Farbenpracht zur Trockenzeit

Pflanzen im Sommer richtig gießen: Drei Fehler können großen Schaden anrichten

Beim Gießen der heimischen Pflanzen gibt es einiges zu beachten. In den heißen Sommermonaten sollten Hobbygärtner wissen, was die Pflanzen brauchen.

NRW – Die Trockenzeit ist für viele Topfpflanzen, aber auch für Pflanzen im heimischen Garten eine echte Herausforderung. Manch ein Hobbygärtner meint es während der Trockenheit und Hitze zu gut und sorgt unbewusst dafür, dass Zier- und Gemüsepflanzen austrocknen – wodurch die Farbenvielfalt nur ein Wunschtraum bleibt.

Naturschutzbund Deutschland e.V.deutsche nichtstaatliche Organisation zum Schutz der Natur und Umwelt
Gründung1899 in Stuttgart

Pflanzen gießen: Häufig ein wenig Wasser gilt als schlechter Gießrhythmus

Möglichst wenig Wasser und das häufiger über Tag verteilt? Das ist laut dem rnd keine gute Idee: Denn Pflanzen gewöhnen sich an den Gießrhythmus. Gräser fangen bei kleineren Gießintervallen an, ihre Wurzeln flacher wachsen zu lassen, also nur bis zu der Stelle, wo das bisschen Wasser auch hinkommt.

Dadurch ist Rasen aber deutlich anfälliger dafür auszutrocknen und darauf angewiesen, dass regelmäßig in kurzen Abständen gegossen wird. Die Deutsche Rasengesellschaft empfiehlt, „in größeren Zeitintervallen zwischen 15 und 20 Liter pro Quadratmeter auf der Rasenfläche“ auszubringen, wobei die tatsächliche Menge „jedoch sehr von den konkreten Bodenverhältnissen und der Durchwurzelungstiefe abhängig“ sei.

Pflanzen gießen: idealerweise selten, aber dafür mit reichlich Wasser

Stattdessen empfiehlt es sich, den Pflanzen seltener, aber dafür größere Portionen Wasser zu spendieren. Doch damit die Pflanzen mit ausreichend Wasser versorgt sind, sollten Gärtner auch auf die richtige Tageszeit achten.

Denn in den heißen Mittagsstunden und auch noch in der frühen Nacht ist der Boden derart aufgeheizt, dass das Wasser zu schnell verdunstet und nicht an den Wurzeln ankommt. Außerdem können die Pflanzen in der Mittagshitze verbrennen. Das liegt daran, dass Wassertropfen die Hitze, einem Brennglas ähnlich, auf die Pflanzen weitergeben.

Pflanzen gießen: früh morgens statt mittags oder abends

Generell empfiehlt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), vor allem Gemüsegärten am frühen Morgen zu gießen, um Schnecken und Pilze fernzuhalten. Laut mdr Garten sind Pflanzen zu dieser Tageszeit allgemein „noch kühl von der Nacht und überstehen mit der Wassergabe besser den heißen Tag.“ Eine automatische Bewässerung gegen 4 Uhr morgens mache das Hobby für Gärtner angenehmer.

Wichtig ist auch, die Pflanzen nicht zu sehr von oben herab mit Wasser zu versorgen. So könnte es einerseits zu einer erheblichen Wasserverschwendung und andererseits zu Schimmelbefall kommen. Stattdessen sollten die Wurzeln aus möglichst kurzer Distanz begossen werden. Der Nabu empfiehlt, „einen kleinen Blumentopf nahe der Wurzeln in den Boden“ einzugraben und diesen so als eine Art „Trichter“ zu nutzen.

Beim Gießen der Pflanzen im heimischen Garten gilt es einiges zu beachten.

Pflanzen gießen: Lieber weiches Regen- anstatt Leitungswasser verwenden

Auch beim Wasser gibt es etwas zu beachten. Abgestandenes Regenwasser aus der Regentonne, das der Außentemperatur entspricht, vertragen Gemüse- und Zierpflanzen am besten. Zu kaltes Wasser sorgt demgegenüber bei vielen Pflanzen für einen Schock, da sie oftmals noch aufgeheizt sind.

Regenwasser hat laut dem Nabu einen geringeren pH-Wert, enthält weniger Kalk und ist somit weicher als Leitungswasser. Ist das Gießwasser zu hart, könnten Pflanzen oekotest zufolge kaum noch Nährstoffe aufnehmen und bei einem zu hohen Kalkgehalt könnten vor allem Magnolien, Azaleen oder Rhododendron Schaden nehmen. Demzufolge gilt ein pH-Wert von 6 für Gießwasser als optimal.

Rubriklistenbild: © Rene Traut/Imago

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