Achtung, nicht berühren!

Bärenklau oder Herkuleskraut blüht aktuell: Bei Kontakt der Giftpflanze drohen Atemnot und Verbrennung

Wer derzeit in der heimischen Natur spazieren geht, ist vielleicht bereits auf Warnschilder gestoßen: Denn eine stark giftige Pflanze hat jetzt ihre Blütezeit.

Deutschland – Die Rede ist vom Riesen-Bärenklau, auch Bärenkralle oder Herkuleskraut genannt. Die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Pflanze kann eine photosensibilisierende Substanz bilden, die im Tageslicht (oder auch starkem künstlichen Licht) toxisch wirkt. Für den Menschen kann das Anfassen der Pflanze daher richtig gefährlich werden.

Riesen-BärenklauPflanzenart aus der Gattung Bärenklau
wissenschaftlicher NameHeracleum mantegazzianum
FamilieDoldenblütler

Gefahr durch Riesen-Bärenklau: Pflanze verursacht schmerzende Verbrennungen und Quaddeln

Denn nach dem Kontakt mit der Pflanzen kann es zu fiesen Quaddeln oder Blasen kommen. Diese sind nicht nur schmerzhaft, sondern heilen auch nur schwer.

Verantwortlich dafür sind bestimmte Abwehrstoffe des Riesen-Bärenklaus, die sogenannten Furocumarine. Durch dieses Gift verliert unsere Haut ihren natürlichen UV-Schutz. Giftig sind dabei nahezu sämtliche Teile der Pflanze.

Hautkontakt mit Bärenklau kann gefährlich werden – das ist zu tun

Bereits ein leichter Kontakt genügt, um derartige Hautreizungen zu verursachen. Im schlimmsten Falle sind großflächige Hautschäden mit Verbrennungen ersten oder zweiten Grades möglich.

Hautstellen, die mit der Pflanze in Berührung gekommen sind, sollten daher unverzüglich mit Wasser und Seife abgewaschen werden. Außerdem ist in der nächsten Zeit unbedingt regelmäßig ein Sonnenschutzmittel aufzutragen und die Hautstellen sind vor Lichteinwirkung zu schützen, da die Symptome in Kombination mit Licht auftreten. Gefahr droht jedoch nicht nur bei direkter Sonneneinstrahlung, sondern auch bei schlechterem Sommer-Wetter.

Atemnot, Kreislaufschock, Fieber – diese Symptome drohen bei Kontakt mit der Bärenkralle

Aber neben Hautrötungen können auch andere Reaktionen auftreten, wenn man mit dem Riesen-Bärenklau in Berührung kommt. Fieber, Schweißausbrüche oder sogar ein Kreislaufschock gehören ebenfalls zu den möglichen Symptomen. Das Tückische dabei: Die Beschwerden treten erst später auf – auch längere Zeit nach Kontakt mit den Pflanzen kann es noch dazu kommen.

Hält man sich länger in der Nähe der Pflanzen auf, kann es zudem zu Atembeschwerden kommen. Denn die Bärenkralle kann die Furocumarine auch in ihre Umgebung abgeben. Generell gilt: Wer Symptome an sich feststellt, sollte unbedingt sofort zum Arzt (weitere Warnungen sowie Rückrufe auf RUHR24).

Achtung vor dieser Giftpflanze: So sieht Riesen-Bärenklau aus

Riesen-Bärenklau macht seinem Namen alle Ehre: Die gewaltige Pflanze kann bis zu drei Metern groß werden. Ihre grünen Stängel zeichnen sich durch zahlreiche kleine Härchen aus. Sie haben zudem kleine, dunkle Flecken.

Die Blüten der Bärenkralle sind weiß. Ihre Blütendolden können einen Durchmesser von bis zu 30 bis 50 Zentimetern. Eine Pflanze kann bis zu 80.000 Blüten tragen, die schließlich Samen bilden. 

Giftiger Bärenklau verbreitet sich rasant – bitte nicht berühren. (Symbolbild)

Riesen-Bärenklau verbreitet sich rasant – auch im Ruhrgebiet

Riesen-Bärenklau zählt zu den Neophyten. Das heißt: Es ist eigentlich eine gebietsfremde Pflanze, die sich aber hierzulande von selbst immer weiter ausbreitet. Insbesondere an Straßenrändern, in Nähe von Gewässern und auf Waldlichtungen kommt er vor.

Im Ruhrgebiet findet man den Riesen-Bärenklau beispielsweise an vielen Stellen entlang der Ruhr – sowie auch am Kemnader See in Bochum/Witten. Wie hier an dem beliebten Ausflugsort warnen die Gemeinden in betroffenen Gebieten oft mit entsprechenden Warnschildern. Das ist aber längst nicht immer der Fall.

Bärenkralle in öffentlichen Parks oder auf Spielplätzen wird zur Gefahr

Seit 2017 zählt die Riesen-Bärenkralle zu den Pflanzen, deren Vermehrung und Beförderung EU-weit verboten ist. Immer wieder sieht man die giftige Pflanze dennoch auch in Parks oder auf Spielplätzen. In diesem Fall sollte unbedingt die zuständige Gemeinde informiert werden. Gerade bei kleinen Kindern, die umher toben, ist ein unbewusster Kontakt mit der Pflanze schnell passiert. Besonders heimtückisch dabei: Die Pflanzengifte können auch durch Kleidung dringen.

Übrigens: Die Bärenkralle ist dabei nicht nur für spielende Kinder eine Gefahr. Auch Hunden und Katzen kann sie gefährlich werden.

Bärenkralle im Garten: Vorsicht bei der Beseitigung

Durch ihre Fähigkeit, sich schnell zu verbreiten, schafft es die Pflanze zudem auch immer wieder in heimische Gärten. Ihre Bekämpfung ist hier gar nicht so einfach. Auf jeden Fall sollte man nicht nur Gartenhandschuhe tragen, sondern den ganzen Körper mit Schutzkleidung (und Gummistiefeln) bedecken.

Außerdem sollte die Pflanze vollständig ausgegraben werden. Dazu muss die Wurzelrübe unbedingt ca. 15 Zentimeter unter dem Ansatz abgestochen werden, damit sie nicht mehr treiben kann. Um die Reste der Pflanze sicher zu entsorgen, müssen sie verbrannt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie sich über den Kompost weiter verbreitet.

Rubriklistenbild: © picture alliance/rtn, Frank Bründel

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