufprobleme
  • Krampfanfälle
  • Blutdruckabfall
  • Schneller Puls
  • Hitzegefühl
  • Auch Halluzinationen sind möglich.

Wichtig: Je nach Art des Giftpilzes variieren auch die Symptome. Bemerkt man eines oder mehrere derartiger Anzeichen, heißt es: Sofort den Arzt oder eine Klinik aufsuchen!

Denn eine Pilzvergiftung kann schwere Schädigungen wie Nierenversagen haben und sogar lebensgefährlich sein. Wie Nabu erklärt, gibt es in vielen Großstädten wie etwa Berlin oder München auch spezielle Giftnotrufzentralen.

Pilze sammeln: Richtiges Verhalten bei einer Pilzvergiftung

Weiter gilt laut Nabu: Liegt die Pilzmahlzeit weniger als fünf Stunden zurück, kann man den Magen durch Erbrechen entleeren, sollte aber dennoch unbedingt zum Arzt. Zeige sich die Vergiftung hingegen erst nach acht oder mehr Stunden, sollte man sofort den Notarzt rufen, mahnen die Experten.

Wie die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. (DGfM) verdeutlicht, sollten außerdem alle Reste der gesammelten Pilze sowie Reste der Mahlzeit sichergestellt und zur Untersuchung aufbewahrt werden (weitere Warnungen sowie Rückrufe* auf RUHR24).

Pilze sammeln: Pilzvergiftungen bei selbst gesammelten Sorten – die häufigsten Ursachen

Laut der DGfM sind das die häufigsten Gründe, weshalb es zu einer Pilzvergiftung kommt:

  • Zu alte Pilze, beziehungsweise zu lange oder falsch gelagerte Pilze. Beispielsweise dürfen Pilze nicht in luftundurchlässigen Plastikverpackungen oder auch tagelang in Kisten oder Kellern lagern.
  • Die allermeisten Speisepilzarten sind roh giftig. Roh sollten Speisepilze daher nicht gegessen werden. Ausnahmen sind beispielsweise Zuchtchampignons oder Steinpilze.
  • Vergiftungen und allergieähnliche Erkrankungen sind auch durch Pilze möglich, deren Inhaltsstoffe und individuelle Wirkungen noch unzureichend bekannt sind.
  • Giftpilze gelangen außerdem häufig durch Verwechslung mit essbaren Sorten oder durch Unachtsamkeit in die Mahlzeit.

Video: Frau stirbt an Knollenblätterpilz - weitere Menschen in Kliniken

Pilze sammeln: Verwechslungsgefahr – Giftpilze und ihre essbaren Pendants

Eine Verwechslungsgefahr zwischen essbaren und giftigen Pilzen besteht laut Nabu Niedersachsen übrigens beispielsweise bei diesen Sorten:

  • Satansröhrling – sieht essbaren Sorten wie dem Hexenröhling ähnlich
  • Spitzschuppiger Schirmling – Ähnlichkeit mit dem Großen Riesenschirmling
  • Pantherpilz (sehr giftig) – ähnelt dem Perlpilz
  • Kegelhütiger Knollenblätterpilz (sehr giftig) – besonders gefährlich, da er dem bei Sammlern beliebten Wiesenchampion ähnelt
  • Gifthäubling oder Nadelholz-Häubling (ebenfalls sehr giftig) – ähnelt dem Stockschwämmchen
  • Grüner Knollenblätterpilz (sehr giftig) – ähnelt dem Frauentäubling
  • Bauchweh-Koralle (der Name spricht Bände) – sieht der Krausen Glucke ähnlich
  • und einige mehr
Pfifferlinge als gute Speisepilze direkt neben den tödlich giftigen Knollenblätterpilzen – Letztere werden häufig mit Wiesenchampions verwechselt.

Pilze sammeln: Pilzvergiftung vorbeugen – diese Tipps sollten Pilzsammler beachten

Die DGfM rät Sammlern, nur solche Pilze zu suchen, die sie sicher kennen. Pilze, die erstmals bestimmt werden, sollten niemals gegessen werden.

Alte, madige und zu kleine Pilze sollten Sammler generell stehenlassen. Darüber hinaus sollte man am besten immer nur so viele Pilze sammeln, wie man auch direkt verwerten kann. Da Pilze – insbesondere in Süd-Deutschland – auch 30 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe noch radioaktiv belastet sein können, empfiehlt das Umweltbundesministerium, nicht mehr als 250 Gramm Wildpilze pro Woche zu essen.

Wie Nabu anführt, sollten Pilze nach dem Sammeln stets kühl und trocken aufbewahrt und innerhalb von 24 Stunden verzehrt werden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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