Tipps für Anfänger und Erfahrene

Pilze sammeln im Herbst: Wo es in NRW möglich ist und was man dabei beachten sollte

Pilze locken im Herbst viele Sammler in den Wald. Doch wo darf man Pilze sammeln und was sollte man noch dabei beachten?

NRW – Der Herbst ist da und damit beginnt auch die Zeit, in der Pilze wieder so einige Sammler in den Wald locken. Allerdings sollte man einiges wissen, bevor man sich mit einem Korb zum Spaziergang aufmacht.

Pilze sammeln im Herbst 2020: Als Anfänger sollte man sich vorbereiten

Ein bisschen Zeit für die Theorie sollte man sich schon nehmen, bevor man als Anfänger zum Pilze sammeln aufbricht. So kann man am Ende im Zweifel böse Überraschungen vermeiden. Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland ist die oberste Regel hierbei: Wer sich bei einem Pilz unsicher ist, ob dieser giftig oder essbar ist, sollte lieber die Finger davon lassen. 

Auch an die richtige Ausrüstung sollte gedacht werden. Warme Kleidung und festes Schuhwerk sind im Herbst in den Wäldern Pflicht. Auch ein Taschenmesser zum Abschneiden der Pilze und ein offener Korb zum Transport gehören zum Standard.

Grundwissen ansammeln: Bücher und Apps helfen beim Pilze sammeln im Herbst

Oft unterschätzt unterwegs aber dennoch nützlich ist außerdem ein Handbuch mit den wichtigsten Informationen zu heimischen Pilzen. Als Alternative gibt es auch Apps zu dem Thema. Für solides Grundwissen ist beides allerdings kein Ersatz. Unerfahrene Sammler sollten sich trotzdem vor ihrer Pilzwanderung informieren.

Doch wann zieht man am besten los, um Pilze zu sammeln? Pilze mögen es feucht und warm. Anhaltende Regenfälle gefolgt von einigen Tagen mit warmen Temperaturen sorgen für schwüles Herbstwetter. Das ist die Zeit, in der Pilzsammler aktiv werden sollten – und zwar schnell.

Bei optimalen Bedingungen brauchen manche Pilzarten nur wenige Stunden oder Tage, um den Fruchtkörper zu bilden. Weil sie auch genauso schnell wieder verschwinden, sollte die Ernte nicht aufgeschoben werden.

An diesen Orten sollte man im Herbst keine Pilze sammeln

Generell ist das Pilzesammeln in Deutschland in geringen Mengen für den Eigenbedarf übrigens erlaubt. Als Faustregel gilt: ein Kilogramm pro Person und Tag. Weitere mögliche Einschränkungen sind in den Naturschutz- und Waldgesetzen des jeweiligen Bundeslandes festgelegt.

Wer die erlaubten Mengen überschreitet und keine Sondergenehmigung hat, dem drohen hohe Bußgelder von bis zu 5000 Euro. Auch der gewinnbringende Weiterverkauf von für den Eigenbedarf gesammelten Pilzen ist strafbar. Außerdem ist das Sammeln von Pilzen in Naturschutzgebieten und Nationalparks tabu. Auch in eingezäunten Waldstücken und Abholzungsgebiete ist es meist untersagt.

Diese Pilze sollte ihr auf keinen Fall sammeln – Tipps für Anfänger

Wenn ihr einen Pilz gefunden und ihn als eindeutig essbar bestimmt habt, lohnt sich trotzdem noch ein genauer Blick. Verdorbene Pilze sollten unbedingt an Ort und Stelle gelassen werden, denn diese können Toxine entwickeln. Auch Pilze mit Bissspuren von Tieren sollten lieber stehen gelassen werden, um Infektionen zu vermeiden. Für Pilze am Straßenrand gilt wegen möglicher Schadstoffe ebenfalls: lieber da lassen.

Wenn die Pilze die Inspektion bestanden haben, kann die Ernte losgehen. Am besten schneidet man die Pilze mit einem Messer ganz unten am Stiel ab. Alternativ können sie auch vorsichtig im Ganzen aus dem Boden herausgedreht werden.

Herausreißen sollte man vermeiden, weil dann im kommenden Jahr keine Pilze an der selben Stelle nachwachsen (mehr nützliche Lifehacks unter RUHR24.de).

Pilze sollten nach dem Sammeln nicht länger als zwei Tage gelagert werden

Die Ernte wird dann in einem offenen Korb verstaut und transportiert um frühzeitiges Verderben vorzubeugen. Pilze sollten nach dem Sammeln möglichst schnell zubereitet und nicht länger als zwei Tage gelagert werden.

Achtung: Falls ihr euch nach dem Verzehr der Pilze unwohl fühlt, sollten diese Symptome ernst genommen werden. Typische Anzeichen der Pilzvergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall. 

Auch Schwindel und Herz-Kreislauf-Beschwerden können auftreten. Abhängig von der Art des Giftstoffes können die Symptome wenige Minuten, mehrere Stunden oder sogar erst Tage nach dem Verzehr auftreten. Bei den kleinsten Anzeichen gilt es, sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen.

Rubriklistenbild: © Ole Spata/dpa

Mehr zum Thema