Wenige empfehlenswert

Pesto-Test offenbart Schadstoff-Cocktail in vielen Marken – Testsieger überrascht

Der Verein für Konsumentenforschung (VKI) hat Basilikum-Pesto einem kritischen Blick unterzogen. Das Ergebnis: Die allermeisten enthalten Stoffe, die die Tester für bedenklich halten.

Deutschland – Ob zu Nudeln, zu Brot oder auf der Pizza: Pesto ist in der Küche vielseitig einsetzbar. Der Verein für Konsumentenforschung (VKI), die österreichische Partnerorganisation von Stiftung Warentest, hat das traditionelle Basilikum-Pesto (Pesto Genovese) 13 bekannter Marken getestet – mit wenig erfreulichem Ergebnis.

Stiftung WarentestVerbraucherorganisation
SitzBerlin
Gründung4. Dezember 1964, Berlin

Pesto Genovese im Test – die Zutaten weichen oft vom Originalrezept ab

Pesto Genovese besteht nach klassischen Rezept aus den folgenden Zutaten:

  • Basilikum,
  • Olivenöl,
  • Pinienkerne,
  • Parmesan,
  • Pecorino,
  • Knoblauch und Salz

Wie Stiftung Warentest erklärt, ist der Begriff aber rechtlich nicht geschützt. Demnach können die Rezepturen der einzelnen Hersteller auch davon abweichen. Produkte, die von den Original­zutaten abwichen, hießen beispielsweise auch Pesto alla Genovese, Pesto verde oder Pesto basilico. 

Basilikum ist die beliebteste Zutat für Pesto.

DerVKI bemängelt dabei die Rezepturen vieler Hersteller: So würde vielfach untypischer Käse verwendet, die Produkte enthielten Zusatzstoffe und der Basilikum-Anteil schwanke extrem. Noch kritischer bewerten die Prüfer dabei die im Labor gefundenen Schadstoffe.

Pesto-Test 2021: Pestizide und Mineralöl wird erneut zum Problem

Denn: Die meisten Produkte enthielten Rückstände von Pestiziden. Einige seien sogar mit Mineral­ölkohlen­wasser­stoffen belastet, erklärt Stiftung Warentest.

Lediglich bei Bioprodukten wurden keine Pestizidrückstände nachgewiesen. Auch Öko-Test hatte bereits auf das Problem von Mineralöl und Pestiziden in Pestos hingewiesen.

Pestizide in Pesto: Tester warnen vor „Cocktaileffekt“

Die Prüfer räumen dabei ein, dass kein Produkt eine Schadstoffmenge enthielt, die zu akuten oder chronischen Gesundheitsschäden führen könnte. Sie seien aber in jedem Fall für die Umwelt problematisch.

Außerdem warnen die Tester des VKIs vor einem „Cocktaileffekt“. Damit beschreiben sie die Tatsache, dass zahlreiche Produkte gleich mehrere Pestizide enthielten. Die Chemikalien könnten sich dabei gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen, erklären die Prüfer (weitere Testberichte auf RUHR24).

Basilikum-Pesto im Test – das sind die drei besten Pestos

Das Fazit des VKI: Nehme man die Schadstoffbelastung und die verwendeten Zutaten als Hauptkriterien, blieben wenig empfehlenswerte Produkte übrig. Insgesamt konnten drei Produkte die Note „Gut“ erreichen, achtmal bewerteten die Tester Produkte als „durchschnittlich“ und zwei Pestos erhielten ein „weniger zufriedenstellend“.

Gut sind nach Meinung der Prüfer die folgenden Produkte (allesamt in Bio-Qualität):

  • Testsieger ist das Bio-Pesto alla Genovese von Spar Natur pur
  • ebenso gut: Gustoni Pesto Basilico
  • und: Ja! Natürlich Pesto Genovese

Test-Fazit: Bei Pesto liegt Bio ganz klar vorn

Auch ein Bio-Produkt von Dm war schadstofffrei, wie die Stiftung Warentest erklärt. Allerdings sei dieses durch einen Kennzeichnungsfehler negativ aufgefallen, weshalb es kein gutes Ergebnis erreichen konnte.

Die Empfehlung der Prüfer lautet dementsprechend: Um Pestizide in Pesto zu vermeiden, sollten Verbraucher am besten auf Bio setzen oder die Köstlichkeit einfach selbst machen.

Rubriklistenbild: © Mascha Brichta/dpa